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„Oma und Opa waren auch mal jung“

Ausstellung zeichnet Lebenswege nach

Hameln. „Wenn ich die Augen zumache, denke ich, dass ich 20 Jahre alt bin“,sagt Manfred Feilke. Der Senior steht Hand in Hand mit seiner Ehefrau Christa vor einer Tafel mit Fotografien. Eine zeigt den 85-Jährigen als jungen Mann. Auch vor anderen Fotowänden in den Gängen der Julius Tönebön Stiftung stehen Gruppen, die lachen, staunen und Fragen stellen.

veröffentlicht am 29.05.2016 um 20:14 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

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Autor:

Barbara Jahn-Deterding
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„All diese Bilder zeigen, dass Opa und Oma auch einmal jung waren“, erklärt Hagen Wolf. Die Idee zu der Ausstellung sei ihm gekommen, „als mir bewusst wurde, dass meine eigenen Kinder ihre Großeltern nur als Großeltern wahrnehmen. Sie haben gar nicht realisiert, dass sie auch einmal jung und voller Pläne, Hoffnung und Wünsche waren“, fährt der Geschäftsführer von radio aktiv fort. Als er mit dem Wunsch, eine solche Ausstellung mit den Bewohnern des Seniorenheims vorzubereiten, zu Regine Latzko gekommen sei, habe sie zwar skeptisch geschaut, ihn dann aber unterstützt. Die Vorsitzende der Julius Stiftung freut sich darüber, „dass aus anfänglich sieben 21 Senioren geworden sind, die sich bereit erklärten, uns an ihrem Leben teilnehmen zu lassen“, sagt sie. „Die Fotografien sprechen eine deutliche Sprache. Sie zeigen, dass trotz Sorgen und Nöten, dass Leben auch schön und spannend sein kann“, sagt Claudio Griese, Hamelns Oberbürgermeister und Schirmherr der Ausstellung .

Nicht nur ihre Fotoalben haben die Senioren geöffnet, auch an einem Kurzfilm von Mathias Lindner haben sie mitgewirkt. Dort erzählen sie von Kindheit und Jugend, Sehnsüchten und Entbehrung, von ihrer Flucht nach dem Zweiten Weltkrieg und dem neuen Zuhause.

Wolf wünscht sich, dass Junge und Alte erkennen, dass sie einander recht ähnlich sind. Die 91-jährige Ingeborg Wittkopp ist heute noch für einen flotten Spruch zu haben. „Ich habe es nicht glauben können, dass Sie mir erlaubt haben, die Ausstellung mit ihrer Antwort auf meine Frage, worauf es im Alter ankomme, zu eröffnen“, meint Wolf zu ihr. „Wieso“, sagt Ingeborg Wittkopp: „Es stimmt doch, wenn ich sage, Hauptsache oben klar und unten dicht.“

Die Ausstellung, in Kooperation mit dem Landschaftsverband Hameln-Pyrmont, ist bis zum 3. September zu sehen.

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