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Esther Bejarano berichtet über die NS-Zeit – Anlass ist der Bückeberg

Auschwitz-Überlebende spricht in der Sumpfblume

HAMELN. Der Widerstand, der sich gegen die Pläne für eine Dokumentationsstätte zu den Reichserntedankefesten am Bückeberg in öffentlichen Diskussionen und politisch regt, ist groß. Um die Debatte „aktiv zu begleiten“, laden das Bündnis „Bunt statt braun“ sowie die heimischen Bundestagsabgeordneten Jutta Krellmann (Die Linke) und Johannes Schraps (SPD) am Donnerstag, 1. März, zu einer Veranstaltung in die Sumpfblume ein. Dort wird die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano (92) einen Vortrag halten und anschließend mit der Kölner Rap-Gruppe Microphone Mafia ein Konzert geben.

veröffentlicht am 26.02.2018 um 17:10 Uhr
aktualisiert am 26.02.2018 um 20:20 Uhr

Esther Bejarano, 92, berichtet am Donnerstag über ihre Verfolgung im Nationalsozialismus. Anschließend macht sie gemeinsam mit der Rap-Gruppe Microphone Mafia Musik. Foto: Hartmut Schneider/pr
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Es soll an diesem Abend darum gehen, weshalb es wichtig ist, die Erinnerung an den Nationalsozialismus, an seine Entstehung und an seine Verbrechen, aufrechtzuerhalten. „Wir benötigen einen Ort, an dem wir an die grausame Vergangenheit erinnert werden, um niemals zu vergessen und unsere Lehren daraus zu ziehen“, heißt es in einem Flyer von Jutta Krellmann. „Erinnerungsarbeit muss mit Leben erfüllt werden.“ Vor allem für junge Menschen müsse „dieses dunkle Kapitel der Vergangenheit nachvollziehbar“ gemacht werden.

Die Zeitzeugen werden immer weniger. Doch es gibt sie noch. Auch im Landkreis Hameln-Pyrmont. Erst am vergangenen Freitag hatte der Hamelner Sinto Horst Rosenberg beim Fachforum „Erinnerungskultur Bückeberg“ daran erinnert. Er zitierte aus Berichten von Hamelner Sinti über ihre Verfolgung in der NS-Zeit. Für sie, aber auch für die späteren Generationen in der Region habe sich der Bückeberg als „Hitler-Berg“ ins Gedächtnis eingebrannt (wir berichteten).

„Mit Esther Bejarano haben wir die Chance, eine Zeitzeugin zu hören, die von der Geschichte berichten kann“, heißt es im Pressetext der Veranstalter. „Sie ist eine der wenigen noch lebenden Mitglieder des Auschwitz-Mädchenorchesters und kämpft seit 30 Jahren gegen das Vergessen.“ Bei dem Orchester handelte es sich um ein Häftlingsorchester im KZ Auschwitz-Birkenau. Ihm gehörte auch Anita Lasker-Wallfisch an, die Anfang des Jahres im Bundestag zum Thema Antisemitismus sprach.

Esther Bejarano spielt jüdische und antifaschistische Lieder. 2009 veröffentlichte sie gemeinsam mit ihren Kindern Edna und Joram Bejarano sowie mit der altgedienten Rap-Gruppe Microphone Mafia das Album „Per La Vita“ (Für das Leben). An diesem Abend in der Sumpfblume berichtet sie als Zeitzeugin und Überlebende der NS-Verbrechen zunächst über diese Zeit, bevor sie zusammen mit der Microphone Mafia als Musikerin auf der Bühne stehen wird.

Unterstützt wird die Veranstaltung unter anderem von Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese, Landrat Tjark Bartels, der Evangelischen Jugend, der IG Metall, den heimischen Landtagsabgeordneten, den Kreisverbänden von Die Linke, SPD, Grünen und Piratenpartei, Radio Aktiv, der Jüdischen Kultusgemeinde Hameln-Pyrmont, Superintendent Philipp Meyer, Radio Aktib und der Sumpfblume.

Beginn der Veranstaltung ist um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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