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Bezahlen beim Schaffner geht dennoch nicht

Bahn entschuldigt sich bei Kundin

HAMELN. Darf man das Ticket in der Bahn nachlösen oder nicht – gerde wenn der Automat kaputt ist? Diese Frage diskutierten Facebook-Nutzer nach dem Artikel über Claudia Schubert, die beim Schaffner bezahlen wollte, aber nicht durfte. Die Antwort lautet: In den Regionalbahnen der Deutschen Bahn ist das nicht vorgesehen. Aber warum eigentlich?

veröffentlicht am 09.08.2017 um 17:05 Uhr

Nach Ärger mit der Deutschen Bahn erhielt unsere Leserin nun eine Entschuldigung. Foto: dana
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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HAMELN. Darf man das Ticket in der Bahn nachlösen oder nicht? Diese Frage diskutierten Facebook-Nutzer nach dem Artikel über Claudia Schubert, die beim Schaffner bezahlen wollte, aber nicht durfte. Die Antwort lautet: In den Regionalbahnen der Deutschen Bahn ist das nicht vorgesehen. Die Schaffner sollen sich auf betriebliche Aufgaben konzentrieren und Ansprechpartner für die Reisenden zur Verfügung stehen, so die offizielle Erklärung der Presseabteilung der DB. Inoffiziell will man wohl auch vermeiden, dass zu viele Leute schwarzfahren, also erst ein Ticket lösen, wenn der Schaffner wirklich kommt.

Doch was tun, wenn der Automat kaputt ist und sich an der „Notruf-Säule“ kein Mitarbeiter der Bahn meldet? So war es Claudia Schubert ergangen. Sie hätte gar nicht einsteigen dürfen, erklärt die Bahn, und so ist es auch auf der Website nachzulesen.

Schubert, die nur selten Bahn fährt und einen dringenden Termin hatte, war das nicht bewusst. „Ich bin direkt zum Schaffner gegangen, um zu bezahlen.“ Der nahm nur den Vorgang jedoch auf und leitete ihn weiter zur „Fahrpreisnacherhebungsstelle“.

Was folgte, war eine bürokratische Odyssee, Schuberts Nerven lagen blank (wir berichteten). Die Dewezet hakte nach, und inzwischen hat die Hamelnerin ein Antwortschreiben von der Bahn bekommen. Das Unternehmen entschuldigt sich darin für die Unannehmlichkeiten, erlässt ihr Mahnkosten für Rechnungen, die Schubert nach eigener Aussage nicht bekommen hat, „da der Nichterhalt nicht auszuschließen“ sei. Die DB bittet auch um Verständnis dafür, dass von Reisenden vorgebrachte Störungen der Automaten (der Automat war tatsächlich defekt) nicht sofort überprüft werden könnten. „Solche Verfahrensweisen könnten ungeahnte Auswirkungen auf den Fahrplan haben“, heißt es. Deshalb werde der Sachverhalt gesondert geprüft.

Dass es auch anders geht, zeigt die Vorgehensweise der Nordwestbahn im selben Fall. Dort werden die Bahnmitarbeiter im Zug automatisch benachrichtigt, wenn ein Automat defekt ist. Wenn der Fahrgast direkt nach dem Einsteigen den Schaffner aufsucht und ihn bittet nachlösen zu dürfen, sei das problemlos möglich, erklärt ein Pressesprecher. Nur wenn der Schaffner noch keine Meldung erhalten habe, nehme er die Angelegenheit auf und lasse überprüfen, ob der Automat kaputt ist.

Die Deutsche Bahn rät, sich die Automatennummer zu merken oder ein Handyfoto von dem kaputten Automaten zu machen. „Das setzt wie selbstverständlich den Besitz eines Smartphones durch den Kunden voraus und nimmt ihn in die Verpflichtung, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Bahn zu werden“, kritisiert ein Kunde den Ratschlag auf der Website.



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