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Kirchenkreistag billigt Sanierungskonzept für diakonische Einrichtung / Im nächsten Jahr schwarze Zahlen erwartet

Aus der Jugendwerkstatt werden zwei Gesellschaften

Hameln (gro). Der Fortbestand der Jugendwerkstatt Hameln (JWH) scheint vorerst gesichert. In einer Sondersitzung haben die Mitglieder des Kirchenkreistages bei einer Gegenstimme und sechs Enthaltungen grünes Licht gegeben für die Gründung der „Bildungs-gGmbH Jugendwerkstatt Hameln“ und der „Service-gGmbH Jugendwerkstatt Hameln“ mit einem Stammkapital von je 25 000 Euro und einer Anfangsliquiditätsausstattung in Höhe von je 200 000 Euro. Unterstützt wird der Beschluss durch das Landeskirchenamt. Dr. Jörg Antoine erklärte dazu, dass die Landeskirche auf ein Darlehen in Höhe von 114 000 Euro verzichte und für die GmbH 530 000 Euro zur Verfügung stelle. Günther Meyer vom Finanzausschuss des Kirchenkreises empfahl die Annahme des Sanierungskonzeptes, hielt aber auch nicht damit hinter dem Berg, dass bis zur Gründung der Gesellschaften ein Verlust bei der JWH in Höhe von 1,1 Millionen Euro auflaufen könne; dem stünden aber 780 000 Euro aus dem Finanzausgleich und 300 000 Euro aus der Personalrücklage gegenüber. Superintendent Philipp Meyer: „Ich bin sicher, dass die Jugendwerkstatt, die Jugendlichen, der Kirchenkreis, die Mitarbeiter und die ganze Kirche hier eine Chance verdient haben.“ Es müsse ein nicht zu großer, aber kompetenter Aufsichtsrat gebildet werden, das Controlling könne als Dienstleistung eingekauft werden. Bisher habe das kirchliche Kontrollsystem nicht ausgereicht.

veröffentlicht am 03.11.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 17:41 Uhr

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Der derzeitige Leiter Bernd Renzenbrink hatte zu Beginn das Zukunfts- und Sanierungskonzept zur Jugendwerkstatt vorgestellt. Das Ergebnis laute nun, die Potenziale der JWH besser auszunutzen und Kosten zu reduzieren. Es solle eine Bildungsgesellschaft gegründet werden mit 100 Prozent Beteiligung des Kirchenkreises. Eine Tochtergesellschaft als Service GmbH könne der Lebenshilfe die Möglichkeit als Minderheitsgesellschafter mit zehn Prozent bieten. Grundsätzlich soll kirchliches Vermögen gesichert werden. Als Hauptbestandteil des Vortrages präsentierten Renzenbrink und Finanzfachmann Johannes Andrews Zahlen, Zahlen und nochmals Zahlen. Schlug bei der Jugendwerkstatt 2010 ein Minus von 325 000 Euro zu Buche, sagen beide für 2012 ein Plus von 57 000, für 2013 ebenfalls ein Plus von 122 000 Euro voraus, und das auch bei einer Aufstockung des Personals auf dann 70 Angestellte. Einig sind sich beide mit dem Superintendenten, dass ein kompetenter Aufsichtsrat für den Erfolg entscheidend ist.

Viele Fragen wurden in der anschließenden Diskussion zu den finanziellen Details gestellt, aber auch diese: „Was passiert, wenn das Konzept in den nächsten zwei Jahren nicht aufgeht?“ Natürlich gebe es Faktoren, die schlecht einzuschätzen seien und dazu gehöre unter anderem auch die Politik, sagt der Superintendent. „Aber lassen Sie es uns zwei Jahre versuchen“, appellierte er an den Kirchenkreistag. Wenn die Politik beschließe, die Jugendwerkstätten in Deutschland zu schließen, stehe der Kirchenkreis Hameln-Pyrmont zumindest anders da, als wenn er bereits jetzt die Einrichtung in Hameln schließe. Renzenbrink abschließend: „Sanierung heißt Zukunft, und die muss die Jugendwerkstatt Hameln haben.“

Der derzeitige JWH-Leiter Bernd Renzenbrink (stehend) stellt das Sanierungskonzept für die Jugendwerkstatt Hameln vor.

Foto: gro



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