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Modenschau mit Öko-Jeans am Hochzeitshaus

Auch ohne Umweltsünden exy

Hameln. „Is’ die Hammer“, stöhnt einer der beiden jungen Männer und reißt seine Handy-Kamera hoch. Die 19-jährige Miriam und ihre Model-Kolleginnen, die da vor dem Hochzeitshaus lang paradieren, müssen einfach im Bild festgehalten werden. Miriam, Carola, Sarah, Luisa, Linda, aber auch ihre männlichen Pendants Matthias, Eddy und Marcus ziehen die Blicke auf sich und locken als optische Rattenfänger zahlreiche Besucher zur „Modenschau“ ans Hochzeitshaus.

veröffentlicht am 16.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 23:41 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Was auch dank der lautstarken Ankündigung von Anke Rettkowski auf den ersten Blick als Werbe-Maßnahme eines in Hameln ansässigen Jeans-Ladens erscheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als eine kombinierte Gemälde-, Moden- und Umweltausstellung. Mit „Der Umweltschrei“ wollen der Münchner „Lifestylist“ Peter Parwan und der Künstler, Forscher und Entwickler Hans-Jörg Hamann auf neue Wege der Jeans-Veredelung hinweisen. Nichts weniger als eine „Umwelttotallösung“ versprechen beide in ausliegenden Texten. Seit fünf Jahren arbeitet Hamann ehrenamtlich in einem deutsch-vietnamesischen Ökoprojekt. Ein „hochmotiviertes Forschungs-, Entwicklungs und Designer-Team in einem Umfeld (…), wo Ökologie noch ein Fremdwort ist“. Die Modenschau-Besucher werden über die Produkte informiert, hören aber auch mit Staunen, dass die Nachfrage nach schadstoffgeminderten Jeans bislang unten einem Prozent liegt.

Leider werden die Inhalte nur kurz durch eine Moderation angerissen. Wer sich für Details interessiert, muss auf langseitige Info-Blätter zurückgreifen, und erfährt, neben einem Vergleich herkömmlicher, umweltschädigender Veredelungsverfahren, von alternativen, unschädlichen, biologisch abbaubaren, ja ess- und trinkbaren Textilhilfsmitteln.

„Aha, also so was wie Öko-Jeans, sieht echt sexy aus“ stellt ein Besucher fest, und staunt, wie gut die ökologisch korrekt gefertigten Beinkleider an der 18-jährigen Sandra aussehen. Für die Tatsache, dass aus den beim Veredelungsprozess anfallenden Resten Farben für Gemälde gemacht werden, hat der Modenschau-Gast keinen so rechten Blick. Vielleicht sind das Werbegetöse und die sich überschlagenden Superlative auf den Info-Zetteln auch eine Spur zu laut...

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