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Wo endet die Instandhaltungspflicht für Grundstücksbesitzer? / Kanalarbeiten in Wehrbergen beginnen im Juni

Anlieger kritisieren erhöhte Kosten

Wehrbergen. Die Sanierung der Abwässerkanäle in Wehrbergen geht in die nächste Runde. Im April und Mai sollen endlich die Bescheide an die Anlieger der betroffenen Straßen Bruchsweg und Dorffeldsweg verschickt werden, damit sie einen Überblick über den Zustand ihrer Abwasserleitungen bekommen. Ab Anfang Juni beginnt dann eine Firma mit der Sanierung der Leitungen.

veröffentlicht am 24.03.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 01:21 Uhr

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Autor:

Friedrich-Wilhelm Thies
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Für Diskussionen sorgte die Frage, bis wohin die Anlieger die Kosten für die Arbeiten an den Leitungen tragen müssen. Bei den bisherigen Sanierungen hatten Wehrberger bemängelt, dass sie ihre Abwasserrohre bis zur Hauptleitung reparieren lassen mussten. „Das waren gerade auf der Hauptstraße etliche Meter im öffentlichen Raum. Dies führte zu nicht unerheblichen zusätzlichen Kosten“, berichtete Ortsbürgermeister Karsten Meyerhoff.

Er regte an, über eine Satzungsänderung nachzudenken, in der die Instandhaltungspflicht an der Grundstücksgrenze endet. Christine Dierks (SPD) protestierte: „Das könnte zu einer Ungleichbehandlung führen. Einige mussten diese erhöhten Kosten übernehmen, andere dann nicht mehr.“ Josef Hüwe, zuständig für die Grundstücksentwässerung bei den Abwasserbetrieben Weserbergland, erläuterte, dass über eine Änderung nachgedacht werde, dabei aber berücksichtigt werden müsse, dass niemand benachteiligt wird.

Seit 2013 werden abschnittsweise die Hauptabwasserleitungen in den Straßen des Weserortes saniert. Dies geschieht im „Schlauchlining“-Verfahren, in dem ein Kunststoffrohr in die meist 50 Jahre alten Rohrleitungen gelegt wird, das dann erhärtet und so Schäden ausgleicht. „2,4 Millionen Euro sind dafür verteilt auf die Dauer von vier Jahren vorgesehen“, berichtete Meyerhoff.

Bevor das Thema jetzt noch einmal in der Ortsratssitzung behandelt wurde, hatte es im Vorfeld dazu schon einen öffentlichen Infoabend gegeben. „Da ist aber etwas schiefgelaufen, denn es wurden nicht nur die Haus- und Grundstücksbesitzer, sondern alle Mieter eingeladen“, sagte Meyerhoff. Außerdem sei damals versprochen worden, die Bescheide zeitnah an die Grundstücksbesitzer zu verschicken. „Das ist leider bis jetzt nicht erfolgt, weil wir es nicht leisten konnten“, musste Josef Hüwe zugeben.

Jetzt sollen diese Bescheide für den dritten und vierten Bauabschnitt verschickt werden, sagt Sven Zabel vom begleitenden Ingenieurbüro aus Hildesheim. Anhand der Schreiben kann der betroffene Anlieger erkennen, wo die Leitung auf seinem Grundstück verläuft und ob sie eventuell Schäden aufweist. Dann muss der Eigentümer handeln, da er verpflichtet ist, die Entwässerung seines Grundstücks in ordnungsgemäßem Zustand zu halten. Die Kosten für Reparaturen können bis in den fünfstelligen Bereich gehen, meinte Ortsbürgermeister Meyerhoff.

Die Fachkräfte der Abwasserbetriebe sind diesbezüglich eher zurückhaltend. „Das kann man schlecht einschätzen. Es richtet sich nach der Kanallänge und den Schäden“, erklärte Jürgen Alzmeier. Der Bauleiter bei den Abwasserbetrieben sagte, dass die Arbeiten im Bruchsweg und im Dorffeldsweg über rund 700 Meter im Juni zeitgleich beginnen und bis in den August laufen sollen.

Allerdings konnten bislang nicht alle Leitungen auf den Privatgrundstücken kontrolliert werden. „Teilweise weil sie zu starke Knicke hatten oder weil sie kaputt oder zu eng waren, um sie mit einer Kamera zu befahren“, berichtete Zabel.

In diesem Fall muss eine Fachfirma beauftragt werden, das Kanalnetz auf dem Grundstück zu kontrollieren. „Werden Schäden festgestellt, gibt es Fristen von sechs Monaten bis über zweieinhalb Jahre, in denen eine Sanierung erfolgen muss“, sagte Zabel. Hüwe bot den Wehrbergern seine Hilfe an: „Ich komme raus und wir sehen uns das vor Ort an. Allerdings kann ich nicht von außen in die Rohre schauen.“



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