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100 Euro pro Quadratmeter sollen Grundstücke im Sünteltal kosten / Erschließung aufwendig

Auch die Lage macht das Bauen teuer

HAMELN. Wer im geplanten Baugebiet von Welliehausen seinen Traum vom Eigenheim verwirklichen will, der wird tief in die Tasche greifen müssen. Die idyllische Hanglage mit Blick ins Sünteltal wird auf 100 Euro pro Quadratmeter geschätzt. Doch die Lage allein macht den hohen Preis nicht aus. Die Stadt spricht von erheblichem Erschließungsaufwand.

veröffentlicht am 03.08.2018 um 15:19 Uhr

Freier Blick auf Unsen und das Sünteltal: Im vorderen Bereich des Stoppelfeldes sollen zunächst zwölf Neubaugrundstücke angelegt werden. Foto: ll
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Es gibt nicht allzu viele Orte im Hamelner Stadtgebiet, an denen sich so ein Ausblick bietet: freie Sicht auf das Sünteltal und bewaldete Hügel. Wenige Kilometer von der Kernstadt entfernt, ist die Landidylle hier direkt vor der Haustür. Ein neues Baugebiet für Welliehausen ist auch deshalb schon längst in Planung. In absehbarer Zeit sollen hier zunächst zwölf Grundstücke für Wohnhäuser ausgewiesen werden. Doch bauen wird hier nur derjenige können, der bereit ist, etwas mehr Geld auszugeben. Der alte Maklerspruch „Lage, Lage, Lage“ ist aber offensichtlich nicht der einzige Grund, warum der Kaufpreis für einen Quadratmeter Bauland voraussichtlich bei knapp 100 Euro liegen wird.

Die Stadt Hameln hat inzwischen eine nach eigenen Angaben verlässliche Kostenschätzung für die Erschließung des Gebiets „Südlich Placken“ erstellt. Demnach werde die Erschließung des Neubaugebiets aufwendiger als gewöhnlich. Die Kosten „fallen im Vergleich zu anderen Baugebieten deutlich höher aus“, heißt es in einer Mitteilung. „In Anbetracht der hohen Nachfrage und der besonderen Lagequalität von Welliehausen wird ein Verkaufswert von knapp unter 100 Euro als erzielbar erachtet.“ Für eine durchschnittliche Grundstücksfläche von 800 Quadratmetern müssten Käufer dann schon einmal 80 000 Euro allein für den Baugrund berappen.

Gründe für den erhöhten Aufwand ergeben sich laut Stadt aus den beengten Straßenverhältnissen und den Kanalanschlüssen, die wegen der Hanglage in zwei Richtungen erfolgen müssten. Auch werde von Süden her eine Baustraße angelegt, über die die späteren Baustellen von Baufahrzeugen erreicht werden könnten. Letzteres dürfte bei Anwohner des bestehenden und nördlich angrenzenden Wohngebiets für etwas Entspannung sorgen. Denn wie auch die Sünteltaler Ortsbürgermeisterin Bettina Schultze betont, sei eine im Süden angelegte Baustraße zunächst gar nicht Teil der städtischen Planungen gewesen. Das hatte zuletzt auch in politischen Sitzungen für Unruhe gesorgt – auch weil sich Anlieger um die Straßenpflasterung sorgten, die durch Baufahrzeuge hätte arg strapaziert werden können. „Es ist ein großer Fortschritt, die Baustelle nun von unten zu erschließen“, sagt Schultze. Die Stadt begründet die Planänderung mit dem „Schutz der vorhandenen Wohnnutzungen“.

Derzeit ein zugewachsener Weg: Hierüber soll der Anwohnerverkehr des Neubaugebiets rollen. Foto: ll
  • Derzeit ein zugewachsener Weg: Hierüber soll der Anwohnerverkehr des Neubaugebiets rollen. Foto: ll

Der spätere Pkw-Verkehr ins Neubaugebiet soll laut Ortsbürgermeisterin nun wie geplant über das bestehende Wohngebiet rollen. Dies würde dann über einen knapp drei Meter breiten, heute als Fußweg genutzten Pfad ins Feld erfolgen. Aktuell ist dieser Weg mit Straüchern und Gräsern zugewachsen. Doch laut Stadt sei die Straßenquerschnitte „ausreichend bemessen, um den Verkehr von maximal zwölf neuen Bauplätzen aufzunehmen“. Der zusätzliche Verkehr sei „für die Anlieger als hinnehmbar einzustufen“.

In den perspektivischen Planungen der Stadt könnte „Placken“ künftig noch Richtung Süden erweitert werden. Dann könnte die Baustraße auch als Erschließungsstraße für Anwohner dienen, heißt es. Doch so weit ist es noch nicht.

Mein Standpunkt
Lars Lindhorst
Von Lars Lindhorst

Keine Frage: Top-Lage. Wer hier unbedingt bauen will, wird sich auch vom Preis nicht schocken lassen. Die Großstädter, die es vielleicht nach Hameln ziehen könnte, sind ohnehin andere Summen gewöhnt.



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