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Freitag, der 13. soll für Frauen nämlich ein Glückstag sein / Musikalisches Denkmal von Reinhard Mey

„Angst haben müssen heute nur die Männer“

Hameln. Reinhard Mey hat ihm schon vor fast 40 Jahren ein musikalisches Denkmal gesetzt: Freitag, der 13. gilt gemeinhin als Unglückstag. Und tatsächlich passieren in dem Chanson dieses bekannten deutschen Liedermachers dem Lover, der auf seine heißgeliebte Christine wartet, alle nur erdenklichen Missgeschicke. Bis er auf den Kalender schaut – und da trifft ihn der Schlag, denn: „Heut’ ist erst der 12. und Donnerstag.“ Was zeigt, dass das Schicksal sich selbst die Tage aussucht, an denen es zuschlägt. Warum aber fürchten dann so viele den angeblich rabenschwarzen Freitag, den 13.?

veröffentlicht am 12.02.2009 um 19:15 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 12:21 Uhr

Glaubt an Freitag, den 13., als einen Glückstag: „Bibse&ld

Autor:

Christa Koch
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„Keine Ahnung“, sagt Evelyn Marie Seidel. Die 59-jährige Hamelnerin glaubt zwar an übersinnliche Kräfte, nicht jedoch daran, dass Freitag, der 13. ein Unglückstag ist. Ganz im Gegenteil: Durch Hexenkurse, die sie nach eigenem Bekunden mal mit einer Freundin in ihrem Geburtsort Holzminden absolviert hat, und durch die Beschäftigung mit der Astrologie ist sie sicher: „Der Freitag ist ein Glückstag, jedenfalls für uns Frauen, denn er ist ein Venustag. Angst haben müssen also nur die Männer.“

Und was die magische Zahl 13 angeht, die hat Evelyn Marie Seidel auch nie erschreckt, nicht mal als Kind. Wenn eben das Gedeck für die 13. Fee fehlte, wie bei Dornröschen, nun – dann hätte sie jedenfalls einfach noch eins aufgelegt. „Die 13 kann gar nicht schlecht sein, denn sie folgt direkt auf die 12, und das ist eine gute Zahl“, glaubt die 59-Jährige. Das sei auch in der Numerologie so: „13 ist 1 und 3, das ergibt 4, und die 4 ist ebenfalls eine positive Zahl.“ Sie könne also beim besten Willen nicht erkennen, was an der 13 schlecht sein soll, sagt die Mutter eines Sohnes (38) und einer Tochter (19).

Der heutige Freitag, der 13. wird für Evelyn Marie Seidel ein ausgesprochener Glückstag. Davon ist die Frau, die früher in einem privaten Kinderverein gearbeitet hat, jetzt als pädagogische Mitarbeiterin an Grundschulen tätig ist und sich auch als Autorin von Märchen und Gedichten einen Namen gemacht hat, fest überzeugt. „Ich fahre heute nach Emden zu einem Seminar und freue mich schon ganz doll. Das ist ein Glück.“ Und wenn ihr Zug unterwegs vielleicht Verspätung haben sollte, dann liege das keineswegs am Datum: „Das soll dann für mich wohl nur bedeuten, dass ich Geduld haben muss, weil sonst vielleicht etwas viel Schlimmeres auf mich warten würde. Und so kann überhaupt auch jeder Schicksalsschlag letztlich zum Guten führen.“

Eine Hexe mit

sonnigem Gemüt

Ein „durch und durch sonniges Gemüt“, das bescheinigt sich „Bibse“, wie sie sich nach einer ihrer Hexen aus einem Kinderbuch nennt, selbst gern. Da ist es klar, dass sie sich ganz und gar nicht vor Freitag, dem 13. fürchtet. Und überhaupt – da sie das Hexenmotto lebe, müsse sie sowieso keine Angst haben, meint sie. Denn das laute: „Tu, was Du willst, aber schade niemandem.“

Aberglaube aus

christlicher Tradition

Freitag, der 13., gilt im Volksglauben als ein Tag, an dem besonders viele Unglücke passieren. Der Wochentag als Jesu Todestag und die 13 als Unglückszahl stammen aus christlicher Tradition. Die krankhafte Angst vor einem Freitag, dem 13., wird Paraskavedekatriaphobie genannt. Dieses Phänomen kann so weit führen, dass Betroffene an solchen Tagen sogar Reisen und Termine absagen.

Es gibt viele Deutungsversuche für diesen Volksaberglauben. Einer davon beruht auf der Tatsache, dass die Dreizehn und der Freitag jeweils einzeln schon seit langem als Unglückssymbole gelten. Es ist anzunehmen, dass abergläubische Menschen an Tagen, die gleichzeitig Freitage und Dreizehnte waren, schon immer besonders großes Unglück befürchteten. Später verbreitete sich der Aberglauben derart, dass heutzutage sogar Leute an Freitag, den 13., glauben, die weder mit Freitagen noch mit der Zahl Dreizehn im einzelnen ein Problem gehabt hätten.

Auswertungen von Unfalldaten haben allerdings ergeben, dass sich an einem Freitag den 13. nicht mehr Verkehrsunfälle ereignen als an anderen Tagen.

Zum Thema:

Aberglaube stammt

aus christlicher Tradition

Freitag, der 13., gilt im Volksglauben als ein Tag, an dem besonders viele Unglücke passieren. Der Wochentag als Jesu Todestag und die 13 als Unglückszahl stammen aus christlicher Tradition. Die krankhafte Angst vor einem Freitag, dem 13., wird Paraskavedekatriaphobie genannt. Dieses Phänomen kann so weit führen, dass Betroffene an solchen Tagen sogar Reisen und Termine absagen.

Es gibt viele Deutungsversuche für diesen Volksaberglauben. Einer davon beruht auf der Tatsache, dass die Dreizehn und der Freitag jeweils einzeln schon seit langem als Unglückssymbole gelten. Es ist anzunehmen, dass abergläubische Menschen an Tagen, die gleichzeitig Freitage und Dreizehnte waren, schon immer besonders großes Unglück befürchteten. Später verbreitete sich der Aberglauben derart, dass heutzutage sogar Leute an Freitag, den 13., glauben, die weder mit Freitagen noch mit der Zahl Dreizehn im einzelnen ein Problem gehabt hätten.

Auswertungen von Unfalldaten haben allerdings ergeben, dass sich an einem Freitag den 13. nicht mehr Verkehrsunfälle ereignen als an anderen Tagen.



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