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Modellladen an der Emmernstraße von Renate Pfisterer schließt

Ausverkauf für Mini-Flitzer

HAMELN. Mit Spielzeugen haben die ausgefeilten Modellautos kaum etwas zu tun: Unter der Haube ist ein detailgetreues Motoren-Modell verbaut und allein jeder Scheinwerfer eines Miniatur-Ferraris besteht schon aus fünf Teilen. Seit fast 39 Jahren verkaufen Renate und Klaus Pfisterer in ihrem kleinen Geschäft an der Emmernstraße Modelle und Geschenkartikel, am 30. September ist damit aber Schluss – dann schließt der Laden.

veröffentlicht am 11.09.2017 um 15:46 Uhr
aktualisiert am 11.09.2017 um 18:00 Uhr

Nach 39 Jahren schließt Renate Pfisterer ihr Geschäft. Im Angebot hatten Sie stets seltene und ausgefallene Modelle. Foto:jsp
Jens Spickermann

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Schlecht gelaufen sei der Verkauf nicht, sagt Renate Pfisterer. Nur weil sie in den Ruhestand gehe und niemand den Laden übernehmen wolle, werde sie dauerhaft schließen.

Fast schon anachronistisch wirkt das kleine Geschäft verglichen mit den großen Kaufhäusern, die ähnliche Artikel anbieten. Doch die Stammkunden aus ganz Deutschland hätten das Geschäft stets rentabel gemacht, erzählen die Pfisterers. Ganz klein fingen sie damals an: Sein eigenes Hobby – das Sammeln von Märklin-Eisenbahnen – gab vor 39 Jahren den Ausschlag ein eigenes Geschäft zu eröffnen. Anfangs mussten die Kunden noch am Hinterhaus klingeln, wo Pfisterer nach Feierabend ausschließlich gebrauchte Eisenbahnen verkaufte, denn den heutigen Verkaufsraum gab es damals so noch nicht. Zwar hatte der Laden nach vier Jahren endlich ein Schaufenster, sonst hätten die großen Hersteller keine Produkte geliefert. Doch auch in den folgenden Jahren wurde das Geschäft nie wirklich groß. „Wir haben uns auf Modelle spezialisiert, die man nicht überall bekommen kann“, erklärt Renate Pfisterer ihr Erfolgsrezept. Für ihre Kunden ist sie auch mal zu ungewöhnlichen Zeiten im Laden, etwa wenn ein Modellsammler auf der Durchreise nach einer Urlaubsfahrt kurz vorbeikommen möchte, um seine Bestellung abzuholen.

Doch wer ist überhaupt bereit, bis zu 500 Euro für Modelle auszugeben, die andere nur für Spielzeug halten? Sie kenne beispielsweise Feuerwehrleute, die alles sammeln, was mit der Feuerwehr zu tun hat. Besonders gefragt seien auch Modelle des ersten eigenen Autos, manche würden aber auch zum Beispiel alles von Volkswagen kaufen. Andere Kunden würden ins Geschäft kommen und fragen: „Mein Mann ist Polizist, haben Sie etwas, das mit der Polizei zu tun hat?“ Für so einen Fall hätte sie natürlich etwas passendes, erzählt Pfisterer. Zum Beispiel eine handgefertigte „Polizeikuh“.

Der enge Kontakt zu den Stammkunden und hochwertige und seltene Produkte haben wohl dazu beigetragen, dass das kleine Geschäft fast vier Jahrzehnte durchgehalten hat. Weil sie regelmäßig Messen für neue Geschenkartikel besuche, sagt Renate Pfisterer, finde sie immer wieder ausgefallene Produkte, die bei der Kundschaft gut ankommen. Möglichst viel von ihrem Bestand hofft sie noch vor Ende des Monats zu verkaufen, bevor der Laden schließt. Den Verkaufsraum würden die Pfisterers gerne an einen Händler vermieten, sind dabei aber etwas wählerisch: „Bloß nichts, was es schon überall gibt“, sagt Klaus Pfisterer. Es müsse schon ein besonderes Geschäft und kein Handyladen sein.

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