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Wegen defekter Lifte rückt die Rathaus-Sanierung wieder in den Blickpunkt

Andrang am Aufzug

Hameln. Vor wenigen Jahren gab es Wirbel, als Hamelns Rathaus-Mitarbeiter während der Dienstzeit und auf Kosten der Steuerzahler mit speziellen Kursen ihre Fitness verbesserten. Die Kondition zu stärken, geht aber auch wirklich viel einfacher, das zeigt sich spätestens in diesen Tagen. Denn seitdem zwei der vier Lifte in den Trakten „Langbau“ und „Hochhaus“ der Stadtverwaltung ausgefallen sind und der dritte nicht mehr zuverlässig herbeikommt, üben sich viele Beschäftigte und Besucher im Treppensteigen. Ärzte schreiben dem zwar eine grundsätzlich gesunde Wirkung zu, sofern Herz und Hüfte es mitmachen. Doch vor allem im Hochhaus mit seinen zehn Etagen ist den unfreiwilligen Laufsportlern schon am Fuß der Treppe klar: Dieser Weg wird kein leichter sein! Da tröstet es auch kaum, dass der Aufsteiger spätestens ab dem fünften Stockwerk das Verschnaufen mit dem Fernsehen verbinden kann: Durch die Panoramascheiben bietet sich eine hübsche Aussicht auf Altstadt und Klüt. Bei den Aktenschubsern, die mehrmals am Tag die Amtsstuben in den höheren Sphären ansteuern müssen, überwiegt derzeit jedenfalls der Frust. Auch die Ratsvertreter, die sich gestern Nachmittag zur Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Dachgeschoss versammelten, bekamen die Unzulänglichkeit des Gebäudes am eigenen Leibe zu spüren. Die Kommunalpolitiker sind es, die in absehbarer Zeit entscheiden müssen, wie die Stadtverwaltung künftig untergebracht sein soll. Dabei geht es einerseits um die Beseitigung baulicher Mängel wie der Sache mit den Fahrstühlen, andererseits um eine zeitgemäße Struktur und einen sparsamen Betrieb. Eine Investition im zweistelligen Millionenbereich zeichnet sich ab.

veröffentlicht am 20.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 00:41 Uhr

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Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Bereits seit Ende 2012 wird an dem Konzept zur Modernisierung der Verwaltungsstruktur gefeilt, seit dem vorigen Sommer besteht zudem ein Arbeitskreis „Rathaus-Sanierung“. Der Arbeitskreis aus Ratspolitikern, dem Verwaltungsfachleute zuarbeiten, hat seitdem einmal getagt, bestätigt Stadtbaurat Hermann Aden. Inzwischen hätten die zuständigen Beschäftigten der Zentralen Gebäudewirtschaft „alle möglichen Leute“ im Hause befragt, um die Anforderungen im Detail zu ergründen. Die Ergebnisse werden nach Worten Adens „sicherlich noch im ersten Halbjahr“ vorgestellt. Die Rathaussanierung sei jedoch ein nur „mittelfristiges Projekt“, Vorrang habe etwa der Umbau des Schulzentrums Nord.

Der Rückbau des Hochhauses auf vier Stockwerke gehört zu den Möglichkeiten, die erwogen werden. Aden betont, an dem Standort „mitten in der Stadt“ festhalten und „möglichst viel Bausubstanz weiternutzen“ zu wollen. Aber nichts sei entschieden. Was der Bauexperte auch feststellt: Selbst bei einem Abriss der einstigen BHW-Zentrale müssten die defekten Aufzüge kurzfristig in Gang gebracht und gehalten werden, um den Rathausbetrieb zu gewährleisten – auch hinsichtlich der Barrierefreiheit für Besucher und Beschäftigte.

Für Reparatur und Wartung der Rathauslifte wurden im vorigen Jahr insgesamt 25 500 Euro ausgegeben, 2012 waren es 24 000 Euro, im Jahr davor 36 000. Die beiden Fahrstühle im Hochhaus stammen aus dem Jahr 1959. Ihre Technik wurde zwar seit den 70er Jahren von der Firma Thyssen modernisiert, doch der Blick in die Schaltschränke mit ihren Relais und Knöpfen ist wie der in eine andere Zeit. Sollte das Rathaus irgendwann neue Aufzüge bekommen, könnte ein Teil der Investition aufgefangen werden: Heutzutage wird beim Weg abwärts Energie erzeugt. Da gäbe es dann für jeden Fitnessmuffel eine gute Begründung, doch den Lift zu nehmen.

2 Bilder

Stau auf dem Weg zur Ausschusssitzung: Im Rathaus-Turm funktioniert nur noch einer der Aufzüge – und auch dieser nicht zuverlässig. Als Alternative gibt es für den Weg in den zehnten Stock nur die Treppe.Wal



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