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Keine runde Sache

Anwohner: Minikreisel ist Steuerverschwendung

HAMELN. Daran, dass der neue Minikreisel am Basberg eine runde Sache ist, haben einige Bürger ihre Zweifel. Gebaut wurde er, damit es an der Kreuzung Meyers Grund/ Ahornweg verkehrsberuhigter zugeht. Nur noch wechselseitiges Parken von der Kreisel-Kreuzung bis zur Springer Landstraße soll das Ziel unterstützen.

veröffentlicht am 20.08.2018 um 17:42 Uhr
aktualisiert am 20.08.2018 um 19:00 Uhr

Sinnvoll oder unsinnig? Am Kreisel scheiden sich die Geister. foto: doro
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Zurück zu den Kreiseln: „Das Geheimnis der Sicherheit von Kreiseln“, verrät Werner Brilon, Experte für Verkehrswesen und „Kreiselpapst“ in der „Zeit“ sei die geringe Geschwindigkeit, die man im Kreis fahren kann. Wer 15 bis 30 Stundenkilomter fährt, kann noch auf andere reagieren.“ An einer grünen Ampel dagegen werde voll Stoff gefahren.

Der Kreisel ist allerdings nicht nur rund, sondern auch flach. Und da donnern dann nicht nur die Gelenkbusse drüber, für die der Kreisel überfahrbar bleiben muss, sondern auch Autofahrer. In anderen Kommunen, wie in Altwarmbüchen oder Hannover-Bothfeld, wird deshalb der Sinn der Kreisel infrage gestellt.

Ein Anwohner bezweifelt zudem, dass überhaupt beruhigt werden müsse. Schnell könne man durch die parkenden Autos und eventuellen Gegenverkehr eh nicht fahren. Er hält den Kreisel für Steuergeldverschwendung. Etwa 22 000 Euro kostet der Kreisel am Ahornweg die Steuerzahler, darin enthalten sind Beschilderung und Markierung.

Die Stadt ihrerseits hatte bei einer Verkehrszählung nachgemessen: Die höchste gemessene Geschwindigkeit lag zwischen 42 und 44 Stundenkilometern, 30 Stundenkilometer sind erlaubt. Und sie hatte nachgezählt: Durchschnittlich 7000 Fahrzeuge aller Art passieren diese Stelle laut Untersuchung pro Tag.

Und was ist mit Unfällen? Immerhin werden Kreisel auch gebaut, weil sie erwiesenermaßen die Unfallzahlen senken. Doch ob es an der Kreiselkreuzung zuvor gehäuft zu Unfällen gekommen ist, weiß man im Rathaus nicht, darüber werde keine Statistik geführt, heißt es.

Für zwei weitere Stellen hält die Stadtverwaltung Kreisel für grundsätzlich denkbar: einer könnte die mit Ampeln ausgestattete Kreuzung Schillerstraße/Reimerdeskamp ersetzen, ein zweiter könnte im Bereich Ohsener Straße/Guter Ort entstehen. Die Überlegungen dahinter und die zugrunde liegenden Untersuchungsergebnisse eines Verkehrsplanungbüros wurden im Mai im Ausschuss vorgestellt, weiter sei man mit diesen beiden Vorhaben noch nicht gekommen, teilt Pressesprecherin Janine Herrmann auf Anfrage mit. „Es gibt noch keine konkreten Planungen für diese beiden Kreisel.“

Information

„Roundabaouts“

Minikreisel verbreiten sich bundesweit am schnellsten. Sie werden ausschließlich innerorts eingerichtet. Und bewältigen bis zu 12.000 Fahrzeuge am Tag. Der mini roundabout wurde 1968 im britischen Peterborough erfunden. Im Volksmund hieß er pimple (Pickel). Hierzulande kamen die Pickel Mitte der neunziger Jahre in Mode.



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