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Martin-Luther-Gemeinde fällt 50 Jahre alten Bergahorn

Baum muss dran glauben: Kirche weist Kritik zurück

Hameln (jemi). „Es wurden traurige Tatsachen geschaffen, die sich nie wieder rückgängig machen lassen“, schreibt der Hamelner Achim Stork in einem offenen Brief an die Martin-Luther-Kirchengemeinde. Er kann in keiner Weise nachvollziehen, dass der Kirchenvorstand entschieden hat, einen etwa 50 Jahre alten Bergahorn auf dem Gelände der Gemeinde an der Brucknerstraße zu fällen.

veröffentlicht am 28.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 17:41 Uhr

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Vor allem die Beweggründe ärgern Stork, der selbst Mitglied der Martin-Luther-Gemeinde ist. Zunächst habe er gedacht, ein Fällen sei notwendig gewesen, weil der Baum krank sei. Doch dann sei ihm berichtet worden, dass die Reinigungsarbeiten, die der Baum verursache, Grund für die Maßnahme waren. Das bestätigte gestern der Kirchenvorstand auf Nachfrage. „Wir stehen zu der Entscheidung. Aber leicht ist uns diese ganz bestimmt nicht gefallen, da wir nicht leichtfertig Bäume abholzen“, erklärte Jürgen Stoffregen, stellvertretender Vorsitzender.

Es habe vor der Maßnahme lange Diskussionen gegeben. Doch letztendlich wäre eine andere Entscheidung wirtschaftlich nicht tragbar gewesen. Hintergrund seien die Reinigungsarbeiten. Die Dachsubstanz des Gebäudes leide unter dem Laubfall, und auch die Dachrinne müsse bis zu zweimal im Jahr gesäubert werden. Da für diese Arbeiten eine Fachfirma beauftragt werden müsse, seien die Kosten immens.

Stork moniert, dass die Kirchengemeinde den Klimaschutz mit Füßen trete. „Wenn wegen einiger Euro dieses Grundprinzip aus den Augen verloren wird, bedeutet das einen großen Verlust an Glaubwürdigkeit“, meint der Hamelner. Diese Kritik wehrt der Kirchenvorstand vehement ab. „Als uns klar wurde, dass wir den Baum fällen müssen, haben wir es zur Auflage gemacht, eine Ersatzbepflanzung vorzunehmen.“ Außerdem weist das Gremium darauf hin, dass die Gemeinde 2008 ein großes Solarprojekt gemeinsam mit den Stadtwerken auf dem Kirchendach verwirklicht habe. Stork ist der Meinung, die Kirche hätte auf die Anlage verzichten sollen. „Leider scheint die Bedeutung solch großartiger Bäume von den Verantwortlichen nicht erfasst zu sein“, bemängelt er. Stoffregen dagegen erinnert, dass die Solaranlage ein echter Glücksfall gewesen sei. Durch die Zusammenarbeit mit den Stadtwerken sei keine Finanzierung notwendig gewesen. Der Versorger übernahm damals die Baukosten für die Solaranlage. Die Refinanzierung erfolgt durch die sogenannte Einspeisevergütung.

Der Kirchenvorstand möchte das Thema offen behandeln. Enttäuscht sei er, dass die Kritik an der Gemeinde nicht persönlich geübt wurde, sondern in Form des offenen Briefs.



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