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Größter Wallerfang seit 24 Jahren

Angler fängt Riesenwels in Weser

HAMELN/HESSISCH OLDENDORF. Angler Christoph Frömberg (31) hat an der Weser einen Riesenwels gefangen. 1,75 Meter lang und etwa 42 Kilogramm schwer war der Waller, den der Gewässerwart des Sportfischervereins Hameln aus der Weser zog. Dem Verein zufolge ist es der größte Wels, der in den letzten 24 Jahren in der Weser gefangen worden ist.

veröffentlicht am 20.07.2018 um 14:59 Uhr
aktualisiert am 20.07.2018 um 18:00 Uhr

Christoph Frömberg mit dem größten Wels, den er in seinem Leben gefangen hat. Foto: C. Frömberg/pr
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Drei Tage lang hat Angler Christoph Frömberg an der Weser auf der Lauer gelegen. Sein Ziel: einen Riesenwels zu fangen. Doch lange Zeit tat sich nichts, gar nichts, nicht mal ein Zupfen an der Angelschnur. Am dritten Tag dann, in der Dämmerung, plötzlich der ersehnte Biss. Wenig später zog der 31-Jährige den bisher größten Welsfang seines Lebens an Land. 1,75 Meter lang, etwa 42 Kilogramm schwer und etwa zwölf Jahre alt war der Waller, den der Gewässerwart des Sportfischervereins Hameln an diesem Tag aus der Weser zog.

Christoph Frömberg hat sich auf den Fang von Welsen spezialisiert. Der Reiz bestehe in der Herausforderung, „den unerreichbaren und besonders großen Fisch zu fangen“. Aber er stelle auch anderen Raubfischen nach. Daher war ihm diese Stelle einen knappen Kilometer hinter der Weserbrücke in Fuhlen bereits bekannt. Der Strömungsverlauf dort deutet auf ein ausgespültes Loch, eine Gumpe, am Grund der Weser hin. „Deshalb habe ich dort einen Wels vermutet“, sagt der berufstätige Bäcker aus Diedersen im Gespräch mit der Dewezet. In seinem Urlaub schlug der Familienvater am Ufer sein Zelt auf, versah seine Angelrute mit einer Welsmontage und legte sich auf die Lauer …

Um den Wels, der bis zu drei Meter groß werden kann, ranken sich viele Mythen. Dem zweitgrößten Süßwasserfisch Europas wird nachgesagt, er würde ganze Enten verzehren, ja, sogar nach kleinen Hunden am Ufer schnappen und sie verzehren. „Ammenmärchen“, meint Frömberg dazu. Tatsächlich gehören zwar auch kleine Vögel zu seinem Nahrungsspektrum. Er ernährt sich aber hauptsächlich von kleinen Fischen, Würmern, Krebsen und Muscheln.

1,75 Meter lang und etwa 42 Kilogramm schwer ist der Riesenwels, den Christoph Frömberg in der Weser gefangen hat. Foto: C. Frömberg/pr
  • 1,75 Meter lang und etwa 42 Kilogramm schwer ist der Riesenwels, den Christoph Frömberg in der Weser gefangen hat. Foto: C. Frömberg/pr

Der Wels ist nachtaktiv, begibt sich erst mit der Dämmerung auf Nahrungssuche. Also fing Frömberg tagsüber Köderfische und machte es sich sonst auf seiner Karpfenliege bequem. „Angeln ist für mich vor allem Entspannung und Zeit zum Abschalten vom Alltag“, sagt er. Beim Angeln sei er „im Einklang mit der Natur“, genieße er die Ruhe.

Aber Ruhe allein macht einen Angler auch nicht glücklich. Erst recht nicht, wenn er einen Riesenwels fangen will. Doch weder auf Rotauge noch auf Barsch sprang der Wels, den Frömberg in dem Wasserloch in der Weser vermutete, an. Am frühen Abend des dritten Tages, es war noch hell, bot er dem Waller dann zur Abwechslung mal eine Schwarzmundgrundel an. Die Grundel gilt hierzulande als Problemfisch: Durch Schiffe vom Schwarzen Meer eingeschleppt breitet sich der eher kleine Fisch inzwischen auch spürbar in der Weser aus und könnte auf Dauer den heimischen Fischbestand gefährden – zum Ärgernis der Angler. Doch in diesem Fall erwies sich die Grundel als Glück. „Ich hatte die Grundel gerade mal eine Viertelstunde im Wasser, als der Wels dann angebissen hat“, erzählt Frömberg.

In alten Dewezet-Berichten ist zu lesen, wie Angler bis zu einer Stunde lang mit dem Wels kämpften, ihn drillten, wie es im Angelsport heißt, bis sie ihn schließlich landen konnten. Nicht so im Fall von Frömberg. „Nach zehn bis 15 Minuten hatte ich den Wels draußen“, sagt der langjährige Angler. „Aber die Angel war ja auch mit starkem Wallergeschirr auf Wels ausgerichtet – sonst hat man in der Strömung keine Chance.“ Trotzdem: Am Ende eines solchen Kampfes seien beide erschöpft, Angler wie Wels, sagt Frömberg.

Es war nicht sein erster Wels, den Christoph Frömberg fing. Aber der größte. „Vor zwölf Jahren habe ich schon mal einen 1,50-Meter-Wels gefangen, sonst nur kleinere“, sagt Frömberg. Er nimmt an, dass es in der Weser noch weitaus größere Welse gibt. Abwegig ist das nicht. 1994 berichtete die Dewezet gleich zweimal über Fänge von Riesenwelsen. Sie waren zwei Meter groß und 50 Kilo schwer, gefangen in der Weser und in einem Baggersee bei Fischbeck. Seitdem, so Peter Siegmann, der Vorsitzende des Sportfischervereins Hameln, sei in der Weser kein vergleichbar großer Wels mehr gefangen worden. Bis zum Fang von Christoph Frömberg.



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