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Zu viele Fragezeichen im Fall Snell: Vorsitzender Arnold gerät zunehmend in die Kritik

Austritte – im Museumsverein rumort es

Hameln (ni). Der Versuch, sich möglichst geräuschlos einer in Ungnade gefallenen Mitarbeiterin zu entledigen, ging daneben. Während sich Stadt und Vorstand des Museumsvereins zum „Fall Snell“ weiterhin in Schweigen hüllen, beginnt es an der Vereinsbasis zu rumoren. Mehrere Mitglieder haben inzwischen ihren Austritt aus dem Traditionsverein erklärt.

veröffentlicht am 22.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 17:21 Uhr

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Jobst Lohmann ist einer von ihnen. Die Mitte Juni von der Stadt per Pressemitteilung verbreitete Version, Dr. Gesa Snell trete zum 1. Juli ein „Sabbatjahr“ an, erschien dem langjährigen Mitglied des Museumsvereins von Anfang an suspekt. So kurzfristig und lapidar über den doch „merkwürdigen Umstand“ zu informieren, dass sich die Leiterin des Museums kurz nach der Eröffnung des Hauses eine Auszeit von „immerhin doch einem Jahr“ nehmen wolle, war für Lohmann nicht glaubwürdig. Vielmehr lag für ihn „der Verdacht auf ein nicht ganz freiwilliges Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis“ auf der Hand. Und ganz offensichtlich sei sowohl der Stadt als auch dem Vorstand des Museumsvereins daran gelegen gewesen, „etwaigen Vermutungen und Diskussionen über die näheren Umstände von vornherein den Boden zu entziehen“.

Wenn der Ex-Museumsleiterin von Dezernentin Gaby Willamowius mangelnde soziale Kompetenz im Umgang mit Mitarbeiten vorgeworfen werde, so Lohmann, müsse man sich umgekehrt auch fragen, „ob diese Mitarbeiter möglicherweise mit der ungewohnt leistungsorientierten Arbeitsweise“ von Dr. Gesa Snell nicht klargekommen seien. Erschwerend komme hinzu, dass eine harmonische Zusammenarbeit mit zugewiesenen Mitarbeitern, auf deren Auswahl die Leiterin des Museums keinen Einfluss hatte, „nicht immer als gegeben vorausgesetzt werden kann“ (siehe auch Leserbrief auf Seite 14). Snell, sagt Lohmann, „hätte es wegen ihres unbändigen Fleißes, ihrer Kompetenz und ihrer Hingabe“ an die ihr gestellten Aufgaben verdient, öffentlich gewürdigt zu werden. In Anbetracht ihrer Leistungen und ihrer großen Verdienste um das neue Museum empfinde er das Verhalten der Stadt „wie auch das des Vorsitzenden des Museumsvereins als stil- und würdelos“. Dass Stadt und Klaus Arnold nicht nur gemeinsam, sondern auch ohne ein Wort des Bedauerns Snell den Stuhl vor die Tür gesetzt haben und dass sich beide hinter leeren Floskeln verschanzen, statt die Gründe für Snells Demontage beim Namen zu nennen, öffne Spekulationen Tür und Tor. Lohmann möchte mit diesem undurchsichtigen Spiel nichts zu tun haben. Er hat die Konsequenzen gezogen und ist aus dem Verein ausgetreten.

Genauso wie Heinrich Fockenbrock. Der Vorsitzende der FDP-Kreistagsfraktion war als Vorstandsmitglied der Emmy-Stallmann-Stiftung in den Museumsverein eingetreten. Die Stiftung fördert unter anderem das Hamelner Museum. Jetzt hat Fockenbrock seine Mitgliedschaft gekündigt, weil er „mit dem Verhalten der Stadt und des Museumsvereins-Vorstandes gegenüber Frau Dr. Snell nicht einverstanden“ ist. Für den Liberalen war dieser Schritt „auch ein Zeichen der Solidarität“ mit der langjährigen Leiterin des Hamelner Museums.

Dr. Rolf Holler ist zwar noch Mitglied des Museumsvereins, aber auf seinen Vorstand trotzdem nicht gut zu sprechen. Die „Verschleierungstaktik“, die die Hauptakteure in der Affäre Snell anwenden, der Maulkorb, der der Beamtin in Diensten der Stadt verpasst wurde – „das macht mich um so neugieriger auf das, was eigentlich dahintersteckt“, sagt Holler. Er habe Dr. Gesa Snell „als sehr fleißiges und der Sache zugeneigtes Arbeitstier“ kennengelernt und könne überhaupt nicht nachvollziehen, „warum man sie plötzlich kaltstellt, statt ihre Leistung zu honorieren“. Vor allem die Beweggründe des Vereinsvorstandes, gemeinsame Sache mit der Stadt zu machen, interessieren Holler in diesem Zusammenhang: „Ich erwarte, dass er sich gegenüber uns Mitgliedern erklärt und Rechenschaft ablegt über sein Verhalten.“

Wie es scheint, ein Bild aus besseren Zeiten: Bei der Eröffnung des neuen Museums überreicht Klaus Arnold Museumsleiterin Dr. Gesa Snell noch einen Blumenstrauß.

Foto: Wal

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