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Über die Arbeit des Hamelner Kriminalpräventionsrates / Straftaten verhindern ist das Ziel

Bausteine gegen Gleichgültigkeit und Gewalt

Hameln (tis). Zwei nächtliche Überfälle im Bereich Bahnhof- und Deisterstraße, eine vor allem gefühlte Bedrohungslage bei vielen Hamelnern – diese Themen beschäftigen auch den Kriminalpräventionsrat in Hameln. Die Möglichkeiten zum direkten Handeln sieht das Gremium allerdings nur eingeschränkt. Seit nunmehr zehn Jahren werden im Kriminalpräventionsrat die Aktivitäten verschiedenster Organisationen zusammengefasst – mit dem Ziel, auf dem weiten Feld der Kriminalität vorbeugend tätig zu werden.

veröffentlicht am 13.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 03:41 Uhr

Die Bahnhofstraße bei Nacht – für viele Hamelner ein Ort,
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„Die Kräfte von Verwaltung, Polizei und Justiz, von Schulen, Kirchen, Vereinen, Gewerbe und Handel wurden 1999 gebündelt, um Kriminalität und anderen unerwünschten gesellschaftlichen Entwicklungen wie Gleichgültigkeit und Desinteresse zuvorzukommen“, erklärt der Leiter der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden, Bernd Wiesendorf. In der Praxis zeigt sich die Arbeit des Kriminalpräventionsrates in Forums- und Vortragsveranstaltungen, in Seminaren mit kriminalpräventiven Schwerpunkten wie Gewalt- und Suchtprävention sowie Initiativen zur Stärkung von Zivilcourage.

„Bedauerliche Einzelfälle“

Im Zusammenhang mit den jüngsten Überfällen im Umfeld des Bahnhofs spricht Reinhold Marx vom Caritas-Verband Hameln als Leiter der Arbeitsgruppe „Angebote“ von bedauerlichen Einzelfällen. „Nicht alle unmittelbaren Straftaten können wir mit unserer Arbeit im Vorfeld verhindern“, sagt Marx. Die Arbeitsgruppe sei aber im ständigen Dialog mit der Polizei, werte Statistiken aus und habe jüngst besondere Punkte im Stadtgebiet unter dem Sicherheitsaspekt unter die Lupe genommen. Einer dieser Bereiche sei das Werder, so Marx. Hier sei es durch Jugendliche zu Sachbeschädigungen und Verschmutzungen gekommen, und hier sei Handlungsbedarf erkannt worden.

Laut dem Arbeitsgruppenleiter wird es aber kaum gelingen, durch Prävention einen umfassenden Schutz vor Kriminalität zu gewähren; was auch daran liege, dass sich nicht alle wünschenswerten Maßnahmen realisieren ließen. Es habe sich aber schon viel getan. So verweist Marx auf Projekte wie die Busbegleitung, den pädagogischen Mittagstisch oder die „Haltestelle“ in Afferde als eine Einrichtung, die der Entwicklung von Gewalt in Wohngebieten gegensteuern soll. Weiterhin gebe es eine Zusammenarbeit mit der muslimischen Gemeinde mit dem Ziel, möglichen Konflikten entgegenzuwirken. Unter dem Motto „Kraft gegen Gewalt – Sportler setzen Zeichen“ hat sich der Kriminalpräventionsrat erst kürzlich einer Initiative unter Führung des „Weißen Ringes“ angeschlossen. Die Aktion wird zudem durch die Rockin’Rats gestärkt und bietet engagierten Sponsoren, Schulen und Jugendeinrichtungen den Rahmen für die praktische Umsetzung einer der wichtigsten gesellschaftspolitischen Aufgaben.

„Junge Menschen müssen mehr Chancen und Wege für eine sinnvolle Freizeitgestaltung eröffnet werden, um damit zugleich auch kriminellem und gewalttätigem Handeln wirksam vorzubeugen“, erklärt Andreas Breitkopf, Fachbereichsleiter Bildung/Jugend bei der Stadt Hameln und Sprecher der Lenkungsgruppe im Kriminalpräventionsrat. Diese Aktion wird von der Arbeitsgruppe „Prävention in der Schule“ betreut, die auch Ausbildungen zum Streitschlichter anbietet sowie ein Deeskalationstraining und die Abendveranstaltung „Friday Night Sports“, wo Jugendliche aus verschiedenen sozialen Schichten und Nationen lernen sollen, gewaltfrei miteinander umzugehen.

Eine andere Arbeitsgruppe des Präventionsrates beschäftigt sich mit „Prävention in Kindertagesstätten“. Neben der praktischen Arbeit mit Kindern umfasst das Angebot Fortbildungen für Erzieherinnen und Elternseminare. Öffentlichkeitsarbeit und Fachvorträge vervollständigen die Arbeit des Gremiums, das jährlich auch den „Zivilcouragepreis“ vergibt.

„Zu viele Menschen sehen weg, wenn Mut zur Hilfe gefragt ist. Darum appellieren wir an alle Bürger, Menschen zu helfen, die in Not sind oder bedroht werden“, so Polizeioberkommissar Jörn Schedlitzki. Er ist Sprecher der Arbeitsgruppe „Zivilcourage“, die diese Problematik mit öffentlichen Diskussionen zum Thema, Musik- und Theaterveranstaltungen in das Bewusstsein der Menschen rücken will.

Mit einer Veranstaltungswoche unter dem Motto „Hameln macht Prävention“ will der Kriminalpräventionsrat vom 2. bis 9. November sein zehnjähriges Bestehen feiern. Bei der Auftaktveranstaltung am Montag, 2. November, ab 19 Uhr im Forum der Handelslehranstalt an der Mühlenstraße hält Bernd Strauch vom Landespräventionsrat Hannover den Festvortrag.



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