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Griese möchte Fachbereich „Bildung, Familie und Kultur“ splitten

Aus eins mach zwei

Hameln. Externe Gutachter haben den Fachbereich „Bildung, Familie und Kultur“ unter die Lupe genommen. Sie empfehlen, den Bereich in zwei Bereiche aufzuteilen. Bisher umfasst der Fachbereich 256 Mitarbeiter – und ist laut Oberbürgermeister Claudio Griese „nur sehr schwer arbeitsfähig“.

veröffentlicht am 25.04.2016 um 17:45 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 11:41 Uhr

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Lange wurde daran gestrickt, jetzt liegen zum ersten Mal konkrete Ergebnisse auf dem Tisch: Im Rathaus soll umgebaut werden. Nicht im wörtlichen Sinne, obwohl auch diese Entscheidung noch aussteht – aktuell geht es darum, die Verwaltung umzustrukturieren. Seit 2012 wird darüber diskutiert, externe Gutachter einmal prüfen zu lassen, wo es in Hamelns Verwaltung hakt. Geld wurde bereitgestellt, doch immer gab es jemanden, der das Vorhaben blockierte – mal war es die Verwaltungsspitze, mal die Politik.

Seit einigen Monaten ging es nun konkret um den Fachbereich „Bildung, Familie und Kultur“. Mitarbeiter der BSL Managementberatung GmbH aus Köln haben Daten gesammelt, Gespräche geführt und an Konzepten gefeilt. Das Ergebnis sieht vor, den Fachbereich aufzuteilen und neu zu organisieren. Laut Stadt soll es künftig einen Fachbereich „Bildung und Familie“ und einen Fachbereich „Kultur“ geben. 265 Mitarbeiter umfasst der Bereich in seiner alten Form. Oberbürgermeister Claudio Griese sieht sich in seiner Einschätzung bestätigt, dass ein so großer Fachbereich mit so komplexen und schwierigen Aufgaben „nur sehr schwer arbeitsfähig“ sei. Mit der Teilung werde die im Jahr 2004 vollzogene Zusammenlegung der Bereiche Kultur und Schulen revidiert. Schon in seiner damaligen Funktion als CDU-Fraktionsvorsitzender hatte sich Griese dagegen gewehrt, die seit 2011 vakante Position des Fachbereichsleiters Bildung, Familie und Kultur neu zu besetzen. „Wir wollten nicht, dass hier ein weiterer Mitarbeiter verheizt wird“, begründet Griese seine ablehnende Haltung. Nun sehe er die Chance für einen Neubeginn. Doch wer darf den Neubeginn machen? „Personalfragen wurden bisher gänzlich ausgeklammert“, sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes. Wer künftig also die Fachbereiche und Abteilungen leiten wird, ist noch offen.

Klar hingegen ist: Beide Fachbereiche verfügen über jeweils vier Abteilungen. Innerhalb des Fachbereichs Kultur sollen künftig die Abteilungen Kulturverwaltung und -förderung, die Stadtbücherei, das Museum und das Theater samt Veranstaltungsverbund arbeiten. Der Fachbereich Bildung und Familie soll sich aus den Abteilungen Schulen und Sport, Familie und Soziales, Kindertagesstätten sowie der Musikschule zusammensetzen. Geplant ist, die Referate „Kommunales Bildungsmanagement“ – derzeit unter Leitung von Dr. Simone Tünnermann – und „Familie und soziale Entwicklung“ – derzeit unter Leitung von Bernd Himler – aufzulösen. Deren Aufgaben und Funktionen sollen auf die Abteilungen und Fachbereichsleitungen übertragen werden. Das Stadtarchiv wird laut BSL-Empfehlung künftig innerhalb des Fachbereichs „Steuerung und innere Dienste“ arbeiten.

Stadtbücherei ausweiten, Sportentwicklung planen,

Musikschule ausbauen

Insgesamt 38 Handlungsempfehlungen hat das externe Unternehmen an die Stadt herausgegeben. Dabei geht es nicht nur um personelle Fragen, sondern auch um konkrete, die die Hamelner direkt betreffen. Unter anderem regen die Experten an, die Öffnungszeiten der Stadtbücherei auszuweiten, die Artothek (Ausleihe von Gemälden in der Stadtbücherei) aufzulösen, ein Sportentwicklungskonzept erarbeiten zu lassen und die Musikschule weiterzuentwickeln, um stärker Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen und bildungsfernen Familien zu erreichen. Ob die Hamelner diese Änderungen künftig merken werden, wolle die Verwaltung „prüfen“.

Doch warum überhaupt eine externe Untersuchung? Noch im Frühjahr 2014 machte Schwarz-Grün einen Rückzieher und setzte darauf, zunächst intern zu analysieren. Es sollten zunächst Anregungen und Erkenntnisse aus der Verwaltung berücksichtigt werden. In diesem Fall sei es nur mithilfe Externer möglich gewesen, den Fachbereich „tiefgehend auf den Prüfstand zu stellen“, sagt Wahmes. Eine Untersuchung über Monate, das sei „aus Bordmitteln nur schwer möglich“. 120 000 Euro hat die Untersuchung gekostet. Einen konkreten Gegenwert gibt es derzeit nicht. Allerdings können laut Managementberatung zirka zweieinhalb Stellen – bezogen auf alle Abteilungen im Bereich Bildung, Familie und Kultur – eingespart werden.

Ob der Fachbereich aufgeteilt wird, entscheidet letztlich die Politik – der Rat muss zustimmen. Griese wünscht sich, dass das neue Modell schon zum 1. Januar 2017 in Kraft treten soll. ant/red



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