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Anwohner des Wohngebiets „Am Fischerhof“ bangen um ihre alten Linden

Baum ab – nein danke

Hameln. Hohe Linden stehen an einem Wegesrand im Wohngebiet „Am Fischerhof“. Die Anwohner beschreiben sie als prägend, schützenswert und charaktergebend. Nun sollen die Bäume, so befürchten die Anwohner, gefällt werden. Peter Tschiersch, einer der Anwohner, die sich für den Erhalt der Linden einsetzen, erklärt: „Ein zum Hühnerborn gelegenes Gartengrundstück ist als Bauland verkauft worden. Der neue Besitzer plant, im Zuge der Baumaßnahme die kleine Lindenallee am Fahrweg zu fällen.“ Diese Information habe er von den ehemaligen Besitzern des Grundstückes erhalten, die diese Information wiederum vom Käufer selbst haben sollen. Die Anwohner geben sich geschockt. Tschiersch spricht sogar von einer „Katastrophe für die Anwohner“.

veröffentlicht am 12.12.2014 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:21 Uhr

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Autor:

von Svenja-A. Möller
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„Angeblich sollen diese Bäume nicht in der Baumschutzmaßnahme der Stadt Hameln erfasst sein“, erklärt Anwohnerin Birgit Schopfer. Sie beruft sich auf den Natur- und auch den Tierschutz. Denn in den um 1907 gepflanzten Linden soll auch ein Falkenpaar nisten. Die sechs Linden stehen, so wird von der Stadt bestätigt, tatsächlich nicht unter dem Schutz der Stadt. Es handelt sich um Privatbesitz.

Mit einer Unterschriften-Aktion wollen die Anwohner sich nun für den Erhalt der Bäume einsetzen, knapp 100 Menschen haben sich bereits eingetragen. Auch an Ursula Wehrmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen und Ratsmitglied, haben die Anwohner sich gewandt. Tschiersch und Schopfer wissen, dass die Bäume sich nicht im städtischen Besitz befinden, sie fragen dennoch: „Darf man in Hameln trotzdem große alte Bäume fällen, wie man Lust hat?“

In der Diskussion um die Linden plädiert Ursula Wehrmann für den Erhalt, spricht sich jedoch ganz deutlich für eine einvernehmliche Lösung mit dem neuen und noch unbekannten Eigentümer aus. „Man kann den Besitzer ja nicht zwingen, rein rechtlich kann man da nichts fordern.“ Es sei auf die Sensibilität, die Kulanz des Käufers zu hoffen. „Es würde Sinn machen, sich an einen Tisch zu setzen und miteinander zu sprechen. Ich würde mich auch bereiterklären das zu moderieren“, erklärt Wehrmann. Auch die Anwohner seien zu solch einem Gespräch bereit, betont Tschiersch. Doch das Problem ist letztendlich in der Unbekanntheit des Käufers verwurzelt. „Die Immobiliengesellschaft will den Namen aus Datenschutzgründen natürlich nicht nennen“, so Wehrmann. Und auch die Anwohner wissen nicht, wer das Grundstück in ihren Reihen gekauft hat. Auch auf Nachfrage der Dewezet ergibt sich bei der zuständigen „Fischerhof Immobilien GmbH“ keine weitere Aussage.

Welche Möglichkeiten haben die Anwohner nun, um den Baumbestand zu erhalten? „Kurzfristige Möglichkeiten gibt es da nicht“, erklärt Bernd Mros, Leiter der Abteilung Umwelt der Stadt. Eine nachträgliche Aufnahme der Linden in den städtischen Besitz sei so nicht mehr machbar. Denn dadurch, dass der neue Eigentümer nicht nur das Grundstück, sondern auch den Grünstreifen, auf dem die Linden wachsen, gekauft hat, ist er der rechtmäßige Besitzer der Bäume. Diese Informationen bestätigen sowohl Mros als auch Wehrmann. Fischerhof Immobilien möchte dazu keine Stellungnahme abgeben.

Dass in einem der Bäume ein Falken-Paar nisten soll, wird laut Mros vielleicht einen der Bäume retten können. „Die Überprüfung läuft, es muss geschaut werden, ob die Tiere dort wirklich brüten oder sich lediglich dort aufhalten“, so Mros. Der Abteilungsleiter weist jedoch auch auf die Probleme des neuen Eigentümers hin. „Man kann dort eigentlich nicht bauen, ohne die Bäume zu fällen“, so Mros. Es sei zu schätzen: So weit, wie die Äste des Baumes auf das Grundstück reichen, so weit wachsen auch die Wurzeln. „Wird dort eine Betonplatte drübergelegt, faulen die Wurzeln ab“, erklärt Mros weiter. Bei einem Sturm könnten die Bäume dann an Halt verlieren und auf den Neubau stürzen. „Man muss auch bedenken: Die Bäume stehen an einem Weg, auch Anwohner könnten dann verletzt werden“, fürchtet Mros. Auch er hofft auf einen eventuellen Kompromiss: „Vielleicht kann das Haus so gesetzt werden, dass nicht alle Bäume gefällt werden müssen“, schlägt Mros vor. Allerdings sei das Grundstück recht klein, und der neue Besitzer müsste mit seinem Neubau dann nahe an die Straße heranrücken.



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