weather-image
15°
Ratspolitik noch völlig uneins über Zukunft der Ex-Militärgelände an der Weser

An Wouldham scheiden sich die Geister

HAMELN. Die Zukunft der zwei Ex-Militärgelände der Briten an der Weser – Upnor im Norden, Wouldham im Süden der Stadt – war im Hamelner Rat bislang kein Thema. Stattdessen versucht Ulrich Watermann, der zwar für die SPD in Kreis- und Landtag sitzt, nicht aber im Rat der Stadt Hameln, im Alleingang auf Wouldham statt eines Naturschutzgebiets, wie es der Stadtverwaltung vorschwebt, dort ein Übungsgelände für den Zivil- und Katastrophenschutz durchzusetzen. Unhinterfragt blieb bisher auch der Plan der Stadt, auf Upnor ein Freizeitgelände anzulegen – obwohl sich Wouldham dafür möglicherweise besser eignen könnte. In Gesprächen der Dewezet mit der Ratspolitik wird deutlich, dass sich an der Frage über die Zukunft der Gelände noch die Geister scheiden.

veröffentlicht am 10.10.2018 um 20:01 Uhr
aktualisiert am 11.10.2018 um 12:26 Uhr

Das Wouldham Camp von der südlichen Hafenspitze aus gesehen. Foto: wal
Philipp Killmann

Autor

Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Rüdiger Zemlin, stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender und als Ruderer mit der Weser vertraut, hält Wouldham als Freizeitgelände aufgrund seiner Lage, der langsamen Strömung und dem sandigen Uferbereich „grundsätzlich für besser geeignet“ als Upnor. Die Freizeitnutzung müsse aber mit den Aktivitäten der angrenzenden Wassersport- und anderen Vereine vereinbar sein. Solange aber kein Kauf abgewickelt sei, könne sich noch viel ändern. Wichtig sei, dass auf Wouldham ein öffentlicher Zugang zur Weser ermöglicht werde. Vorstellen könne er sich auch eine vierfache Nutzung von Wouldham: Renaturierung, Übungs- sowie Freizeitgelände und gewerbliche Nutzung an der B 83. Im Hinblick auf Upnor sei abzuwarten, wie das Gelände von der Bevölkerung angenommen werde, falls – wie vom Rat beantragt – eine Pacht des Grundstücks der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) möglich sei – „bevor dort über fünf Millionen Euro investiert werden“, so Zemlin.

Birgit Albrecht, Fraktionschefin von CDU/DU, hält ein Freizeitgelände auf Wouldham für einen „ganz interessanten Aspekt“. „Es wäre schön, dass Weserufer dort zu beleben“, sagt sie. Gleichwohl sehe sie den Bedarf an einem Übungsgelände für Zivil- und Katastrophenschutz, ebenso die Sinnhaftigkeit renaturierter Stadtflächen. „Vielleicht sind ja auch alle drei Varianten möglich“, gibt sie mit Blick auf das weitläufige Wouldham-Gelände zu bedenken. Allerdings sei innerhalb der Fraktion noch nicht darüber diskutiert worden.

Das gilt auch für die SPD-Fraktion. Der stellvertretende Vorsitzende Kurt Meyer-Bergmann hält die bisherigen Pläne der Stadt für Wouldham und Upnor für „durchaus interessant“. Es spreche in Anbetracht der örtlichen Gegebenheiten mit seiner Idylle aber „auch einiges für eine Freizeitnutzung“ auf Wouldham. Gleichwohl auch die Idee von Ulrich Watermann eine „nicht unflotte Angelegenheit“ sei, „weil wir brauchen solche Gelände für den Schutz“. Persönlich sei er „da noch nicht festgelegt“. Er hielte es für sinnvoll, sich zunächst mit Vertretern der rings um Wouldham ansässigen Wassersportvereine, der DLRG, dem Motorbootverein und dem Angelverein „an einen Tisch zu setzen“ und deren Meinungen zu den verschiedenen Ideen für das einstige Militärgelände einzuholen und dann abzuwägen. Eindeutig positioniert sich bereits SPD-Fraktionschef Wilfried Binder. Er halte Wouldham als Übungsgelände „für überaus geeignet“. Und aus seiner Erfahrung als Soldat wisse er – Stichwort Renaturierung –, dass solche Areale auch von „Vögeln und Wild“ gerne angenommen würden. Als Freizeitgelände sehe er eher Upnor.

Wolfgang Meier, Vize-Chef der Grünen-Fraktion, sieht „erst mal keinen Anlass, von den Ideen der Stadtverwaltung abzuweichen“. Gegen ein Freizeitgelände auf Wouldham anstatt auf Upnor spreche der schützenswerte Auenwald auf dem südlichen Ex-Militärgelände. Kritisch sieht er aber auch die Absicht Watermanns, auf Wouldham ein Übungsgelände durchzuboxen, zumal ein Teilbereich an der B 83 ja bereits für diesen Zweck zur Verfügung gestellt werden solle. Hinter den Plänen der Stadt steht auch die Fraktion der Linken, die sich allerdings, so Fraktionschef Gerd Siepmann, noch nicht mit der Frage nach einer Freizeitfläche auf Wouldham befasst habe. Klar dagegen sei er aber gegen den Plan Watermanns, dort ein Übungsgelände zu schaffen.

Unterdessen verfolgt Ulrich Watermann – der mit seinem Vorgehen über die Köpfe der Ratspolitiker hinweg bei einigen Befremden auslöst (offenbar auch bei Teilen der SPD) – weiter sein eigenes Ziel. Parteigenosse Wilfried Binder zufolge soll er Kontakt mit der Bima aufgenommen haben, um das Wouldham-Gelände möglichst für den Katastrophenschutz vorzuhalten.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt