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Esperanto-Freunde sind auch in Hameln immer auf der Suche nach neuen Wortkreationen

Auf den Spuren des legendären „Ratkaptisto“

Hameln. „Ratkaptisto“ – dieses Wort aus der Plansprache Esperanto begleitete eine nicht alltägliche Touristengruppe bei ihrer Stadtführung durch Hameln. Es waren Gäste des Kulturtages 2009 des „Landesverbandes Niedersachsen im Deutschen Esperanto Bunde“ und der Esperanto-Gruppe Hameln. Und der Rattenfänger heißt auf Esperanto nun mal „Ratkaptisto“. „La Ratkaptista Bando“ – zu Deutsch die Rattenfängerbande – nennen sich entsprechend die Hamelner Anhänger der 1887 von dem Warschauer Augenarzt Dr. Lejzer Ludwig Zamenhof erfundenen Sprache.

veröffentlicht am 27.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 02:41 Uhr

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Autor:

Birgit Sterner
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Wörtlich übersetzt steht beim legendären Flötenspieler für die deutsche Silbe „Rat“ in Esperanto ebenfalls die Buchstabenfolge „Rat(o)“ . Es folgen „kapt(i)“ für „fangen“ und „-ist“ für die berufsmäßige Ausübung einer Tätigkeit – ähnlich wie im deutschen Sprachgebrauch beispielsweise bei dem Wort Maschinist. Ein angehängtes „o“ am Ende eines Wortes steht in Esperanto stets für ein Substantiv. Kompliziert erscheint das offenbar nur dem Uneingeweihten: „Wegen seiner einfachen und regelmäßigen Grammatik, die sich auf das Nötigste beschränkt, ist Esperanto leicht erlernbar“, findet der erste Vorsitzende der Esperanto-Gruppe Hameln, Heinz W. Sprick. Eine Stadtführung mit dem Rattenfänger würde sinngemäß übersetzt „Ekskurso en la urbon kun Ratkaptisto“ heißen. „Ist das Wort Ratkaptisto bekannt, so reicht zum Verstehen des ganzen Satzes allein das Wort ekskurso“, erklärt Sprick.

„Für die Plansprache haben ihre Entwickler immer wieder überlegt, welche alten Wörter für die neue Umgangssprache zur Verfügung stehen könnten“, erläutert der Vorsitzende weiter. Beim Esperanto- Kulturtag in Hameln wurde aber nicht nur über den Esperanto-Rattenfänger sinniert. Besonders neue Wörter, angereichert mit Herkunftsbeispielen, waren ein Thema, das die Gäste sehr faszinierte. Die Frucht Papaya nennt sich zum Beispiel auf Esperanto papajo (von pepaya – indonesisch und papaja – litauisch). Das Esperantowort celulozo, zu Deutsch Cellulose, wird aus dem spanischen celulosa und dem indonesischen selusolsa abgeleitet. Und das Wort Shampoo setzt sich aus dem türkischen sampuan und dem indonesischen sampo zusammen. Per „komputilo“ sind übrigens die meisten der in 120 Länder verteilten Esperanto-Sprecher miteinander in Kontakt. Im Gegensatz zur Weltsprache Englisch ist Esperanto keinem Land und keinem Volk zuzuordnen. „Das ist ein großer Vorteil und steht für Völkerverbindung“, unterstrich Sprick in seinem Vortrag. Politische oder ideologische Vorbehalte sind tabu. Sprick berichtete mit Esperanto-Kollege Konrad Matheus aus Detmold über den Besuch beim Esperanto-Weltkongress in Polen mit 1900 Teilnehmern aus 61 Ländern.

Der nächste Infoabend mit Start eines Anfängerkurses in Esperanto findet am 25. November in der Sumpfblume statt. Anmeldungen nimmt Heinz W. Sprick unter 0162/7536396 oder per E-Mail: hameln@esperanto.de entgegen.

Unterwegs mit Esperanto- Wörterbuch

(von links): Thomas Heberlein (Vorsitzender des Esperanto-Landesverbandes Niedersachsen EMAS), Heinz W. Sprick (Esperanto-Gruppe Hameln), Kimie Markarian (zur Zeit zu Gast in Herzberg) und Konrad Matheus

(Esperanto- Gruppe Detmold).

Foto: git

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