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Seit dem 17. Jahrhundert gibt es sie – auch heute sind dem Einfallsreichtum keine Grenzen bei den Scherzen gesetzt

Aprilscherze treffen nicht jeden Geschmack

Hameln. Die Stadt hat richtig was locker gemacht. Statt einer schnöden Sporthalle, wie der Halle Nord, wagt sie den großen Wurf: Zwei Sportplätze, eine Schwimmhalle, eine große Sporthalle, ein Freibad mit Liegewiese und, und, und … Alles sollte in Klein Berkel unterhalb des Ohrberges entstehen, glaubt man einem Artikel, der am 1. April 1964 im Lokalteil der Dewezet veröffentlicht wurde.

veröffentlicht am 31.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 17:21 Uhr

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Autor:

Maline Bertram undJobst Christian Höche
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Man kann sich nicht sicher sein, ob die Nachricht auf der Titel- oder Hamelnseite am 1. April eine tatsächliche Begebenheit schildert, oder ob es sich um einen Scherz handelt, den sich die Redaktion einmal im Jahr erlaubt.

Witzig ist es eigentlich immer, zumindest für die eine Partei. Die Meldung über einen Fund von Münzen im Hamelner Stadtgebiet Anfang der 1980er sorgte für Goldgräberstimmung unter den Hamelnern. Viele machten sich mit Schaufeln und Spaten auf den Weg zu dem in der Dewezet beschriebenen Feld und fingen an zu buddeln. Als der Dewezet-Fotograf auftauchte, um den offenbar gelungenen Scherz festzuhalten, wurde er von einer wütenden Meute zurück zum Auto gejagt.

Auch die Reaktion auf vermeintliche Dinosaurierspuren, die angeblich Bauarbeiter bei Arbeiten in der Fußgängerzone 2010 entdeckten, stießen auf geteiltes Echo. Die verantwortliche Redakteurin Birte Hansen erinnert sich an viele E-Mails und an noch mehr Anrufe von wütenden Lesern, die sich durch die Geschichte zu sehr hinters Licht geführt fühlten. Viele von ihnen hielten die Geschichte und die gespielte Begeisterung des Paläontologen für echt und machten sich auf zur Baustelle, wo es allerdings nichts zu sehen gab – außer eben einer Baustelle.

In einem anderen Dewezet-Aprilscherz, berichtet der damals verantwortliche Redakteur am 31. März 1957 von Wettbewerb. Schwere Havanna-Zigarren wurden um die Wette geraucht. Nicht der Schnellste gewann, sondern derjenige, der eine einzige Zigarre über drei Stunden hinweg rauchen konnte. Zur Meisterschaft, die am 1. April stattfinden sollte, lud der Redakteur interessierte Gäste und freiwillige Punktrichter ein – und sie kamen. In der Ausgabe vom 2. April wird von einer großen Gruppe von Hamelnern gesprochen, die sich den Wettkampf ansehen wollten, dann aber vor verschlossenen Türen standen.

Die Idee der Aprilscherze ist nicht neu. Den ersten dokumentierten Aprilscherz soll es schon 1618 in Bayern gegeben haben. Der genaue Inhalt ist allerdings nicht überliefert. Über europäische Auswanderer gelangte dieser Brauch später auch nach Nordamerika.

Einen modernen Aprilscherz haben sich die Schweizer 2009 einfallen lassen. Auf einer Internetseite wurden „die Felsenputzer“ vorgestellt, die die Schweizer Alpen mit Bürste und Wasser vom Vogelkot befreien. Neben verschiedenen Infos gibt es ein ausführliches Video und ein Bewerbungsportal. Wie viele Touristen und Schweizer auf diesen multimedialen Witz hereingefallen sind, ist unbekannt. Was Hamelner zu Aprilscherzen sagen, haben, lesen sie in der Umfrage.

Seit Jahrzehnten versucht die Dewezet, ihre Leser am 1. April hinters Licht zu führen. Manchmal gibt es dafür auch Ärger.

Foto: Archiv



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