weather-image
15°
Neue Psychiatriestation braucht längeren Vorlauf – doch Jugendanstalt wirbt bereits neues Personal an

Auf der Suche

Hameln. Die psychiatrische Betreuung im Gefängnis ist nicht gerade optimal, doch das soll sich bald ändern. Die JA Hameln will investieren: Geplant ist, eine eigene psychiatrische Abteilung mit 30 Plätzen einzurichten. Dafür soll das Haus 5 umgebaut werden.

veröffentlicht am 12.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 02:21 Uhr

270_008_7561703_rueck101_1211_1_.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die JA sucht derzeit bereits nach geeignetem Personal. Justizfachwirte werden gebraucht, die sich in diesem Bereich weiterbilden lassen möchten. Zwei Mitarbeiter der JA sind für 2015 bereits zur Zusatzausbildung angemeldet. „Wir suchen aber auch Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie“, sagt JA-Pressesprecher Dietmar Müller.

Dass der Bau allerdings noch, wie ursprünglich einmal angedacht, 2015 starten kann, ist eher unwahrscheinlich. Das Ministerium habe zwar schon grundsätzlich grünes Licht für das Projekt gegeben, doch der Vorlauf habe länger gedauert als erwartet, so Müller. Derzeit arbeite man noch an einem Plan, wie die neue Station konkret umgesetzt werden soll.

Das Ziel zumindest ist klar: Die Therapie solle den gleichen Standards wie draußen entsprechen, machte Wolfgang Kuhlmann, stellvertretender Anstaltsleiter, im Dewezet-Gespräch Anfang April deutlich. Psychotherapiegespräche, Psychoedukation, Gruppentrainings und medikamentöse Behandlung sollten Hand in Hand gehen.

Bisher war es so, dass Häftlinge mit psychiatrischen Diagnosen für einen stationären Aufenthalt nach Hannover verlegt werden mussten. Doch nicht immer ist dort Platz oder können die Patienten optimal betreut werden. Denn Inhaftierte haben oft besondere Bedürfnisse: Viele der jungen Männer in Hameln leiden an einer bipolaren Störung, haben also manische und depressive Phasen. Das Pendel schlägt dann zwischen Suizidgefahr und Aggression hin und her – kein leichter Job für das Personal, das besonders vorbereitet werden muss. Die ambulante Versorgung von psychisch kranken Häftlingen wird derzeit durch einen Psychiater aus Hildesheim sichergestellt, der einmal pro Woche für etwa drei Stunden kommt. Für lange Gespräche ist dann selten Zeit. Doch genau diese wären für eine gute Betreuung nötig, denn Medikamente allein regeln die Probleme selten.

Das Konzept der JA zielt aber nicht nur darauf, den Straftätern zu helfen – es dient auch als Präventionsmaßnahme. Denn ein psychiatrisch auffälliger Straftäter wird, bleibt er ohne Behandlung, auch nach der Entlassung leichter wieder rückfällig.ant

Am 9. April berichtete die Dewezet über den geplanten Neubau – der weiterhin in Planung ist.Wal

Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare