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Traditionsunternehmen an Schweizer verkauft / Hamelner Standort wird dichtgemacht

Aus für Vogeley – 110 Jobs weg

veröffentlicht am 07.12.2012 um 18:42 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:33 Uhr

Traditionsunternehmen an Schweizer verkauft / Hamelner Standort wird dichtgemacht

Hameln (TT). Das Traditionsunternehmen Vogeley ist am Ende: Die Firma ist an den Schweizer Lebensmittelkonzern Hügli AG verkauft worden. Der Standort Hameln wird dichtgemacht, die hiesige Produktion geschlossen – in Hameln verlieren 110 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Hügli übernimmt die Markenrechte, die Rezepturen sowie den Kundenstamm von Vogeley. Die Produktion von Pudding, Crème, Mousse, Saucen, Bouillons und Würzmitteln wird innerhalb des nächsten halben Jahres in das Hügli-Werk in Radolfzell am Bodensee verlagert. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Erst Anfang des Jahres waren drei Fondsgesellschaften unter Führung der Schweizer Patrimonium zu 70 Prozent in das hoch verschuldete Unternehmen Vogeley eingestiegen. Die Fondsgesellschaften, die davor der Familie Vogeley als Geldgeber gedient hatten, erließen den damals mit 18 Millionen Euro verschuldeten Lebensmittelwerken acht Millionen Euro und sprachen im Sommer als Neu-Gesellschafter davon, das Unternehmen retten zu wollen. Stephan Lotz von Patrimonium gehört dem Beirat des Unternehmens an und bestätigte gestern gegenüber der Dewezet: „Wir haben unser Ziel nicht erreicht, dafür habe ich mich bei den Mitarbeitern entschuldigt. Vogeley wurde jedoch von den Altlasten aus der Zeit der alten Gesellschafter eingeholt.“ Zudem sei der Markt für Lebensmittelprodukte, wie sie von Vogeley hergestellt werden, „äußerst schwierig“, im Außendienst habe es „große Probleme“ gegeben. Als dann das Übernahmeangebot von Hügli auf dem Tisch gelegen habe, hätten sich die Fonds und die Familie Vogel- ey „in schwierigen Verhandlungen“ dazu durchgerungen, zu verkaufen. Lotz: „Für die 110 Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verlieren, tut es mir leid. Mit dem Verkauf konnten wir aber noch 70 Arbeitsplätze retten. Wir schließen geordnet und produzieren nicht eine Insolvenz, die im Chaos endet.“

Mit dem Aus für Vogeley enden 120 Jahre Firmengeschichte. Im Jahr 1892 gründeten Adolf Vogeley und Karl Ludwig Bruhns die „Drogerie zum rothen Kreuz“ in Kassel. 1943 wurde der Betrieb nach Hameln verlagert, ab 1948 neu gebaut, 1956 nahm das Werk in Hameln seinen Betrieb auf. Das Unternehmen wurde bis in die vierte Generation familiengeführt, bis dann die finanziellen Probleme auftauchten. Die Entmachtung der Familie und der Einstieg der Fondsgesellschaften Anfang 2012 wurde von einigen Marktbeobachtern und Mitarbeitern auch kritisch beäugt.

 



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