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Schreiben aus der Gartenstraße an alle Ratsmitglieder / Stadt zählt Fahrzeuge

Anwohner kämpfen für Einbahnstraße

Hameln (fh). Die Idee hat offenbar nicht wenige Freunde: Mancher Anwohner umliegender Straßen und auch Hamelner Taxifahrer würden sich freuen, wäre das etwa 300 Meter lange Stück der Gartenstraße zwischen Süntelstraße und Feuergraben in beide Richtungen befahrbar. Die Anwohner der Gartenstraße indes sehen das ganz anders. Sie kämpfen für den Erhalt der Einbahnstraße und haben sich mit einem Protestschreiben an die Politik gewandt.

veröffentlicht am 30.01.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 17:41 Uhr

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Den Praxistest gab es im vergangenen Jahr: Die Hamel-Brücke wurde erneuert, der Feuergraben gesperrt. Also durfte der Verkehr ausnahmsweise in beide Richtungen durch den fraglichen Teil der Gartenstraße fließen. Seitdem steht die Frage im Raum: Wäre es nicht sinnvoll, die Straße generell in beide Richtungen zu öffnen?

Eberhard Kretzschmars Antwort ist ein entschiedenes Nein. Der Gartenstraßen-Anwohner fürchtet eine deutliche Zunahme des Verkehrs, ein „Schleichweg von Rinteln, Hessisch Oldendorf und Fischbeck rüber nach Tündern, Hannover und Hildesheim“ würde entstehen, fürchtet der 82-Jährige. Durchgangsverkehr würde entstehen, der auch andere Wohnstraßen belaste.

Etwa 1000 Fahrzeuge in 24 Stunden hatte die Stadt zu Zeiten der Brückenbaustelle in der Gartenstraße gezählt – und wertete die Zahl als für ein Wohnviertel akzeptabel. Kretzschmar indes rechnet anders. Da schließlich nachts deutlich weniger Autos führen, käme man schon jetzt – rechnet man die 1000 Autos um auf zwölf Sunden – auf mehr als ein Auto pro Minute, eine mögliche Zunahme des Verkehrs noch nicht eingerechnet.

Der Rentner hat ein entsprechendes Schreiben an sämtliche Mitglieder des Hamelner Rates gerichtet: „Bitte helfen Sie uns, eine Entscheidung des Rates zu verhindern, die später schon aus Prestigegründen nicht zurückgenommen werden kann“, heißt es darin. Und: Vor Jahrzehnten – vor der Einbahnstraßenregelung – seien Gärten an der Gartenstraße aufgrund von Lärm und Abgasen nicht nutzbar gewesen. Insgesamt 28 Anwohner haben unterschrieben.

Die Resonanz aus der Politik war eher verhalten. Die CDU-Fraktion immerhin hat Kretzschmar und seine Mitstreiter für die kommende Woche zu einem Gespräch eingeladen. Andere Anwohner der Gartenstraße, so ist zu hören, wollen auf juristischem Weg für die Einbahnstraße kämpfen.

Eine Antwort auf den Brief mit den 28 Unterschriften flatterte auch von der Stadt in die Briefkästen der Gartenstraßler. Konkret wird die Verwaltung in dieser Frage jedoch nicht. „Es gibt noch keine Position zu diesem Thema“, heißt es auf Anfrage aus dem Rathaus. Zahlen zum Verkehr während der Nutzung in beide Richtungen liegen – wie erwähnt – vor. Zahlen zur Einbahnstraße würden nun ermittelt, ist von der Stadt zu hören. Eine Präferenz der Verwaltung gäbe es in der Frage, ob ein oder zwei Richtungen, nicht. Der große Streit um ein kleines Stück Straße dürfte also noch eine Weile anhalten.

Ein Hamelner Streitpunkt: die Gartenstraße als Einbahnstraße.Foto: Wal



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