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Interhelper bringen Tanklöschfahrzeug nach Bulgarien

Auf Achse – bis ans Schwarze Meer

HAMELN/SHABLA (BULGARIEN). Die Feuerwehr in der bulgarischen Stadt Shabla ist seit Monaten in einer Notlage – eines der beiden mehr als 40 Jahre alten russischen Tanklöschfahrzeuge ist kaputtgegangen und lässt sich nicht mehr reparieren.Hilfe kommt aus Deutschland. Interhelp aus Hameln und dessen Frankfurter Partnerorganisation „mfs International“ haben Geld gesammelt und der Feuerwehr Hameln ein Tanklöschfahrzeug (TLF) abgekauft.

veröffentlicht am 18.03.2018 um 19:58 Uhr
aktualisiert am 19.03.2018 um 10:40 Uhr

„Mit Interhelp auf humanitärer Mission – das ist Abenteuer pur“, sagt Thomas Breitkopf (links). Gemeinsam mit Michael Wömpener bringt der 39-Jährige ein Tanklöschfahrzeug nach Bulgarien. Foto: PR

Autor:

Philipp Killmann
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Das TLF 16/25 hat erst 73 000 Kilometer auf dem Tacho, sieht aus wie neu und ist vollgestopft mit Schläuchen aller Art, Leitern, Atemschutz-Geräten, Uniformen, Helmen und jeder Menge Feuerwehr-Zubehör.

Am Sonntag um 16 Uhr startete Interhelp-Mitglied Thomas Breitkopf (39) den 230-PS-Diesel-Motor des 13,5 Tonnen schweren MAN-Trucks. Gemeinsam mit seinem Freund, dem Interhelper Michael Wömpener (44), ist Breitkopf nun auf großer Fahrt. Ehefrauen, Kinder, Freunde, Kollegen und Interhelp-Vorstandsmitglieder sagten auf dem Hof der Feuerwache an der Ruthenstraße auf Wiedersehen. Dabei flossen auch ein paar Tränen. Interhelp-Vorsitzender Ulrich Behmann, sein Vize Reinhold Klostermann und Pressesprecherin Claudia Behmann verabschiedeten die Helfer. „Wir wünschen Euch eine gute und vor allem unfallfreie Fahrt“, sagte Behmann.

Es ist nicht das erste Mal, dass Breitkopf und Wömpener ein Rettungsfahrzeug für Interhelp/mfs überführen. Schon vor zwei Jahren haben sie einen Notarztwagen von Hameln bis nach Kavarna am Schwarzen Meer in Bulgarien gebracht. Vor ziemlich genau zwölf Monaten fuhren die Freunde mit einem Rettungswagen nach Irpin in der Ukraine. 2200 Kilometer in vier Tagen – mit Tempo 100 durch sechs Länder (Deutschland, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien). So sieht es jedenfalls der ehrgeizige Plan vor. „Mit Interhelp auf humanitärer Mission – das ist Abenteuer pur“, sagt der gelernte Rettungsassistent und Feuerwehrmann Thomas Breitkopf, der als stellvertretender Leiter der Hamelner Wachbereitschaft arbeitet. Michael Wömpener ist ebenfalls Feuerwehr-Rettungsassistent und stellvertretender Wachabteilungsleiter. In ihrer Freizeit engagieren sich die Familienväter für die Deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe, kurz Interhelp. Die Männer haben ihre Uniform eingepackt – für alle Fälle. „Stell dir vor, auf der Autobahn passiert ein Unfall oder an der Strecke brennt ein Fahrzeug oder Haus“, sagt Hauptbrandmeister Wömpener. „Da wollen wir sofort eingreifen können.“ Im Tank des Löschfahrzeugs befinden sich 2500 Liter Wasser – das reicht für „den ersten Angriff“.

Voll ausgestattet – das Interhelp-Tanklöschfahrzeug. Foto: PR
  • Voll ausgestattet – das Interhelp-Tanklöschfahrzeug. Foto: PR

„Das Tanklöschfahrzeug fährt sich spitze“, sagt Thomas Breitkopf. „Wir kommen gut durch.“ Die Interhelper haben eine Sondergenehmigung bekommen, sodass das „Florian Hameln 03-23-01“, so lautete der alte Funkrufname bei der Freiwilligen Feuerwehr Hameln, nicht unter das Sonntagsfahrverbot fällt. Am späten Abend erreichten die Ehrenamtlichen Prag. Dort gönnten sie sich eine Mütze voll Schlaf. Am Montag wollen sie bis nach Szegedin in Ungarn kommen. „Der große Unterschied zur letzten Bulgarien-Tour ist, dass wir diesmal im Winter die Karpaten in Rumänien durchqueren“, sagt Breitkopf. „Wir wissen nicht, was uns dort erwartet, haben Schneeketten an Bord.“ Die Tour gestalte sich nach dem LIDL-Prinzip, sagt Wömpener und schmunzelt dabei. LIDL steht für „Leben in der Lage“ – soll heißen: „Abwarten, was kommt. Das Beste draus machen.“ Transsilvanien sei schließlich das Land der Vampire, Wölfe und Bären, scherzt Wömpener. Auf alle Fälle wollen sich die Männer auf dem Balkan mit Knoblauch eindecken. Das hält bekanntlich das Böse fern. Über Pitesti in Rumänien führt die Tour bis nach Shabla am Schwarzen Meer.

Dass das Tanklöschfahrzeug funkelt und wie neu aussieht, ist zwei Männern zu verdanken: Oberbrandmeister Christian Grillemeier hat den Lastwagen stundenlang mit einer Poliermaschine auf Hochglanz gebracht und Jorrit Külp, stellvertretender Ortsbrandmeister von Hameln, brachte die Heckwarnfolie und die kyrillischen Beschriftungen an.red

Internet: www.interhelp.info

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