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Theater gibt Gutachten zum Brandschutz in Auftrag / Sanierung voraussichtlich 2015

Aufwendiges Spiel mit dem Feuer

Hameln. Man darf sie wohl als „Peanuts“ bezeichnen, wenn es um die derzeitigen Kosten für den Brandschutz im Hamelner Theater geht: Spritzschlauch und Sandeimer auf der Bühne. Allerdings sind sie auch nur die ersten schnellen Hilfsmittel, wenn ein Feuer gerade erst beginnt, sich auszubreiten. Das Theater muss künftig umfangreich aufrüsten, damit es für seine bis zu 700 Zuschauer und die Mitarbeiter feuerfest bleibt. „Bisher waren es nur Kleinigkeiten“, sagt Verwaltungsleiter Fritz Marter. Doch bei der turnusmäßigen Überprüfung sei nun klar geworden, dass einiges nicht mehr auf dem neuesten Stand ist. „Wir müssen voraussichtlich eine Sprinkleranlage im Foyer einbauen“, berichtet Marter. Zudem sollen mehrere Brandschutztüren ausgewechselt werden. „Da gibt es sehr strenge Auflagen.“ Das ist gerade im Theater nicht einfach, denn zusätzlich zum Brandschutz kommt es darauf an, dass die Türen leise sind. Schließlich sollen die Türen nur auf der Bühne knallen und nicht dahinter. „Wenn die Türen leise schließen sollen, sind sie aber häufig mit einem Scharnier ausgestattet, das wiederum dazu führen kann, dass die Tür bei einem Brand weniger Druck standhält“, erläutert Marter das Problem. Ein Spagat, der bewältigt werden muss. Auch die Brandmeldeanlage müsse man erneuern. Die neuen Geräte seien mittlerweile viel sensibler, sodass im Brandfall nicht gleich das ganze Gebäude geflutet werde.

veröffentlicht am 01.11.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

VON ANDREA TIEDEMANN
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In der über 60-jährigen Geschichte des Hamelner Theaters habe es aber noch keinen schweren Brandfall gegeben, blickt Marter zurück. Damit dies so bleibe, müsse nun investiert werden. „Wir wollen eine Situation vermeiden, in der das Theater aus Brandschutzgründen geschlossen werden muss“, erklärt Marter den Handlungsbedarf. Schließlich wolle man nicht dem Rostocker Beispiel folgen: Dort war 2011 im Großen Haus des Volkstheaters vorübergehend der Spielbetrieb eingestellt worden, weil die Behebung bekannter Brandschutzmängel immer wieder aufgeschoben wurde.

Ein Gutachten, das derzeit von einer privaten Firma erstellt wird, soll bis Ende des Jahres den konkreten Bedarf in Hameln aufzeigen. Wie lange die Sanierungsarbeiten dauern und wie hoch die Kosten werden, sei derzeit noch reine Spekulation, betont Marter. Da auch die Erneuerung der Toiletten sowie der Austausch des Teppichs anstünden, sei seine Hoffnung, dass man dies in einem Abwasch erledigen könnte. Für diese beiden Posten und die Begutachtung des Brandschutzes schätzt er einen Umfang von 100 000 Euro. Die Ausgaben für die Umbauten selber dürften weit darüber liegen.

„Es wäre natürlich wünschenswert, die Arbeiten in einer Spielzeitpause zu erledigen, die man dann höchstens minimal verlängern müsste.“ Damit könnte man den Betrieb in dem Haus weitgehend aufrechterhalten. Für realistisch hält er das Jahr 2015. Er hofft auf die Unterstützung der Hamelner Politik. Stadträtin Gaby Willamowius sagte, man wolle das Gutachten in einer Projektgruppe beraten und dann eine Vorlage zu dem Thema erarbeiten.

Zumindest ein wichtiger Baustein des Brandschutzes ist laut Marter noch gut in Schuss: Der berühmte Eiserne Vorhang, der Bühne und Zuschauerraum im Brandfall trennt, braucht noch keine Verjüngungskur. Zuschauer müssten aber auch jetzt keine Sorge vor einem Feuer haben, denn bei jeder Veranstaltung seien mehrere „lebende Feuermelder“, die Brandwachen, vor Ort.

„Das Theater dürfte ja eigentlich in ein paar Jahren in Rente gehen“, sagt Marter lächelnd mit Blick auf das Alter des Gebäudes, „wir wollen es aber überreden, noch lange durchzuhalten.“



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