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Fatbikes sind die Geländewagen unter den Fahrrädern

Auf fetten Reifen durchs Gelände

Hameln. Fatbikes sind echte Hingucker: Vom Mountainbike kommend hat sich das Fatbike mittlerweile als eigene Radgattung etabliert – irgendwo zwischen Spaß, Cross-Country und Expedition. Der Trend ist in Deutschland angekommen. Neu sind die Räder aber nicht, bereits seit den 80ern rollen sie durch Alaska.

veröffentlicht am 02.02.2016 um 17:34 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 20:41 Uhr

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Autor:

Rüdiger Pradella
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Wenn Sie mit dem Fahrrad zum Einkaufen fahren, haben Sie darauf geachtet, an welchen Typ Ständer Sie ihr Fahrrad abstellen? Hat der Markt ihres Vertrauens schon diese rahmenhohen Bögen, an die man sein Rad anlehnen kann? Oder schwört er noch auf die betagten Ständer, in die man den Vorderreifen steckt? Letztere machen beim neusten Fahrradtrend extreme Probleme: Denn die Fatbikes kommen. Ihre Räder passen garantiert in keine herkömmliche Halterung. Locker zwölf Zentimeter breit, so fett wie manch ein Smartphone lang.

„Die Fatbikes sind für Fahrten auf Sand und Schnee entwickelt worden. Im Wald sind sie für Mountainbiker interessant, weil sie nicht so anfällig auf Wurzeln oder Äste sind“, Tim Whitmore kennt sich da aus, er ist Verkäufer bei Fun Corner in Hameln. Sein Kollege, Michael Könneker von Bunny Hop, erklärt den Vorteil der einstigen Expeditionsräder: „Durch den niedrigen Reifendruck von zirka einem Bar kann man mit ihnen über Unebenheiten einfach rüber fahren. Die dicken Reifen ersetzen quasi die Federung.“

Wie andere Mountainbikes auch präsentiert sich das Fatbike bei den Händlern meist nackt und bloß. Kein Licht, kein Schutzblech, keine Klingel, keine Reflektoren und kein Ständer. „Das kann man aber alles nachrüsten. Wir haben alles hier, um die Fatbikes verkehrssicher zu machen“, sagt Whitmore von Fun Corner. Preislich ist bei den Fahrrädern alles möglich. Mit 1000 Euro sollte man für ein ordentliches Bike auf jeden Fall rechnen, für besondere Federungen oder sogar einen Elektro-Motor kann der Preis deutlich höher gehen. Es gibt natürlich auch Fatbikes speziell für Kinder. Technisch haben die Bikes einiges drauf. Manche kommen mit 33 Gängen daher, aber das ist übertrieben, findet Tim Whitmore. „Ich glaube, der Trend geht hin zu 22 Gängen.“ Auch sind die Bikes erstaunlich leicht. Der Rahmen, die das Hauptgewicht des Fahrrads ausmachen, ist genauso schwer wie der von normalen Mountainbikes. Neue Sportvariationen sind mit Fatbikes ebenfalls möglich. „Man kann damit Wettrennen am Strand oder in den Dünen veranstalten. Oder auch über matschige Wege, wo man mit herkömmlichen Mountainbikes einsinkt“, erhzählt Whitmore.

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Aber wie fährt sich so ein Fatbike? Corinna und Sybille Pradella haben die Fatbikes getestet. Eine Probefahrt beim alten Güterbahnhofsgelände soll einen ersten Eindruck verschaffen. Es geht Hügel rauf und runter, über Eisenbahnschienen und Gras. Spaß machen die Fatbikes auf jeden Fall. „Der Sound, wenn man den Berg runter fährt, ist geil“, findet Corinna. Auch das Fahrgefühl ist gut. „Man hat ein sicheres Gefühl“, sagt Sybille, „die Reifen geben wirklich Stabilität.“

Schon seit den 80ern rollen sie durch Alaska

Einen Nachteil haben die Fahrräder dann allerdings doch. „Die Lenkung ist extrem schwerfällig, zumindest wenn man langsam fährt. Enge Kurven sind nicht so drin.“ Das Fatbike ist also eher etwas fürs Gelände und weniger für den engen Stadtverkehr.

Trotzdem: Die monströsen Reifen machen etwas her und sind ein echter Hingucker. Aber sind Fatbikes nun die Zukunft des Fahrradhandels? Dazu Tim Withmore: „Nein, die Zukunft gehört klar den E-Bikes.“ Gerade angesichts einer alternden Bevölkerung seien die Räder mit Elektromotor bereits ein Dauerbrenner.

Nichtsdestotrotz: Die schon in den späten 80ern in Alaska aufgekommenen fetten Kulträder kommen auch im Weserbergland nun in Fahrt.

Die dicken Reifen gaben den Fatbikes ihren Namen. Corinna Pradella gefällt die Probefahrt über Stock und Stein.rpr (2)



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