weather-image
×

Aus kantig und ungehobelt wird glatt und schön

veröffentlicht am 15.07.2010 um 10:37 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Von Jobst Christian Höche
und Sarah Seitz

Hameln. Lange wurde diskutiert: Pflaster oder nicht? Und wenn, dann alte oder neue Steine? Jetzt liegen die ersten Quadratmeter des neuen Bodenbelages für die Hamelner Fußgängerzone – und die Passanten sind geteilter Meinung.
 „Ich finde das neue Pflaster wunderschön. Endlich keine Stolperkanten mehr, sondern eine ebene Fläche“, sagt eine Rentnerin im Vorbeieilen. Ähnlich sieht das auch der verantwortliche Landschaftsarchitekt Roland Schröder, der den frisch gepflasterten Bereich hinter der Marktkirche genau unter die Lupe nimmt: „Die Pflasterer haben in diesem Teilstück der Fußgängerzone eine sehr gute Arbeit abgeliefert. Ein paar Kleinigkeiten müssen aber noch nachgebessert werden.“ Die Fehler bestehen hauptsächlich aus zu engen Fugen an einigen wenigen Stellen im Verband. Dies könne dazu führen, dass bei hohem Druck, zum Beispiel durch ein Lieferfahrzeug, zwei Steine aneinandergedrückt würden und teilweise wegplatzen könnten. Damit das Pflaster die nächsten Jahrzehnte unbeschadet übersteht, müssen hier und da noch einzelne Steine umgesetzt werden, die Roland Schröder mit Kreide markiert.
 Das Besondere an der neuen Pflasterung sei die Oberfläche der Steine, sagt Roland Schröder. Die kleinen Granitquader werden hierfür zunächst abgesägt. Der Stein wird bei diesem Vorgang an der Schnittkante weiß. Mit einer heißen Flamme wird diese Seite des Würfels dann erhitzt, bis eine hauchdünne Schicht abplatzt und die Originalfarbe des Steines wieder zum Vorschein kommt.
 „Der Passeverband – also das Muster – in dem die Steine liegen, ergibt ein ruhiges Gesamtbild und fügt sich gut in die Umgebung ein“, sagt der Architekt aus Bremen. „Die Steinsetzer haben gutes Augenmaß bewiesen.“ Weniger aus fachlicher, sondern aus rein praktischer Sicht schaut sich auch Gerda Peuker den neuen Untergrund hinter dem Hochzeitshaus an. „Ich finde das neue Pflaster sehr gut.“ Mit ihrem Rollator komme sie nun zumindest hier ohne Probleme vorwärts. Heinrich Horling aus Hessisch Oldendorf gefällt das neue Pflaster, obwohl ihn die alten Steine auch nicht gestört haben. Er hält die gesamte Neugestaltung der Fußgängerzone für fragwürdig, räumt aber ein, dass die neue Fläche besser zur Architektur der Altstadt passe. „Mit Pfennigabsätzen haben Frauen auf dem neuen Pflaster aber auch keine Chance“, sagt der Rentner. Das Laufen auf dem neuen Untergrund fiele aber deutlich leichter.
 Inge Surmin hat extra den Weg hinter der Kirche gewählt, um sich das neu verlegte Pflaster genau anzuschauen. „Granit ist Stein für die Ewigkeit“, sagt die Hamelnerin. „Eine sehr gute Entscheidung mit dem Muster“, fasst sie ihren Eindruck der ersten Meter der neuen Fußgängerzone zusammen. Zwar hätte man das Geld auch anderweitig investieren können, aber mit dem neuen Bodenbelag entstehe eine beruhigende Optik mit hohem Laufkomfort. Auch Wolfgang Pradler aus Salzhemmendorf schließt sich dieser Meinung an. „Der Boden ist nun deutlich schöner als vorher. Außerdem lässt es sich nun besser darauf laufen.“
 Ein anderer Passant sieht die Zukunft des gerade fertiggestellten Weges weniger rosig: „Die sind bestimmt nach zwei bis drei Jahren durch den Regen wieder hin. Außerdem sehen die jetzt schon benutzt und alt aus. Außerdem zu teuer.“ Auch Paul Schwarz vertritt eigentlich den Standpunkt: „Wer kein Geld hat, sollte auch keins ausgeben.“ Dies müsse auch für die Stadt Hameln gelten. Trotzdem findet er das neue Pflaster toll. „Vor allem das Muster gefällt mir, obwohl das Ganze schon recht teuer war.“
 Auch Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann hat die neu verlegten Steine bereits in Augenschein genommen. „Die Farbe der Steine wird noch etwas nachdunkeln, ansonsten finde ich den Bereich sehr schön.“ Es sei außerdem bewundernswert, mit welcher Geschwindigkeit die Pflasterer zueinander passende Steine aus den Haufen zusammensammeln, um diese dann einzusetzen. Das Pflaster sei sehr gut begehbar.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt