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Investor springt ab

Aus für das Briten-Kino

Hameln. Der Traum vom Kino auf dem Linsingen-Gelände ist geplatzt: Der gebürtige Hamelner Komponist Dr. Vasco Hexel hat jetzt die Stadt informiert, dass er seine Pläne nicht weiterverfolgen werde. In einer Mail an die Verwaltung begründet er seine Entscheidung damit, dass das Investitionsvolumen und damit auch das Risiko zu hoch seien, während man die Erfolgsaussichten des Projekts nicht sicher genug abschätzen könne.

veröffentlicht am 12.06.2017 um 15:30 Uhr
aktualisiert am 23.05.2018 um 15:44 Uhr

In das ehemalige Soldatenkino hätte das neue Programm-Kino einziehen können. Foto: Dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Es wird keine James-Bond-Abende im ehemaligen Briten-Kino geben – weil es voraussichtlich gar kein Kino auf dem Linsingen-Gelände geben wird. Der Investor, der seit knapp drei Jahren konkrete Pläne hatte, das Kino der britischen Streitkräfte zu reaktivieren, ist abgesprungen: Dr. Vasco Hexel wird seine Planungen für das Linsingen-Areal nicht weiter fortführen. Das hat er der Stadt in einer E-Mail mitgeteilt.

Hexel gibt ausschließlich wirtschaftliche Gründe für seinen Rückzug an: Das Investitionsvolumen und das damit verbundene finanzielle Risiko sind dem gebürtigen Hamelner und dem im Ausland arbeitenden Komponisten zu hoch. „Unter Berücksichtigung aller Faktoren habe ich mit großem Bedauern festgestellt, dass das Projekt finanziell nicht tragbar ist“, begründet er.

Für die Stadt Hameln ist der Rückzug Hexels wohl mehr als bedauerlich: Denn mit dem Ende der Kino-Pläne gibt es vorerst keine konkrete Nutzung für den städtischen Teil des zukünftigen Bildungs- und Gesundheitscampus’, denn Hameln gemeinsam mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont auf dem Linsingen-Gelände errichten will.

Oberbürgermeister Claudio Griese sagt, er habe das Projekt ebenso als große Chance für die Nordstadt als auch für die gesamte Stadt Hameln angesehen. Er sei enttäuscht vom Rückzug des Investors, lässt er über seine Pressestelle mitteilen. Die Beweggründe Hexels könne Griese aber nachvollziehen.

Das „Flix-Kino“– wie es einmal heißen sollte – wäre ein Kino auf dem neuesten Stand der Technik gewesen. Seitens der Stadt heißt es, Hexel hatte geplant, möglichst viel vom Charme des alten Britenkinos zu erhalten: rote Plüschsessel und ein Programm, das sich von anderen Kinos abhebt – und die Hamelner Kulturszene bereichern sollte. Hexels Konzept habe die komplette Renovierung des Gebäudes vorgesehen, neue Bestuhlung, modernste Film- und Tontechnik, außerdem Gastronomie.

Auf Nachfrage der Dewezet gibt Hexel nun die Kosten als einen der wesentlichen Gründe für das Scheitern seiner Pläne an. Der Um- und Ausbau der Immobilie hätte nach Hexels Angaben rund zwei Millionen Euro verschlungen. Der Kaufpreis, den die Stadt für das Grundstück aufgerufen habe, sei ebenfalls „hoch“ gewesen. Dazu seien inzwischen „verschiedene Fördergelder wegen des Zeitverzugs des Projekts nicht mehr verfügbar“, führt er aus.

Am Ende haben wohl auch die Erfolgsaussichten des ambitionierten Plans Hexels Schritt beeinflusst. Laut Hexel gab es eine „ungewisse Zukunftsprognose für den Erfolg des Projekts“. „Die Entscheidung ist mir sehr schwergefallen und ich konnte sie endgültig erst letzte Woche fällen, als endlich alle Zahlen und Faktoren vorlagen“, begründet Hexel gegenüber der Dewezet.

Das Baudezernat und die Wirtschaftsförderung der Stadt arbeiteten seit Sommer 2014 mit Hexel an diesem Projekt. Eigene Alternativen für das ehemalige Briten-Kino gibt es im Hamelner Rathaus ganz offensichtlich nicht. „Die Stadt geht davon aus, dass nun der Landkreis das Kinogrundstück erwerben möchte, um es in seine Schulbaupläne zu integrieren“, teilt die Verwaltung mit.

Der Landkreis will auf seinem Teil des Linsingen-Geländes einen Neubau für die Elisabeth-Selbert-Schule und optional für die Handelslehranstalt errichten.

MEIN STANDPUNKT von Lars Lindhorst: „Ein weiteres vielversprechende Projekt ist krachend vor die Wand gefahren. Wer am Ende Schuld dran ist, mag erst einmal unerheblich sein: Für Hameln ist’s die nächste Peinlichkeit.“



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