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Stadtmanager hat 100 Tage im Amt hinter sich / Eine erfreulich gute Bilanz

Andres möchte „Mystica Hamelon“ ausbauen

Hameln. An die schwäbischen Maultaschen zu denken, dazu fehlte Stadtmanager Dennis Andres in den vergangenen drei Monaten die Zeit. Sein Umzug aus Baden-Württemberg nach Niedersachsen stand an, er musste sein Büro bei der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) einrichten, Kontakte knüpfen. Der Kalender des neuen Stadtmanagers war in seinen ersten 100 Tagen im Amt prall gefüllt. Und die Bilanz fällt positiv aus.

veröffentlicht am 18.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 09:21 Uhr

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Autor:

Robert Michalla
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Wer sich in Hameln umhört, bekommt über den gebürtigen Hannoveraner fast nur Superlative zu hören. „Extrem freundlich“ sei der Neue. Seiner Arbeit gehe Andres sehr ordentlich nach, fleißig sei er auch. Eine „große Fachkompetenz“ attestiert ihm Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann. HMT-Geschäftsführer Harald Wanger betont, wie „unheimlich schnell“ sich Andres eingearbeitet habe und welchen Spaß ihm die Zusammenarbeit bereite. Wieder andere loben, dass er Gesicht zeige, sei es beim Weinfest, bei Vorstellungen des „Päpstin“-Musicals oder bei der Grenzbeziehung. Mit anderen Worten: Andres macht genau das, was seine Vorgänger vermissen ließen.

Doch wie bewertet Andres selbst seine ersten 100 Tage? Der Diplom-Geograf zeigt sich überrascht, dass die Zeit so schnell vergangen ist. Er sei „vom Tagesgeschäft eingeholt“ worden, habe kaum eine freie Minute gefunden, um auf den Kalender zu schielen oder an Maultaschen zu denken. Das Osterstraßenfest sowie den Herbst- und Bauernmarkt habe er begleitet. Und auch für die Zukunft hat er sich einiges vorgenommen:

Das Mittelalter-Spektakel Mystica Hamelon möchte Andres ausbauen. Es könnte auf einer größeren Fläche laufen. „Ich schiele da in Richtung Münsterkirchhof“, sagt er. Zudem möchte er die „mystische Richtung“ aufwerten.

Nach dem Ende der Fußgängerzonen-Sanierung möchte er ein Fest auf die Beine stellen, für die Hamelner selbst. Sollte es gut ankommen, könnte sich die Veranstaltung etablieren.

Nach dem Aus für die Kinderbetreuung im Eugen-Reintjes-Haus an der Osterstraße könne er sich zwar erst in ferner Zukunft eine Neuauflage vorstellen. Vielleicht gelinge es aber, schon während des Weihnachtsmarktes eine Pausenzone für Familien einzurichten.

Die Weser möchte er mehr einbeziehen. Neben „starken Sachen wie dem Drachenboot-Rennen“ könne das Fußgängerzonen-Fest auch an der Weser steigen. Sogar eine „Weser-Woche“ könne er sich vorstellen.

„Wir müssen mehr als 08/15-Feste bieten“, sagt Andres, der auch mal Eventmanager war. Viele der Vorschläge seien bislang nur Ideen. Hameln besitze aber Potenzial. Ohne das nötige Geld jedoch bleiben die Ideen nur Ideen. Sponsoren zu finden, ist eine seiner wichtigsten Aufgaben.

Dabei bewegt sich Andres auf unsicherem Terrain, andere würden sagen auf einem Minenfeld. Nicht ohne Grund hat die Stadt in den vergangenen sieben Jahren vier verschiedene Personen in das Amt des Stadtmanagers gehoben – und am Ende auch wieder verjagt. Gastronomen wünschen sich ein offenes Ohr von ihm, Einzelhändler wollen ihn für sich einspannen, die Stadtverwaltung möchte ein Wörtchen mitreden, weil sie 75 Prozent an der HMT hält, Immobilienbesitzer wünschen sich, dass Andres etwas gegen den Leerstand unternimmt. Ein Stadtmanager in Hameln kämpft stets an mehreren Fronten, und nicht jeder war dem Kampf in der Vergangenheit gewachsen. Andres nimmt die Herausforderung aber an. Das liegt vielleicht auch an seinem Hobby: Er stemmt Gewichte, und zwar „viel, sehr viel“, sagen die, die ihn kennen.

Darüber hinaus scheinen aber auch die Fähigkeiten hilfreich, in Gesprächen zuhören zu können, wohlüberlegt zu handeln, jeden mitnehmen zu wollen – eben die Spielregeln zu kennen und das Spiel selbst ganz gut zu beherrschen. „Klinken putzen ist wichtig“, sagt Andres, „das haben viele in der Vergangenheit vermisst.“ Apropos: Den Maultaschen weint er kaum noch eine Träne nach, weil er Ersatz gefunden hat: Rumkugeln. „Die sind auch ein ganz großes Plus für Hameln.“



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