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Bürger fühlt sich von Abfallwirtschaft schikaniert / Sprecher: Haben Vorgaben

Auf die Deponie? In die Verbrennung?

Hameln (CK). „Wir machen Energie aus Ihren alten Möbeln.“ Mit diesem Slogan kurven Fahrzeuge der Kreisabfallwirtschaft durch Hameln und ermuntern die Bürger, ihren sperrigen Müll bei der KAW abzugeben. „Na prima“, dachte sich denn auch Karl-Heinz Hupp (Name von der Redaktion geändert). Schon lange nämlich war dem 46-Jährigen ein altes ausrangiertes, hölzernes Bettgestell im Weg, das in seinem Keller ein Schattendasein fristete und dort nur Platz wegnahm. Also lud er das in Einzelteile zerlegte Möbelstück ins Auto und machte sich auf zur kreiseigenen Deponie in Hilligsfeld.

veröffentlicht am 07.11.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 17:21 Uhr

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Die Gelegenheit für Hupp schien günstig, seinen Sperrmüll ohne lange Wartezeiten loszuwerden: Die Schranke geöffnet, kein Mensch zu sehen, weder Mitarbeiter noch Bürger, die Müll anliefern wollten. Doch gerade, als der Hamelner sein Auto entladen wollte, kreuzte plötzlich ein Beschäftigter der KAW auf und beschied dem Mann, dass er wieder umkehren müsse. Grund: Es war morgens um elf, Privatanlieferungen aber sind erst ab 14 Uhr möglich.

Die Diskussion im Freien ging hin und her, der Bürger, der darauf verwies, dass doch im Augenblick „gar nichts los“ sei, verlangte schließlich, einen Vorgesetzten zu sprechen. Nicht ohne den Hinweis übrigens, dass er in der Zeit, die die fruchtlose Debatte währte, sein altes Bett schon dreimal losgeworden wäre. Aber die Auskunft von höherer Stelle war unmissverständlich: Nein, jetzt könne er den Müll nicht abladen, er solle um 14 Uhr wiederkommen. Oder aber sein Sperrgut gleich zur Verbrennung von Enertec bringen. Was der Mann dann auch tat. Obwohl er sich noch im Nachhinein ärgert. Und auch wundert: „Hier wie dort hätte das Entsorgen 15 Euro gekostet. Hat sich der Kreis also eine Einnahme entgehen lassen, indem ich zur Konkurrenz geschickt wurde?“, fragt er. Bürgerfreundlich, so findet er, sei solch ein Verhalten seitens der KAW jedenfalls ganz und gar nicht.

Ulrich Kaufmann, stellvertretender Leiter der Kreisabfallwirtschaft, wirbt um Verständnis für die harte Haltung. „Jahrelang haben wir die Freundlichkeit vorangestellt, aber nicht alle sind einsichtig“, bedauert der Abfallberater. Warum der Bürger wieder nach Hause beziehungsweise zu Enertec geschickt worden sei, habe keinesfalls etwas mit Schikane zu tun. „Wir haben ganz klare Vorgaben seitens der Gewerbeaufsicht“, sagt Kaufmann. Denn in der Zeit, während der Private eben nichts anliefern dürften, werde auf der Deponie gearbeitet, mit schwerem technischen Gerät und Maschinen. „Die Fahrer können trotz aller Umsicht ihre Augen nicht überall haben. Deshalb darf es während solcher Arbeiten keinen Publikumsverkehr geben, denn allzu schnell ist was passiert“, mahnt Kaufmann. Und verweist auf einen Fall aus Reileifzen, wo vor einigen Jahren ein Bürger unter einen Radlader gekommen war. Kaufmann: „Der Mann war tot!“



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