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18-Jährige und 81-Jähriger im Gespräch

Am Sonntag werden Kirchenvorstände gewählt

WANGELIST. Am kommenden Sonntag, 11. März, stehen in den evangelisch-lutherischen Gemeinden die Kirchenvorstandswahlen an . „Kirche mit mir“ lautet diesmal das Motto, das auch junge Menschen zum Wählen ermutigen soll. Denn erstmalig sind auch Jugendliche ab 14 Jahren aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. Wer kandidieren will, muss jedoch 18 Jahre sein. Das tut nun auch Annika Lücke.

veröffentlicht am 08.03.2018 um 17:48 Uhr
aktualisiert am 08.03.2018 um 18:30 Uhr

Für Günter Bollermann endet die Zeit im Kirchenvorstand, für Annika Lücke könnte sie am Sonntag beginnen. Foto: haj

Autor:

Hannah Jasper
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Die engagierte 18-Jährige hat sich für den Kirchenvorstand ihrer Heimatgemeinde Groß Berkel aufstellen lassen. Günter Bollermann hingegen blickt fast 40 Jahre im Kirchenvorstand der Gemeinde Wangelist zurück. Wir haben den 81-Jährigen und die 18-Jährige getroffen.

1951 wurde Günter Bollermann konfirmiert. Seit 1980 ist er im Kirchenvorstand in Wangelist aktiv. Für seine Generation sei ein Engagement in der örtlichen Kirchgemeinde durchaus üblich – anders als heutzutage. Das weiß auch Annika Lücke: „Ich finde das sehr schade, denn es sollten alle Altersgruppen im Vorstand vertreten sein“, sagt sie. Sie ist seit ihrer Konfirmandinnenzeit in der Kirche aktiv. „Unser Pastor hat uns gefragt, ob wir auch nach der Konfirmation noch Gottesdienste mitgestalten wollen. Mir hat das immer sehr viel Spaß gemacht“, erzählt sie. „Ich habe außerdem als Teamerin auf Kirchenfreizeiten mitgewirkt und ein Praktikum bei Pastor Simon Pabst in Groß Berkel gemacht.“

Der Impuls, nun für das Amt der Kirchenvorsteherin zu kandidieren kam allerdings nicht von ihr. „Ich habe immer mal überlegt, mich aber nicht so richtig getraut. Mein Chorleiter kam dann auf mich zu und machte mir den Vorschlag.“

Gewählt wird der Kirchenvorstand für sechs Jahre. Viele junge Menschen gehen nach der Schule weit weg, um zu studieren, oder ins Ausland. Für Annika Lücke kommt das erst mal nicht infrage. „Ich mache gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten in Aerzen. Danach habe ich überlegt, Theologie in Hannover zu studieren, dann könnte ich pendeln. Weiter weg als Hannover wird es mich eh nicht ziehen.“ Sei sei eben heimatverbunden und möchte genug Zeit haben, „um meine Aufgaben hier zu erfüllen“, sagt sie. „Ich freue mich darauf, Teil eines Teams zu sein, das zusammenarbeitet und Lösungen findet.“

„Kirchenvorstandsarbeit ist Gemeinschaftssache“, betont auch Günter Bollermann, dennoch solle man nicht zu übermotiviert an die Sache herangehen. „Ich habe die ersten ein bis zwei Jahre zum Eingewöhnen gebraucht, um erst mal mit den Themen vertraut zu werden.“ Das diesjährige Motto „Kirche mit mir“ sei sehr passend, denn „man hat mich von Anfang an bei allem mitgenommen, man war immer mit dabei“, zieht Bollermann Bilanz. Gerade bei wichtigen und komplizierten Themen, wie den Finanzen, sei das hilfreich gewesen: „Man muss sehr gut haushalten.“

Auch wenn der Kirchenvorstand nicht immer einer Meinung sei. „Das muss man immer ausdiskutieren. Und was im Raum ist, bleibt dann im Raum.“, rät der 81-Jährige. „Lassen Sie sich davon nicht verunsichern“, sagt er zu Lücke. „Es ist viel Verantwortung, aber wenn man es will, wächst man rein. Wichtig ist nur, dass man immer mit ganzem Herzen dabei ist“, sagt er.

Aber schwingt nach 38 Jahren im Amt nun nicht ein wenig Wehmut mit? „Ich bin kein bisschen wehmütig“, sagt Bollermann. „Ich habe es all die Jahre aus Überzeugung für unsere Gemeinde getan und kann mit Stolz und gutem Gewissen einen gut geführten Finanzhaushalt übergeben.“

Info: Die Kirchenvorstandswahlen finden am Sonntag, 11. März, in den Kirchen oder Gemeindehäusern statt. Der Kirchenkreis rät: „Falls Sie Ihre Wahlbenachrichtigungskarte nicht zur Hand haben sollten: Gehen Sie dennoch wählen! Die Wählerlisten liegen in den Wahllokalen vor.“

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