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Ausstellung eröffnet: Gewaltige Rückblende auf AKW-Protest

HAMELN. „Wir waren uns sehr ähnlich geworden“, schreibt eine Zeitzeugin über die Situation zwischen den Demonstranten und der Polizei in Grohnde im März 1977. Zusammen mit vielen anderen Erfahrungsberichten und beeindruckenden Schwarzweiß-Aufnahmen hängt er an gelben Stellwänden im Hamelner Münster. Die Ausstellung, die am Freitag eröffnet wurde, blendet zurück auf die Zeit vor fast genau 40 Jahren. Viele Mitstreiter von damals sind gekommen, grauhaarig inzwischen fast alle.

Wer die Ausstellung 40 Jahre „Schlacht um Grohnde“ im Hamelner Münster besuchen möchte, sollte ein wenig Zeit mitbringen: An den Stellwänden warten Erfahrungsberichte von Beteiligten, unter anderem auch Polizisten und gewaltbereiten Zeitzeugen, die s
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Sie sitzen gemeinsam mit den Gegnern von einst auf den Kirchenbänken. Die Zeiten haben sich geändert. „Wir haben das Thema polizeiintern nachbereitet“, sagt Hamelns Polizeichef Ralf Leopold, „das ist ein wichtiges Stück Demokratiegeschichte. Heute, ist er überzeugt, wird die Polizei in der Bevölkerung anders wahrgenommen, damals war sie Durchsetzungsorgan des Staates.“

Geändert hat sich auch die Haltung von Kirche: Zwar gebe es auch heute Menschen, die meinen, eine solche Ausstellung gehöre nicht in die Kirche, sagt Pastorin Friedrike Grote, doch sie positioniert sich klar: „Die Landeskirche ist gegen die Nutzung von Atomenergie und für die Wahrung der Schöpfung.“ Somit sei die Ausstellung im Münster willkommen.

Landrat Tjark Bartels spricht im Zusammenhang mit Grohnde auch von einer langen Geschichte des Scheiterns, weil es „kein Dialog auf Augenhöhe war. Der Staat war enormen arrogant, er hat den Menschen nicht zugehört.“

Peter Dickel von der Regionalkonferenz, die die Ausstellung initiiert hat, spricht unter anderem darüber, wie wichtig diese harten Auseinandersetzungen der 70er für eine neue Balance der Zivilgesellschaft gewesen seien. Doch er fragt auch, warum Themen dieser Zeit heute so wenig thematisiert werden, zum Beispiel in der Schule. „Bei der Aufarbeitung des Unrechts in der DDR und der Entwicklung der BRD gibt es ein Missverhältnis“.

Als der Hauptakteur der Ausstellung, Historiker Bernhard Gelderblom, sagt, dass diese vor allem eine Hommage an die heimischen Gruppen und ihr Durchhaltevermögen sei, brandet Applaus auf. Er stellt das Geschehen von 1977, dass der damalige Ministerpräsident Ernst Albrecht als „Umsturzversuch“ wertete, in einen zeitlichen Kontext. „Es war die Zeit scharfer Konflikte, hochgehender Emotionen und der Knotenpunkt vieler Bewegungen.“ Von den Besuchern ist viel Lob zu hören, längst Vergangenes kommt wieder hoch. „Manches hatte ich total vergessen, zum Beispiel, dass wir das Münster besetzt hatten, sagt Karsten Holexa, Mitstreiter von einst.

Am Samstag, 15 Uhr, Empfang mit Kaffee und Kuchen in der Sumpfblume, danach Talkrunden, Filme, Führungen und Musik aus jenen Tagen.

Sonntag, 10 Uhr, Gottesdienst im Münster, mit den Pastoren Thomas Risel und Eckhard Bretzke sowie Wolf Adler, Umweltbeauftragter der Landeskirche.

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