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Was soll am Wouldham Camp passieren? Stadtrat fordert Politik zu eindeutiger Haltung auf

Auenwald oder Freizeitgelände? Suche nach klarem Kurs

HAMELN. Aus Sicht der Stadtverwaltung ist ganz klar, was mit dem ehemaligen Übungsplatz der britischen Armee an der Ohrschen Landstraße passieren wird: Das Wouldham Camp soll renaturiert werden. Der Plan der Stadt steht seit Längerem fest, doch inzwischen mehren sich Stimmen, die sich auch eine ganz andere Nutzung vorstellen können. Die Verwaltung macht der Politik nun Druck.

veröffentlicht am 23.11.2018 um 15:20 Uhr
aktualisiert am 23.11.2018 um 19:20 Uhr

Die Humme fließt am Rande des Wouldham-Geländes entlang. Aus Sicht der Stadt ist insbesondere der Mündungsbereich in die Weser besonders schützenswert und für die Renaturierung bestens geeignet. Foto: dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Auf dem gut 22 Hektar großen Gelände könnte ein Auenwald entstehen, ein naturbelassenes Biotop für Pflanzen und Tiere. Der Plan der Stadt steht seit längerem fest, doch inzwischen mehren sich die Stimmen, die sich auch eine ganz andere Nutzung des vormaligen Militärgeländes vorstellen können. Die Verwaltung macht Druck. Sie verlangt von der Hamelner Ratspolitik, möglichst schnell eine klare Haltung zu finden. „Überlegen Sie in den nächsten Wochen, was die Verwaltung tun soll“, sagte Hamelns Erster Stadtrat Hermann Aden jüngst im Fachausschuss. Denn sollte es Änderungen am bisherigen Plan geben, dann dürften die Planer im Rathaus „an dieser Stelle nicht weitermachen“.

Grund für die Aussage Adens ist ein Antrag der Fraktion CDU/DU gewesen, wonach die Verwaltung Vor- und Nachteile der Freizeit- und Erholungsnutzung sowohl am Wouldham Cam als auch auf dem Upnorgelände an der Fischbecker Landstraße hätte gegenüberstellen sollen. Tenor des Vorstoßes aus der Politik: Kommt das Wouldham Camp nicht auch für die Freizeitnutzung in Frage? Bisher war dies lediglich für das Upnor-Areal geplant.

Die CDU/DU-Ratsfraktion kann sich das für das südliche Wesergelände an der Ohrschen Landstraße zumindest vorstellen: „Wouldham bietet dafür auch eine große Chance“, so der CDU-Ratsherr Gerhard Paschwitz in jüngster Sitzung.

Von anderer Seite gibt es indes noch ganz andere Wünsche. Björn Lönnecker brachte erneut ein überregionales Katastrophenschutzzentrum für das Wouldham Camp ins Gespräch. Ein „Aushängeschild für Hameln“ könne das werden, so der SPD-Politiker. Damit unterstützte Lönnecker die Forderung des heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Ulrich Watermann von vor längerer Zeit. Der Abgeordnete sprach sich für ein großes Übungsgelände für Feuerwehr, THW, DRK und Polizei aus. „Gegen einen Auenwald spricht ja trotzdem nichts“, so Lönnecker.

Das sieht Hermann Aden anders. Renaturierung und Katastrophenschutz seien „nicht in Einklang zu bringen“, so der Stadtrat. Ein kleineres Übungsgelände, wie es sich etwa die heimischen Feuerwehren dauerhaft am Wouldham Camp wünschen, spräche der Renaturierung aber nicht entgegen.

Erste Fördergelder seien bereits aus Hannover nach Hameln geflossen. „Wir arbeiten tagtäglich an der Konzeption, die der Rat beschlossen hat.“ Das war die Entwicklung eines Auenwaldes. Aden in Richtung Politik: „Stellen Sie einen entsprechenden Antrag und wir hören sofort auf, zu arbeiten.“

Lönnecker sagt, die SPD-Fraktion im Rat stehe hinter der Idee eines Katastrophenschutzzentrums auf dem Wouldham-Gelände. Ob dieses Vorhaben eine politische Mehrheit im Rat findet, zeigt sich, wenn die Positionen der anderen Fraktionen klarer sind.



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