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Kind hatte sich Schlüssel geschnappt

Baby allein im Auto - Feuerwehr knackt Pkw

veröffentlicht am 04.08.2015 um 11:36 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:29 Uhr

Volle Konzentration: Olaf Kutzner angelt nach dem Autoschlüssel

Hameln (fn). Sie haben einen extrem harten Job. Doch Feuerwehrleute können bei ihrer Arbeit auch ganz weiche Züge zeigen. Wie jetzt bei einem Einsatz in der Hamelner Nordstadt, als es gilt, ein Baby aus einem verschlossenen Auto zu holen – und dabei zwischendurch noch mit Späßchen zu beruhigen und abzulenken. Da sind sie routinierte Retter und lustige Entertainer in einer Person.
Der Fahrzeugschlüssel liegt ebenso wie ein Wohnungsschlüssel im abgeschlossenen Wagen. Den hatte der Säugling offenbar stibitzt, ohne dass seine Mutter davon etwas bemerkte. Wie die Tür verriegelt werden konnte, ist unklar. Ein klassischer Fall für die Retter der Feuerwehr. Deren erster Blick gilt dem Steppke auf dem Beifahrersitz. Der sitzt vollkommen gelassen im Kindersitz, freut sich, als Olaf Kutzner sein Gesicht zu einer freundlichen Grimasse verzieht und mit ihm schäkert. Aufatmen bei den Männern in Blau – dem Kind geht es gut.
Der Versuch, die Wohnungstür ohne Beschädigungen zu öffnen, um einen Zweitschlüssel holen können, scheitert. Jetzt macht sich Kutzners Berufsausbildung bezahlt. Der Oberbrandmeister ist nämlich gelernter Landmaschinenmechaniker, kennt sich bestens mit Metall und Fahrzeugen aus, kann tüfteln, weiß sich zu helfen. Kutzner probiert es zunächst mit der klassischen Variante, will mit einem Draht an den Türgriff gelangen. Das gelingt, doch die Türen lassen sich nicht öffnen. Allerdings hat das glänzende Metall mittlerweile das Interesse des kleinen Jungen geweckt – er greift danach, freut sich diebisch über das neue Spielzeug.
Jetzt versucht der Oberbrandmeister, mit dem gebogenen Draht an den auf dem Armaturenbrett liegenden Schlüsselbund zu gelangen. Mit Erfolg: Schnell hängt der Bund am Haken, wird durch einen Türspalt aus dem Wagen gezogen. Die Mutter des Säuglings kommt wenig später mit einem Autoschlüssel zurück. Doch der passt nicht. Gut, dass der Junge noch seelenruhig sitzen bleibt.
Jetzt entdecken die Feuerwehrleute den Autoschlüssel. Der liegt neben dem Kindersitz. Ab und zu greift das Kind danach. Jan Loges und Bodo Kauert, Kutzners Kollegen, lenken den kleinen Fratz ab, machen Faxen, stecken einen zweiten Draht durch den Türspalt, schwenken mit einer Taschenlampe. Millimeter für Millimeter schiebt der Feuerwehrmann den Draht vor. Die Konzentration des Feuerwehrmannes ist in seinem Gesicht abzulesen. Dann ist Olaf Kutzner kurz davor, den Schlüssel aufzunehmen. „Nein, nicht. Lass das!“ Pech für die Retter – das Baby hat den Autoschlüssel verschoben. Viel fehlt nicht mehr und der Schüssel rutscht unter den Beifahrersitz – dann wäre er für den Metallstab unerreichbar. Doch wenig später können Mutter und Einsatzkräfte aufatmen: Der Schlüssel baumelt am Draht. Überglücklich holt die Mutter ihren Sohn aus dem Auto, nimmt ihn in den Arm. Kauert, Loges und Kutzner packen ihr Werkzeug ein – wie nach jedem Einsatz. Doch nicht bei jedem ziehen sie Grimassen.



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