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Leckage in Fernwärmeleitung

Baustelle mitten auf dem Weihnachtsmarkt - Buden müssen weichen

HAMELN. Ungünstiger konnten Zeit und Ort kaum sein. In vier Tagen beginnt der Weihnachtsmarkt. Und nun das. Wasserdampf entwich aus einem Revisionsschacht am Markt. Im Erdreich daneben trat heißes Wasser aus. Am Donnerstag rückten Tiefbauer an und buddelten ein tiefes Loch. Grund ist eine Leckage in einer Fernwärmeleitung. Die Bauarbeiten sollen sich bis in den Dezember hineinziehen.

veröffentlicht am 22.11.2018 um 12:14 Uhr
aktualisiert am 22.11.2018 um 20:40 Uhr

Die Baustelle am Markt ist abgesperrt. Mit einem Schaufelbagger heben Tiefbauer ein Loch aus. Passanten müssen durch einen Engpass zwischen Baustelle und Weihnachtsmarktbuden vorbeigehen. Foto: Wal
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Absperrbaken stehen mitten im Weg. Davor schütteln Passanten ungläubig ihre Köpfe. „Muss denn gerade jetzt noch gebaut werden?“, fragen sich einige.

Offensichtlich schon – und das sogar noch bis in den Dezember hinein – auch während sich die Besucher an Glühwein- und Würstchenbuden drängeln. Am Markt entwich am Donnerstag Wasserdampf aus einem Revisionsschacht. Tiefbauer rückten an, nahmen das Granitpflaster auf und hoben ein tiefes Loch aus. Ursache war eine Leckage an einer in 1,60 Meter Tiefe liegenden Fernwärmeleitung. Das nahmen Experten zumindest an. „Offenbar hat eine 150 Millimeter dicke Leitung ein Leck. Und das leider an einer repräsentativen Stelle“, erklärte Kai Gnuschke, Leiter des Energieversorgers Fernwärme Enertec, die Buddelei am Markt. Zu dieser Zeit war Gnuschke noch guter Dinge, den Schaden schnell beheben lassen zu können. Am späten Nachmittag sah das dann anders aus.

Aus einem Regenrohr am Hochzeitshaus entwichen ebenfalls helle Dampfwolken. Die Feuerwehr wurde zurate gezogen. Brandamtmann Thomas Breitkopf kontrollierte mit einer Wärmebildkamera die Umgebungstemperatur. Als Breitkopf das elektronische Gerät über das Pflaster vor Schlüters Almhütte hielt, war den Enertec-Mitarbeitern klar, dass es dort ebenfalls zu einem Schaden gekommen sein musste. Der Bodenbelag hatte in dem Bereich eine Oberflächentemperatur von 22 Grad Celsius, wirkte fast schon wie eine Fußbodenheizung. Das nächste Loch – diesmal an der Ecke des Hochzeitshauses – musste ausgehoben werden.

Inzwischen hatten sich auch mehrere Kunden beim Energieversorgungsunternehmen gemeldet. Ihnen wurde kalt, heißes Wasser kam nicht mehr an. Enertec sprach von 350 betroffenen Haushalten in der Innenstadt, die aufgrund eines Druckverlustes in der Fernwärmeleitung nicht mehr versorgt werden konnten. Die Häuser sollten noch gestern „Zug um Zug“ wieder angeschlossen werden, hieß es. Allerdings ging man bei Enertec davon aus, dass es bei rund 25 Kunden am Donnerstag noch kalt bliebe.

Den Schaden werden wohl auch einige Marktbeschicker zu spüren bekommen: „Um den Schadensort zu lokalisieren, müssen zudem einige Weihnachtsbuden in der Hamelner Innenstadt abgebaut werden“, teilte Enertec-Sprecherin Lisa Schöniger mit. Wie viele Buden betroffen sind, konnte Schöniger nicht sagen.

Zudem erhielt die Hoffnung der Stadt, dass die Bauarbeiten bis zur Eröffnung des Marktes abgeschlossen sind, einen gehörigen Dämpfer. „Sobald der Schaden gefunden ist, wird in den kommenden Tagen mit den Reparaturarbeiten begonnen. Diese werden voraussichtlich bis in den Dezember hinein andauern, weil die Reparatur aufgrund der Art der Leitung sehr aufwendig ist“, berichtete die Sprecherin.

Aufgefallen war die Leckage, nachdem Enertec-Mitarbeiter Druckschwankungen im Haus eines ihrer Kunden festgestellt hatten. Das Unternehmen habe nach eigenen Angaben das beschädigte Leistungsstück stillegen und betroffene Haushalte über andere (Not-)Rohrleitungen versorgen können. „Wenn wir einen sehr kalten Winter bekommen, hätten wir an dieser Stelle bereits alle Reserven aufgegeben“, so Gnuschke. So zog Enertec die sofortige Reparatur vor, um mögliche Engpässe auszuschließen.



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