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1000 junge Leute wandern nach Tündern – begleitet von 40 Polizeibeamten

Bässe, Bier und Bollerwagen

HAMELN/TÜNDERN. Es ist schon lange nicht mehr nur ein einfacher Feiertag: An Christi Himmelfahrt wird unter der Überschrift „Vatertag“ draußen gefeiert und getrunken. Für viele junge Leute ist es Anlass, zusammenzukommen: bei der Vatertagswanderung.

veröffentlicht am 30.05.2019 um 18:47 Uhr

Gutes Miteinander: Polizei-Einsatzleiter Mirko Titze (hinten rechts) und sein Kollege Klaus Hartmann und feiernde Partygäste auf dem alten Sportplatz in Tündern. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Einige ziehen in kleinen Grüppchen mit Bollerwagen in den Wald. Anderen ist das noch nicht genug. Für sie ist es schon Tradition, in einer großen Gruppe loszuziehen. 1000 junge Erwachsene und Jugendliche wanderten so am Donnerstag zum alten Sportplatz in Tündern. Begleitet von Einsatzkräften der Polizei und der Stadt Hameln.

Kurz nach 10.30 Uhr am Zehnthof. Die ersten Wanderer treffen ein. Autos halten vor dem Amtsgericht, Eltern bringen ihren Nachwuchs zu einem der Treffpunkte. Aus Mittelklassewagen werden Bollerwagen entladen. Mütter helfen am Vatertag beim Verstauen von Getränken.

Nicht immer ist es Limonade, was die Teilnehmer in Rucksäcken bei sich haben. Am Zentralen Omnibusbahnhof umarmen sich Freunde zur Begrüßung. Gut möglich, dass einige von ihnen im Laufe des Tages von kräftigen Armen gestützt werden müssen. Denn nicht alle werden nüchtern am Ziel ankommen.

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Junge Leute wandern auf dem Weserradweg. Foto: fn

Jannik – in der rechten Hand trägt er ein 5-Liter-Bier-Partyfass – ist zum fünften Mal dabei, wie er sagt. Auch den Weg zurück will er später noch laufen. „Es ist schon cooler, wenn man mit so vielen Leuten wandert, als wenn man alleine unterwegs ist“, finden Maik und Patryk aus Bad Münder. Sie sind zur Wanderung mit der Bahn angereist. Die Männer – beide knapp über 20 Jahre alt – schieben zu Minibars umgebaute Rollatoren vor sich her. Aus angebauten Flaschenhaltern fließt Hochprozentiges. Acht Stunden Handarbeit stecken in jedem der außergewöhnlichen Fahrzeuge, erzählen sie.

Wummernde Bässe aus den Lautsprechern auf Bollerwagen beschallen das Gebiet entlang der Weser großräumig. Ab und zu verschwinden Teilnehmer in einem der Gebüsche, Blasen müssen entleert werden. Inmitten einer größeren Gruppe versucht ein älteres Paar, der Menge schnell zu entkommen. Sie seien auf Pilgerwanderung, sagen die mit Nordic-Walking-Stöcken ausgerüsteten Senioren. Zeit für ein kurzes Gespräch haben sie nicht.

Nicht alles, was den jungen Leute Spaß macht, ist erlaubt. Etwa die Mitnahme von Glasflaschen – aus Sicherheitsgründen. Kein Wunder also, dass hin und wieder eine Pulle Sekt im tiefen Gras verschwindet. Das kommt vor. Meist dann, wenn plötzlich Einsatzkräfte der Bereitschaftspolizei auftauchen.

Am Nachmittag sieht es am Weserufer bei Tündern aus, als wolle die jugendliche Pilgerschar den Sportplatz regelrecht belagern. Um sie herum beobachten die fast 40 eingesetzten Polizeieinsatzkräfte das Geschehen. Nicht ohne Grund. Wie Einsatzleiter Mirko Titze am Abend mitteilt, mussten fünf alkoholisierte Jugendliche von ihren Eltern abgeholt werden. Ein 16 Jahre altes Mädchen und ein 15-jähriger Junge wurden mit Rettungswagen in eine Klinik gefahren, so der Hauptkommissar. Auch sie sollen stark betrunken gewesen sein.

Pech für einen 21-jährigen Mann: Beamte fanden bei ihm Drogen. Nach Polizeiangaben sei es auch zu Schlägereien gekommen. Die Beamten ermitteln wegen „wechselseitiger Körperverletzungen“gegen drei Personen. Ein 17-Jähriger schreckte nicht davor zurück, trotz der starken Polizeipräsenz, eine Beule in einen Dienstwagen zu treten. Die Polizei nahm einen 21-Jährigen in Gewahrsam. Der Mann kam einem ausgesprochenen Platzverweis nicht nach. Er soll in einer Zelle ausnüchtern, hieß es von der Polizei.



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