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40-Tonner mit Spenden im Wert von 150 000 Euro unterwegs zu Erdbeben-Opfern / Sammelstelle in Hameln eingerichtet

Auf Achse – Hilfe rollt zu Notleidenden

HAMELN/NOVSKA. Hilfe ist unterwegs – sie rollt auf 16 Rädern zu Menschen in Not. Nur wenige Tage nach dem Interhelp-Spendenaufruf für das von zahlreichen Erdbeben heimgesuchte Kroatien ist ein 16 Meter langer Lastzug unterwegs zu den Opfern der Naturkatastrophe.

veröffentlicht am 16.01.2021 um 17:00 Uhr
aktualisiert am 16.01.2021 um 17:58 Uhr

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Lkw-Fahrer Robert Zizak aus der kroatischen Hauptstadt Zagreb steuert den 40-Tonner ins Zielgebiet. Der 46 Jahre alte Trucker kennt die 1400 Kilometer lange Strecke gut. Sie führt durch Deutschland, Österreich, Slowenien und Kroatien – bis in die kroatisch-bosnische Grenzregion. Das letzte Stück des Weges wird der Hilfsgüter-Lastzug von der kroatischen Feuerwehr mit Blaulicht eskortiert.

Am Montag will Trucker Zizak in der Stadt Novska eintreffen. Dort werden die Spenden im Wert von zirka 150 000 Euro abgeladen und unverzüglich von Feuerwehrleuten und Katastrophenschutz-Helfern mit kleinen Fahrzeugen zu den Erdbeben-Opfern gebracht. Bürgermeister Marin Piletic dankt den Gebern und Gönnern, den Organisatoren und den Helfern – er garantiert, dass die Spenden aus den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Schaumburg und Barsinghausen schnell und gerecht an die Bedürftigen verteilt werden.

Dass der Lastzug in so kurzer Zeit auf die Reise geschickt werden konnte, ist insbesondere der Schaumburger Interhelp-Partnerorganisation „ICH – International Children Help e.V.“ zu verdanken. Interhelp-Vorsitzender Ulrich Behmann hatte den ICH-Präsidenten Dr. Dieter F. Kindermann gefragt, ob sich das Kinderhilfswerk an der Hilfsaktion beteiligen würde – und sofort eine Zusage erhalten. „Glücklicherweise war unser Lager gut gefüllt, so dass bereits sechs Tage nach Behmanns Anruf ein 40-Tonnen-Lastzug beladen werden konnte“, sagt Dr. Kindermann.

Die ICH- und Interhelp-Teams seien in den Tagen vom Aufruf bis zur Verladung rund um die Uhr im Einsatz gewesen. Alle Hilfsgüter wurden von ICH-Helfern sortiert, kontrolliert, verpackt und aufgelistet. Ulrich Behmann und Dr. Dieter F. Kindermann bedankten sich bei allen Helferinnen und Helfern, die es möglich gemacht haben, diesen Kraftakt innerhalb kürzester Zeit zu stemmen. „Diese Menschen haben ihre Freizeit geopfert – ihnen gebührt Dank und Anerkennung“, sagte Behmann.

Neben Mitarbeitern des ICH e.V. waren bewährte Kräfte wie Logistik-Chef Karl-Werner Coith und Hans-Joachim Jablonski, der Ruheständler und Kroatienkenner Hans Heine sowie die Geschäftsführerin von Dahler & Company, Insa Sophia Cornelius, mit Team. Unermüdlich im Einsatz für die Kroatien-Hilfe ist auch die Interhelp-Koordinatorin für Kroatien, Mihaela Knezevic, gebürtige Hamelnerin mit kroatischen Wurzeln. Marcus Mielke, geschäftsführender Gesellschafter der Logistream GmbH aus Augsburg mit Niederlassung in Hemmingen hat die Kosten für gesamte Transportorganisation ab Beladung bis zum Zielort übernommen.

In den 40-Tonner befinden sich unter anderem 1000 Liter Hände- und Flächendesinfektionsmittel, jede Menge medizinische Produkte, Klinik-Ausstattung, zahlreiche Rollstühle, Rollatoren, Gehhilfen, Feuerwehrausrüstung, Arbeitskleidung, warme Wintersachen für Erwachsene, Babys und Kinder, Körperpflegeartikel, Schuhe, Schulausrüstung, Kinderfahrräder und vieles mehr. „Gemeinsam sind wir stark“, sagt Dr. Kindermann.

Behmann und Kindermann betonten, dass ohne die vielen Unterstützer eine solche Mammutaufgabe in so kurzer Zeit nicht zu schaffen wäre. Zu den Firmen, die die gute Sache unterstützen, gehören auch der Pflanzenhof Stadthagen, der den Gabelstapler, der von Mario Winkelmann professionell bedient wurde, kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Auch in Frankfurt wird für Kroatien gesammelt – dort ist die Interhelp-Partnerorganisation mfs-International im Hilfseinsatz. „Wenn die Not groß ist, lindern wir sie. Ist doch klar“, sagt mfs-Chef Michael Görbing. Interhelp und mfs haben bereits in vielen Ländern zusammengearbeitet – auf Sri Lanka und Haiti ebenso wie in Nepal. Ebenfalls im Einsatz für Interhelp: die Spedition Torster an der Wehrberger Straße 28 in Hameln. Wer Hilfsgüter für die Erdbeben-Opfer spenden möchte, kann sie montags bis freitags in der Zeit von 8 Uhr bis 14 Uhr (oder nach Absprache via Telefon 05151/5560080 auch zu anderen Zeiten) bei der Spedition Torster abgeben. Ansprechpartner dort ist Sebastian Hummelmeier. Die Firma stellt Interhelp auch einen Gabelstapler zur Verfügung und wird zu einem späteren Zeitpunkt einen zweiten Hilfstransporter beladen. Benötigt werden: Hygieneartikel wie Babywindeln, Vorlagen für Erwachsene, Seife, Shampoo, aber auch warme Kleidung, Konserven und alles, was Menschen brauchen, die obdachlos geworden sind.

Geldspenden können auf die Interhelp-Spendenkonten: IBAN: DE32 2545 0110 0000 0332 33 (Sparkasse Hameln-Weserbergland) und IBAN: DE49 2546 2160 0700 7000 00 (Volksbank Hameln-Stadthagen) überwiesen werden. Spendenquittungen werden laut Interhelp ausgestellt.



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