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Granatapfel – leckere Frucht und Schönheitsmittel zugleich / Kerne kann man essen

Auf den Spuren der Aphrodite

Im antiken Griechenland wurde er den Gottheiten der Unterwelt, Hades und Persephone, zugeschrieben – der Granatapfel. Der Unterweltgott Hades entführte Persephone und nahm sie mit in die Unterwelt. Göttervater Zeus beschloss, das Mädchen dürfe zurück zu seiner Mutter Demeter, wenn es in der Unterwelt nichts gegessen habe. Kurz vor der Rückkehr drückte Hades ihr sechs Granatapfelkerne in den Mund. Da Persephone nun doch etwas gegessen hatte, musste sie ein Drittel des Jahres in der Unterwelt mit Hades regieren und durfte die anderen zwei Drittel mit ihrer Mutter Demeter verbringen. Und den Streit der Göttinnen Hera, Athene und Aphrodite, wer die Schönste von ihnen sei, beendete der Trojaner Paris, indem er Aphrodite einen Granatapfel überreichte.

veröffentlicht am 28.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 14:41 Uhr

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Die Geschichten aus der griechischen Mythologie kennen heute nicht mehr viele, doch der Granatapfel, ursprünglich vor allem in Kleinasien heimisch, hat inzwischen auch seinen Weg zu uns gefunden. Aus seinem Saft wird auch Granatapfelwein gewonnen, der vor allem von Armenien und Israel exportiert wird. Das Fruchtfleisch oder der Saft des Granatapfels werden in der feinen Küche zur Verfeinerung von Wild- oder Geflügelgerichten oder in Obstsalaten verwendet.

Die Schale des Granatapfels war traditionell Farbstoff für Orientteppiche. Auch in Indien wurde sie zum Färben von Wolle in Gelb- und Schwarztönen verwendet. Mit einem Extrakt aus der Wurzel des Granatapfelbaumes können mit einer Eisenbeize tiefdunkelblaue Farbtöne erzeugt werden. Grenadinesirup, der früher aus Granatapfelsaft hergestellt wurde, gibt dem Tequila Sunrise und verschiedenen anderen Cocktails seinen fruchtigen Geschmack und seine rote Färbung.

Auf dem Wochenmarkt bietet Katharina Lehmgrübner (Bioland) Granatäpfel an, die sie über den Großmarkt vor allem aus Italien und Spanien bezieht. „Sie sind sehr gesund und enthalten viel Vitamin C“, sagt sie. Für den Hausgebrauch entsaftet sie die Frucht auch, denn in ihrer Familie schätzt man die vielen Kerne im Inneren nicht so sehr. „Aber man kann sie essen, nur ist das eine Schmiererei.“ Die fleischig ummantelten Samen kann man mit den Fingern oder mit einem Löffel herauslösen. Man kann die Frucht auch horizontal halbieren, die Schale an den dünnen Häutchen einritzen und die Frucht sternförmig zerbrechen oder den Strunk abschneiden und den Granatapfel in einer Schüssel mit Wasser aufbrechen. Die Kerne sinken ab, während die Schale und die weißen Häutchen auf dem Wasser schwimmen und leicht zu separieren sind. Außerdem lassen sich die Kerne durch Schlagen auf die Außenschale der halbierten Frucht lösen. Der Granatapfel findet übrigens auch in der Naturkosmetik Verwendung und ist, wie die Marktbeschickerin weiß, „besonders gut für die Haut“.

Hier ein Rezept für Suppe mit Granatapfel (für vier Personen):

Zubereitungszeit: 35 Minuten plus 20 Minuten Garzeit.

Zutaten: 800 g weiße Süßkartoffeln, (ersatzweise normale Süßkartoffeln), 150 g weiße Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe, 150 g Lauch, (nur die weißen und hellgrünen Blätter verwenden) 1,5 l Gemüsebrühe, 6 EL Olivenöl, 2 TL Kreuzkümmel, Salz, 200 g Sahnejoghurt, (10 Prozent Fett), 90 g Parmesan (grob gerieben), 50 g Granatapfelkerne, außerdem Backpapier. Zubereitung: Süßkartoffeln schälen und fein würfeln. Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln. Lauch längs halbieren, waschen, trocken tupfen und quer in feine Streifen schneiden. Gemüsebrühe in einem Topf zum Kochen bringen. Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln, Knoblauch, 2/3 vom Lauch und 1,5 TL Kreuzkümmel darin bei mittlerer Hitze 2 bis 3 Minuten dünsten. Süßkartoffeln zugeben und 5 Minuten farblos dünsten, leicht mit Salz würzen. Mit kochender Brühe auffüllen und offen etwa 20 Minuten bei milder Hitze kochen lassen. Suppe mit Joghurt in einer Küchenmaschine fein pürieren, eventuell leicht nachwürzen. Restlichen Lauch in kochendem Salzwasser 30 Sekunden blanchieren, in ein Sieb gießen, abschrecken und gut abtropfen lassen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Parmesan darauf mithilfe eines runden Ausstechers (8 Zentimeter Durchmesser in vier gleich große Häufchen teilen und flach drücken. Mit den Granatapfelkernen bestreuen und im vorgeheizten Backofen bei 180 Grad (Gas 2-3, Umluft nicht empfehlenswert) etwa 6 Minuten backen. Parmesan-Nester herausnehmen und abkühlen lassen. Suppe in vorgewärmte Teller geben, Parmesan-Nester mittig daraufsetzen. Mit dem restlichen Kreuzkümmel und Lauchstreifen bestreuen und sofort servieren.

Vom Hamelner Wochenmarkt berichtet Christa Koch

Granatäpfel – schon Aphrodite bekam sie als Preis für ihre Schönheit. Und gesund sind sie auch, wie Katharina Lehmgrübner weiß. Dana



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