weather-image
Hauseigentümer sollen Fördergeld bekommen – auch, um alte Reparaturen zu reparieren

Altstadt wieder ein Sanierungsfall

Hameln. 23 Jahre ist es jetzt her, dass Hamens Altstadtsanierung offiziell für vollendet erklärt wurde. Doch Hausbesitzer wissen: Zu tun gibt es immer etwas, um das Aussehen des Gebäudes frisch zu halten, die Funktionen den veränderten Bedürfnissen anzupassen und die Substanz zu erhalten. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und der Verwaltungsausschuss haben jeweils einstimmig beschlossen, solche Investitionen wieder finanziell zu fördern – mit Unterstützung des Bundes und des Landes. Auf sieben Jahre gesehen werden 975 000 Euro ausgeschüttet.

veröffentlicht am 13.07.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:03 Uhr

270_008_7741868_hm109_Wal_1107.jpg
Marc Fisser

Autor

Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Warum unterstützt der Staat private Hauseigentümer in Altstädten? Die historischen Quartiere haben eine große Bedeutung für die Identität einer Stadt. „Das baukulturelle Erbe verleiht Individualität und Schönheit, die es zu sichern und zu entwickeln gilt“, heißt es in dem staatlichen Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz“. Die Bewahrung des baukulturellen Erbes liege im öffentlichen Interesse. Die historischen Bereiche „sollen als vitale Orte gestärkt werden, die für alle Bereiche des Lebens – Wohnen, Arbeit, Handel, Kultur und Freizeit – und für alle Gruppen der Stadtgesellschaft sowie deren Gäste gleichermaßen attraktiv sind. Hamelns Stadtverwaltung ist um ein zeitgemäßes Wohnungsangebot bemüht, um den Wegzügen aus der Altstadt entgegenzuwirken. Außerdem möchte sie die Attraktivität für den Handel stärken und damit auch etwas gegen leerstehende Geschäfte tun.

Was soll in Hameln gefördert werden? In der Altstadt stehen viele denkmalgeschützte Gebäude, die nach Einschätzung der Experten „wieder einen erheblichen Sanierungsaufwand aufweisen“. Es geht aber nicht nur um solche Objekte, sondern um das Gesamtbild. Deshalb werden auch nicht-denkmalgeschützte Gebäude einbezogen. Es handelt sich teilweise auch um die Sanierung der Sanierung aus den 1970er und 80er Jahren. Damals wurden vielfach Baustoffe und Anstrichmittel verwendet, die sich ungünstig auf die Substanz insbesondere der Fachwerkhäuser ausgewirkt haben. Die Kosten für eine Fassadensanierung gingen deshalb über einen reinen Wiederholungsanstrich weit hinaus, weiß die Stadt. Solche Aufwendungen könnten nicht mehr alleine aus Mieteinnahmen gedeckt werden.

Wie ist das „Sanierungsgebiet Altstadt“ definiert? Es wird von den Wallstraßen und der Weser umgrenzt. Die altstadtseitige Bebauung von Kastanien-, Ostertor-, Münster- und Thiewall sind enthalten.

270_008_7741865_hm106_Wal_1107.jpg
270_008_7741860_hm104_Wal_1107.jpg
270_008_7741866_hm107_Wal_1107.jpg

Welche Arbeiten werden gefördert? Es geht um Modernisierungen und Instandsetzungen, die „Mängel und Missstände“ an den Außenwänden und dem Dach eines Gebäudes „von geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung“ beseitigen, außerdem um Maßnahmen „zur Erhaltung, Erneuerung und funktionsgerechten Verwendung“. Als Beispiele werden aufgezählt: die Instandsetzung von Fassaden, Dächern, Wänden und Decken, die Erneuerung von Fenstern, die Optimierung der Wärmedämmung und Heizungsanlage, die Einrichtung barrierefreier Zugänge, die Verbesserung der Lichtverhältnisse. Was aus Sicht der Bauexperten des Rathauses „vorhandene städtebauliche Missstände“ verfestigt, wird nicht gefördert.

Wie viel Geld gibt es? Für die Arbeiten an Baudenkmalen will der Staat in der Regel bis zu 35 Prozent der Kosten übernehmen, maximal 20 000 Euro. Handelt es sich um ein anderes Gebäude „mit städtebaulicher, ortsbildprägender, bauhistorischer oder geschichtlicher Bedeutung“ sind es im Normalfall bis zu 25 Prozent und höchstens 15 000 Euro. Höhere Sätze sind möglich, wenn die Arbeiten aus Sicht der Stadt eine besondere Vorbildwirkung oder eine anderweitig große Bedeutung haben. Der Regelsatz wird um zehn Prozent gekürzt, falls das Gebäude in der Vergangenheit vom Eigentümer vernachlässigt wurde. Es gibt keinen Rechtsanspruch auf die Förderung.

Wie lange läuft das Förderprogramm? Von 2015 bis 2021.

Wie kommen Hauseigentümer an das Fördergeld? Wenn der Stadtrat am Mittwoch, 22. Juli, zugestimmt hat, werden kurzfristig im Rathaus Anträge zu bekommen sein. Um noch 2015 zum Zuge zu kommen, muss die Anmeldung bis zum 1. Oktober in der Bauabteilung vorliegen. Für die Jahre danach bis 2021 gilt der 1. April als Stichtag. Ist der Fördertopf eines Jahres ausgeschöpft, können die nicht berücksichtigten Abmeldungen auf das Folgejahr übertragen werden. Die Stadt schließt mit den Berechtigten einen „Modernisierungs- und Instandsetzungsvertrag“ ab.

Hamelns Altstadtsanierung in den 1970er Jahren gilt als so vorbildlich, dass sie es in die Fachliteratur schaffte. Seitdem hat der Zahn der Zeit aber wieder an den historischen Gebäuden genagt. Etliche sind erneut sanierungsbedürftig. Deshalb wird der Rat ein neues Förderprogramm beschließen. Was ist genau geplant?

Fassadenarbeiten in der Emmernstraße: Solche Baugerüste werden in den nächsten Jahren in der Altstadt wohl häufiger zu sehen sein. Viele Häuser haben eine Sanierung nötig.Wal



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt