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Installation zeigt Wünsche von Familien

„Baustelle“ Hameln

Hameln. Wieder eine Baustelle in der Osterstraße … Diesmal aber geht es nicht um die Steine der Flaniermeile, sondern um die Stimmen der Familien: Die „Baustellen-Installation“, die am Sonnabend gegenüber dem FiZ (Familie im Zentrum) aufgebaut wurde, zeigte einige der Antworten der Hamelner Bürger auf die Umfrage, die das Familienservicezentrum im Februar stadtweit per Karten und online zur Lebensqualität von Familien in Hameln gestartet hatte. Was ist gut und sollte erhalten werden? Was fehlt und sollte verbessert werden? Die Befragung ist mittlerweile abgeschlossen, und bevor es in die Auswertungsphase geht, lassen sich Tendenzen und Themenfelder erkennen, die den Familien unter den Nägeln brennen.

veröffentlicht am 19.05.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 09:21 Uhr

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Autor:

Alda Maria Grüter
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Din-A-4-Blätter mit Wünschen, mit Lob und Tadel bespicken die Baustelle: Die Antworten der in Hameln lebenden Familien sind vielfältig, reichen vom Freizeit- und Kulturangebot – hier insbesondere für junge Leute – über Wohnungen für jedes Alter und Mietpreise bis hin zur Bildung.

Was die Hamelner beispielsweise stört: „Hundeklos statt Spielplätze“, das „Parkplatzchaos“ und das „Bus-Wirrwarr“. „Mehr Spaß“ und mehr kulturelle Angebote sind Anliegen, die in Verbindung mit Tanz, Theater und Musik genannt werden. Außerdem auf der Wunschliste: „Gemütliche Fahrradtouren statt Horrortrips“, und mehr Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, wie etwa eine Skaterbahn, eine Disco und einen Kletterpark, wünschen sich die Jugendlichen für ihre Stadt.

Es seien offenbar viele jungen Menschen der Meinung, dass mehr für sie getan werden sollte, sagt Julia Kraaz vom FiZ. Viele junge Familien und Heranwachsende betrachten Hameln als überaltert, langweilig und wenig interessant: „Die Jugend zieht weg und Hameln schaut zu“ ist auf der Baustelle zu lesen. „Man muss mehr Anreize schaffen, damit Kinder und Jugendliche ihre Stadt positiv sehen, Hameln familienfreundlicher gestalten, damit junge Familien gerne hier leben“, sagt Kraaz. Schüler wünschen sich beispielsweise eine freie Busfahrkarte ab der elften Klasse, Kinder wollen freien Eintritt in öffentlichen Einrichtungen. Ein wichtiger Punkt: Die Forderung nach mehr Mobilität, sowohl eine bessere Anbindung an Hannover als auch mehr Möglichkeiten für Jugendliche aus den umliegenden Dörfern, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hameln und wieder nach Hause zu kommen.

Im Bereich der Bildung werden die Erweiterung der Studienangebote, ein Campus und „Studibutzen“ gefordert. Nicht alles aber ist schlecht in Hameln – und auch wenn die „Baustelle“ auf viele Themenfelder hinweist, die ausgebessert und ausgebaut werden müssten, so geben Familien auch positive Äußerungen, loben beispielsweise die Nachmittagsbetreuung an Grundschulen und die naturnahen Erholungsmöglichkeiten. Etwa 1000 Rückmeldungen verzeichnet die Umfrage. Laut Universität Hildesheim, die das Projekt unter der Leitung von Professor Wolfgang Schröer und Britta Karner evaluieren wird, gelte die Befragung daher als repräsentativ. Verlässliche Ergebnisse zu definierten Themen soll ein ausführlicher Report liefern, der außerdem Daten der Bürgerbefragung der Stadt als auch die CTC-Befragung („City that cares“, Umfrage an Schulen) einbezieht: Am 10. Juli, um 19 Uhr, wird der Bericht im Albert-Einstein-Gymnasium der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die FiZ-Aktion „Familie eine Stimme geben“ habe weit über die Grenzen der Stadt hinaus die Aufmerksamkeit an sich gezogen, bilanziert Kraaz. So erkundigten sich während der Aktionswoche auch Interessierte aus der Region über spezielle Themen wie beispielsweise die Seniorenbegleitung. Die Aktionswoche wurde organisiert, um sich bei den Bürgern für die rege Teilnahme an der Umfrage zu bedanken. Ob Vorträge über die Themen Pubertät und Behinderungen, ob Lesungen, Bilderausstellung, Hockergymnastik oder Kulinarisches: „Die Aktionen kamen sehr gut an bei den Besuchern“, bestätigt Suna Baris vom FiZ. „Die Menschen haben sich nicht nur informiert, sondern kamen zwanglos ins Gespräch. Ein sehr nettes Miteinander!“



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