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Gestern früh gab’s Mega-Staus durch die Baustelle Münsterbrücke / Auch Thiewallbrücke dicht

„Am ersten Tag herrscht immer blankes Chaos“

Hameln (CK). Schon die Narkose ging in die Hose: Für die „Operation am offenen Herzen“, wie manche die Bauarbeiten zur Erneuerung des maroden Westteils der alten Weserbrücke nennen, haben gestern bereits die ersten Vorbereitungen zu zeitweise chaotischen Zuständen geführt. Die Autos standen stellenweise dicht an dicht, auf der neuen Weserbrücke ging zum Teil gar nichts mehr. Und viele Autofahrer sind verärgert.

veröffentlicht am 21.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 03:21 Uhr

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Bernhard Zyska etwa machte sich gestern gegen 10.30 Uhr auf den Weg von Halvestorf aus nach Rohrsen. Allerdings wurde er bereits auf der Klütstraße ausgebremst: Schwerlastverkehr mit fremden Kennzeichen, vermutlich Mautflüchtlinge, Trecker und unzählige Pkw – alle hatten nur ein Ziel, und das war die neue Weserbrücke. Zyska („ich habe wohl an die hundertmal den Motor an- und ausgemacht“) ist noch im Nachhinein sauer. Geschlagene 50 Minuten brauchte der Halvestorfer, um von der Berufsschule an der Einmündung Breslauer Allee bis zum Seniorenheim auf dem Breckehof zu gelangen – „Ich habe mich fast bis zur Auffahrt auf die alte Brücke gequält.“ Am Breckehof, so moniert der 70-Jährige, sei das Schild, das die Geradeausfahrt verbietet, jedenfalls noch durchgekreuzt gewesen, 20 Meter weiter allerdings konnte er nicht mehr geradeaus fahren. Und die Thiewallbrücke habe den Verkehr nicht mehr aufnehmen können, da alle in diese Richtung fahren mussten. „Da hätte die Stadt doch einfach eine weiße Linie ziehen und die linke Spur der neuen Brücke für den aus Richtung Kassel kommenden Verkehr freigeben können, außerdem die Grünphasen in Höhe Amtsgericht und Stieler verlängern, damit der Verkehr abfließen kann“, schlägt er vor.

Zyska jedenfalls gab irgendwann entnervt auf und machte sich wieder auf den Heimweg in Richtung Halvestorf, wobei er beobachtete, dass auch der Breite Weg total zugestaut war. „Auf der alten Weserbrücke standen zwei Lkw, die Material für die Baustelle anlieferten. Deswegen hatte man die wohl voll gesperrt“, vermutet er und meint, eine Spur je Fahrtrichtung hätte durchaus geöffnet bleiben können. Die nächsten eineinhalb Jahre jedenfalls will der Halvestorfer die Kreisstadt meiden und zum Einkaufen lieber nach Hessisch Oldendorf fahren. Oder den Umweg über Aerzen nehmen, falls er einmal zum Multimarkt möchte.

Bei der Stadt Hameln glaubt man, alles getan zu haben, was man in solchen Fällen tun kann. „Wir haben bereits weit vor der Baustelle Hinweisschilder aufgestellt“, sagt Pressesprecher Thomas Wahmes. Staus am ersten Tag einer Baumaßnahme sind nach seinen Erfahrungen nie zu verhindern: „Dann herrscht immer das blanke Chaos, weil die Autofahrer sich erst an die neue Situation gewöhnen müssen. Das ist ein Phänomen, das wir in der Vergangenheit auch bei anderen Baustellen beobachtet haben“, sagt er. Ab Donnerstag übrigens soll’s wieder von der Klütstraße geradeaus in die Stadt gehen, verspricht er.

Die Hamelner Polizei sagt ebenfalls, dass der Verkehr trotz der Baustelle weitgehend reibungslos laufe. Als Grund für den Mega-Stau am gestrigen Morgen nannte Sprecher Dirk Barnert unter anderem einen Unfall: Ein Lkw sei gegen ein Brückengeländer geprallt, der Bauhof der Stadt habe den Bereich zwischen 9.30 und elf Uhr erst mal absichern müssen. Was, ganz nebenbei, zur Folge hatte, dass auch Landrat Rüdiger Butte um einiges zu spät zu einem Termin kam...

Stoßstange an Stoßstange stehen die Autos auf dem Breiten Weg.



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