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Stadt und Landkreis stellen Konzept für neues Projekt in der Nordstadt vor

„Attraktives Wohnen für eine weltoffene Bevölkerung“

Hameln. „Das ist ein fantastisches Leuchtturmprojekt mit Strahlkraft für ganz Niedersachsen!“ Doris Schröder-Köpf, die Migrationsbeauftragte des Landes, ist voll des Lobes über ein neues Wohnkonzept, das die Stadt Hameln, der Landkreis Hameln-Pyrmont und Schröder-Köpf gemeinsam für die Nordstadt entwickelt haben. Angesichts der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung im ländlichen Raum, die auch und gerade an diesem Landkreis und Hameln nicht vorübergeht, wollen die beiden Partner die frei gewordenen Wohneinheiten der Briten als einen „lebendigen Ort der Begegnung zwischen den Kulturen“ gestalten und „attraktiven Wohnraum für eine weltoffene Bevölkerung“ schaffen. Oberbürgermeister Claudio Griese und Landrat Tjark Bartels stellten das Projekt gestern in Anwesenheit von Schröder-Köpf im Kreishaus vor. Bereits in wenigen Wochen sollen die ersten Familien das Quartier beziehen.

veröffentlicht am 23.09.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 11:41 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Welche Objekte konkret für die Flüchtlingsfamilien vorgesehen sind, wollten Griese und Bartels noch nicht bekannt geben. „Wir wollen hier schließlich keine Wertheimer Verhältnisse“, erklärte Griese. In der baden-württembergischen Stadt war vor wenigen Tagen ein als Flüchtlingsunterkunft vorgesehenes Gebäude durch einen Brandanschlag zerstört worden.

Vorzugsweise sollen in dem neuen Quartier in der Nordstadt sowohl Flüchtlingsfamilien als auch junge deutsche Familien, aber auch Studenten der Hochschule Weserbergland oder der Hochschulen in Hannover preiswerten Wohnraum angeboten bekommen, der in der Landeshauptstadt mehr als knapp ist. „Gerade für Studenten der Musikhochschule ist es sehr schwer in und um Hannover, geeigneten Wohnraum mieten zu können“, bestätigte Schröder-Köpf, die auch Landtagsabgeordnete der Region Hannover ist. Das Konzept sieht denn auch vor, die mit Einbauküchen, Teppichböden und teilweise auch Einbauschränken ausgestatteten Wohneinheiten nicht komplett zu vermieten, sondern vier Objekte als Gemeinschaftsräume zu planen, in denen es eventuell ein Musik- oder Tonstudio, eine „Schnullerbar“ für junge Eltern oder auch eine Weltküche und Veranstaltungsräume geben könne. „Warum sollen die Studenten der Hochschule für Musik und Theater in Hameln nicht eine Bühne vorfinden, auf der sie proben oder erste Konzerte geben könnten“, meinte Landrat Bartels. „Und im Musikstudio kann man eben auch mal richtig Schlagzeug spielen.“ Und für die Kinder der Flüchtlinge und jungen Familien soll auch eine bilinguale Großtagespflegestelle eingerichtet werden.

Für das Wohnprojekt, in dem es für die Flüchtlinge niedrigschwellige Sprachlernangebote geben soll, wollen Stadt und Landkreis auch ein professionelles Quartiersmanagement installieren, um die Menschen bei der weiteren Planung und Entwicklung mitzunehmen. Schließlich geht es um 57 Reihenhäuser und vier Doppelhaushälften, von denen bis zu 37 Einheiten für Flüchtlingsfamilien vorgesehen sind und damit der Stadt und dem Landkreis helfen werden, ihre Aufnahmequoten für die Asylsuchenden zu erfüllen. Vor allem die „gemischte Nutzung“ durch Menschen unterschiedlicher Herkunft werde zur Integration der Flüchtlinge beitragen, erklärten Bartels und Griese, die berichteten, dass die Gespräche über dieses Konzept zwischen Stadt und Landkreis schon vor Monaten eingeleitet worden seien. „Man sieht an diesem Projekt, was zu erreichen ist, wenn alle an einem Strang ziehen“, meinte der Landrat. Das Projekt sei über Monate gereift und habe nichts damit zu tun, dass die Linsingen-Kaserne sich jetzt mit Flüchtlingen fülle. Aber mit den Wohneinheiten falle es der Stadt und dem Landkreis natürlich leichter, ihre Aufnahmequoten zu erfüllen, räumten Bartels und Griese ein.

14 Objekte will der Landkreis zunächst für jeweils 12 000 Euro mit einem 80-prozentigen Rabatt auf den ursprünglichen Preis von 60 000 Euro von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) erwerben. In den anderen 23 Objekten könnten die Flüchtlinge gemäß des vom Bundestag beschlossenen Haushaltbegleitgesetzes mietfrei untergebracht werden, berichtete Kreisrätin Petra Broistedt. Die Einsparung der Mieten bilde auch die Finanzgrundlage für das Projekt.

Nach dem Finanzausschuss habe auch der Kreisausschuss den geplanten Erwerb einstimmig passieren lassen, berichtete Bartels. Auch die Fraktionen des Kreistages und des Stadtrates hätten Zustimmung signalisiert, erklärten Uli Watermann (SPD) und Oberbürgermeister Griese. Für die Objekte, die an junge deutsche Familien und die Studenten vermietet werden sollen, gibt es einen Rabatt von 50 Prozent, weil mit ihrem Erwerb soziale Zwecke verfolgt werden.



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