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Volksbank gibt Zweigstelle am Mertensplatz auf / Hypo Vereinsbank hat Hameln verlassen

Banken schließen Filialen

Hameln. Die Niedrigzinsphase fordert ihren Tribut. Vielerorts dünnen Kreditinstitute ihr Zweigstellennetz aus – jetzt ist auch Hameln davon betroffen. Während die Hypo Vereinsbank ihre Filiale am Pferdemarkt bereits aufgegeben hat, wird die Volksbank Hameln-Stadthagen am 31. Dezember ihre Geschäftsstelle am Mertensplatz schließen. „Wir legen diese Filiale mit der Hauptstelle zusammen, weil sie nur 500 Meter entfernt liegt und wir dort jetzt über genügend Parkplätze verfügen“, bestätigte gestern Heinz-Walter Wiedbrauck. Der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Hameln-Stadthagen betonte jedoch, dass an weitere Schließungen „im Moment“ nicht gedacht sei: „Wir haben immer darauf geachtet, kein überproportionales Geschäftsstellennetz zu haben.“ Allerdings merkte Wiedbrauck auch an, dass in den Zweigstellen kaum mehr Geld zu verdienen sei.

veröffentlicht am 12.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:22 Uhr

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Hans-Joachim-Weiß-Redakteur-Lokales-Hameln-Dewezet

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Deshalb will der Bank-Chef ein weiteres Ausdünnen des Filialnetzes auch nicht generell ausschließen. „Mit dem Passivgeschäft ist eine Seite unserer Hauptaktivität weggebrochen“, begründete er. Für Banken sei Geld auf dem freien Markt längst günstiger zu erhalten, als Institute für Verzinsungen von Kundeneinlagen bezahlen müssten. Wiedbrauck rechnet damit, dass die Niedrigzinsphase noch bis 2018 anhalten wird – „mindestens“, wie er betont.

Zwei der drei Mitarbeiter der Filiale am Mertensplatz werden in die Hauptstelle wechseln. „Damit die Kunden ihre Ansprechpartner behalten“, begründet Wiedbrauck. Eine Bankangestellte werde in die Zweigstelle Emmerthal wechseln. Wie der Volksbank-Chef betont, werde der Geldautomat am Reimerdeskamp erhalten bleiben.

Bei der Stadtsparkasse Hameln und der Sparkasse Weserbergland ist das Schließen von Geschäftsstellen aktuell kein Thema. „Das heißt aber nicht, dass wir unser Geschäftssystem nicht alle Jahre wieder auf den Prüfstand stellen. Das sind wir schon unseren Kundinnen und Kunden und natürlich unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schuldig“, sagt Bernhard Kruppki, Sprecher der Sparkasse Weserbergland. Da die Zahl der Online-Kunden stetig wachse, werde es zu einer Differenzierung zwischen reinen Servicezeiten und den Beratungszeiten kommen. Individuelle und persönliche Beratungskontakte sollen bei der Sparkasse Weserbergland deshalb ausgeweitet werden, sagt Kruppki. Der Sprecher räumt aber ein, dass Kostensteigerungen und Auswirkungen der Niedrigzinsphase bei allen Banken und Sparkassen zu spüren seien. Doch deshalb wolle die Sparkasse Weserbergland ihre Erreichbarkeit nicht über Bord werfen. „Das geänderte Kundenverhalten und die mediale Verfügbarkeit eröffnen Chancen für eine Erreichbarkeit rund um die Uhr. Ein Arbeitsteam wird entsprechende Ergebnisse liefern. Hier werden wir im ersten Halbjahr 2015 handeln“, kündigt Kruppki an.

Da immer weniger Kunden in die Filialen kommen, investiert die Hypo Vereinsbank 300 Millionen Euro in eine umfassende Modernisierung des Privatkundengeschäfts. „Wir sind gerade dabei, eine Multikanalbank aufzubauen“, sagt Unternehmenssprecherin Birgit Zabel. „Ziel sei es, bis Ende 2015 einen modernen Mix aus klassischen Filialen und alternativen Beratungs- und Servicewegen zu schaffen“, der sich am Kundenverhalten und der Nachfrage orientiere und dem technischen Fortschritt Rechnung trage. So sollen künftig Online-Video-Beratungen möglich sein. „Der Kunde behält seine bekannten Berater, kann die Kontakte aber von zu Hause aus pflegen“, beschreibt Zabel das Geschäftsmodell. Deshalb sei das Unternehmen gerade damit beschäftigt, Filialen zusammenzulegen und diese mit einem zeitgemäßen Design und modernster Technik auszustatten. „Von einst 580 Filialen werden 340 übrig bleiben“, sagt Zabel. Die Hamelner Geschäftsstelle am Pferdemarkt sei zum 1. Dezember mit der Filiale in Hannover zusammengelegt worden.

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