weather-image
22°

Unternehmer Irmin Burdekat hat am 11. September Entwürfe abgegeben / Stadt schweigt sich aus

Bar Celona – neue Pläne noch unter Verschluss

Hameln (ni). Die Oldenburger Celona-Gastro GmbH hat offenbar immer noch einen Fuß in der Tür zum Hamelner Hochzeitshaus. Zwar hieß es gestern vonseiten der Verwaltung offiziell, „wir warten darauf, dass sich der Investor wieder meldet“. Tatsächlich aber war Celona-Geschäftsführer Irmin Burdekat bereits am 11. September im Rathaus und hat die im Juli angekündigten Entwürfe für eine moderne „Bar Celona“ hinter der altehrwürdigen Fassade des städtischen Prachtbaus abgeliefert. Jetzt sitzt der Unternehmer „150 Kilometer Luftlinie von Hameln entfernt und kann nichts anders tun als warten“.

veröffentlicht am 19.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 13:21 Uhr

270_008_5835217_hm109_1909.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Burdekat ist bislang der einzige Interessent, der für die Wiederbelebung des seit fünf Jahren ungenutzten Hochzeitshauses eigenes Geld in die Hand nehmen will. Zwei Millionen Euro ist er bereit zu investieren, um in der Hinterlassenschaft des touristischen Pleite-Projektes Erlebniswelt Renaissance einen gastronomischen Betrieb zu etablieren. Dass er mit seinen ersten Vorschlägen – ein Glasvorbau oder als Alternative eine Öffnung der Fassade durch eine Vergrößerung der Fenster – nicht landen konnte, hat der erfolgreiche Unternehmer sportlich genommen und einen zweiten Anlauf angekündigt. Zwei von ihm beauftragte Architektenteams sollten sich der schwierigen Aufgabe annehmen, die strengen Auflagen des Denkmalschutzes mit dem Celona-Konzept zu versöhnen. Heißt: eine Lösung zu finden, wie es ohne Eingriffe in die Renaissance-Fassade des Hochzeitshauses gelingen könnte, den Blick von draußen in das Innere des Lokals zu ziehen und vor ihm komfortable Sitzplätze für Gäste anzubieten.

Burdekat hat im Rathaus mehrere Vorschläge abgegeben. Einige der Architektenzeichnungen findet zumindest er „sehr denkwürdig, weil sie hochwertiges Altes mit sehr hochwertigem Neuen verbinden“. Weitere Details gibt er nicht preis, ist aber überzeugt: „Da könnte etwas Spannendes entstehen.“ Und hofft nun, „dass es in Hameln Leute gibt, die den Mut haben, diese Entwürfe wenigstens einmal zu diskutieren“. Dass das Hochzeitshaus „ein ganz besonderes Gebäude ist“, ist Burdekat genauso bewusst wie die Tatsache, dass viele Hamelner äußerst empfindlich reagieren, wenn sie befürchten, dem Haus könnte Schaden zugefügt werden. Nur: Ganz ohne Veränderungen, ohne einen wie auch immer gearteten An- oder Vorbau sei das Gebäude für eine gastronomische Nutzung nach Celona-Maßstäben ungeeignet. „In einem Bunker“, so hatte es Burdekat einmal umschrieben, lasse sich das erfolgreiche Unternehmenskonzept nun mal nicht realisieren.

Bislang werden die von Burdekat eingereichten Vorschläge von der Stadt als geheime Verschlusssache behandelt. So geheim, dass noch nicht einmal die Politik die Entwürfe zu Gesicht bekommen hat. Wann die Pläne öffentlich werden, steht noch in den Sternen, zumal sie offiziell ja noch gar nicht vorliegen. Weshalb sich Hamelns Pressesprecher Thomas Wahmes auf die Frage zur Zukunft des Hochzeitshauses auch in Allgemeinplätze flüchtet: „Die Verwaltung arbeitet an einem Gesamtkonzept“ , sagt er. Der repräsentative Bürgersaal, wie er auf Initiative der FDP in Stadt und Kreis als Nutzungsidee ins Gespräch gebracht wurde, könnte ein Element in diesem Konzept sein. Für die Umsetzung stehe allerdings kein städtisches Geld zur Verfügung, „und es ist auch nicht zu erkennen, dass mittelfristig Geld dafür da wäre“. Vorangehen könne es mit dem Hochzeitshaus nur, „wenn ein Investor gefunden wird“. Mit einem Interessenten – den Namen Celona oder Burdekat nimmt Wahmes nicht in den Mund – sei die Stadt im Gespräch. „Doch ob es gelingt, unter Einbindung dieses Investors ein Gesamtkonzept zu entwickeln, muss man abwarten“.

¦olange bleibt das Hochzeitshaus voraussichtlich, was es seit fünf Jahren bereits ist: mal zugeschlossen, weil sich niemand dafür interessiert, die einstigen EWR-Etagen zu nutzen; mal geöffnet für Ausstellungen, die nicht unbedingt das Prädikat hochwertig verdienen. Die Stadt als Hausherrin hat es der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) übertragen, wenigstens kurzfristige Mieter für die Räume zu finden. Einen Nachfolger für die Ausstellung „Umweltschrei“, die zum Jahresende abgebaut wird, hat die HMT schon fest im Auge. Wenn die umweltfreundlich produzierten Jeans aus dem Hochzeitshaus verschwunden sind, soll Kunst einziehen. Mehr verrät HMT-Geschäftsführer Harald Wanger noch nicht.

Seit fünf Jahren ein Problemfall: das Hamelner Hochzeitshaus. Foto: Wal



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?