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Der Oberbürgermeister erklärt, wie er die geplanten Millionen in der Altstadt unterbringen will

Altstadt first

HAMELN. Der Verfall der Hamelner der Altstadt wird zunehmend deutlicher. So deutlich, dass die Stadt Ende vergangenen Jahres zum ersten Mal verlauten ließ, selbst Häuser ankaufen zu wollen, um die Entwicklung aufzuhalten. In seiner Haushaltsrede am Mittwoch erklärte Oberbürgermeister Claudio Griese nun, dass er für den Kauf einzelner Häuser 2019 und 2020 jeweils eine Million Euro bereitstellen will, für die beiden Folgejahre jeweils 500 000 Euro.

veröffentlicht am 11.01.2019 um 11:57 Uhr
aktualisiert am 11.01.2019 um 12:50 Uhr

Auch in den kleineren Starßen der Aktstadt ist der Sanierungsbedarf hoch. Hier: Alte und Neue Marktstraße. Foto: Dana
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Aber was genau hat der OB mit dem Geld vor? „Wir brauchen das Geld, um handlungsfähig zu sein“, erklärt er auf Nachfrage. Der Stadt soll schnell reagieren können, wenn wieder mal ein denkmalgeschütztes Haus zum Verkauf stehe. Auf diese Weise erspare man sich die langwierige Diskussion darüber, ob überhaupt Geld im nächsten Haushalt eingestellt werden soll. Bestimmte Objekte habe man nicht im Visier.

Wie wichtig Flexibilität ist, zeigt das Beispiel des Jesenko-Hauses am Pferdemarkt, dass letztlich verkauft wurde. Auch die Stadt hatte über einen Kauf nachgedacht, denn ein Haus in so exponierter Lage verfallen zu lassen, stände ihr nicht gut zu Gesicht. Kauf und Sanierung hätten bei dem Haus, das innen auf dem Stand der 1950/60er Jahre ist, eine Menge Geld gekostet: Bei zwei Millionen habe man aufgehört zu rechnen, sagt Stadtbaurat Hermann Aden.

Angesichts solcher Summen relativieren die zwei Millionen, die der OB in den nächsten zwei Jahren in die Hand nehmen möchte. Doch das Geld soll nicht allein für den Kauf von Objekten verwendet werden. „Wir verfolgen mehrere Wege“, erklärt Griese. Neben der Stadt sind auch Wohnungsbaugesellschaften mit städtischer Beteiligung sowie externe Wohnungsbaugesellschaften als Eigentümer willkommen, die von der Stadt bei der Sanierung entsprechend unterstützt werden sollen.

Auch Privateigentümer könnten auf Sanierungshilfe durch die Stadt hoffen. Für beide Varianten, so Griese, sei eine eigene städtische Förderrichtlinie vonnöten. Um einen Mitnahmeeffekt zu vermeiden, bedürften Einzelfälle einer genaueren Betrachtung.

Bei den Privateigentümern sollen vor allem jene gelockt werde, in deren Häusern nur noch das Erdgeschoss als Geschäftsraum genutzt wird. Die oberen Geschosse zu sanieren und wieder zu vermieten, lohnt sich für viele aus wirtschaftlicher Sicht nicht. Manchmal können die oberen Geschosse nur noch über eine Feuertreppe im Hof erschlossen werden, weil es sich für die Eigentümer eher lohnt, die gesamte Fläche des Erdgeschosses zur Geschäftsfläche zu machen, als zu sanieren und zu vermieten. „Wir wollen helfen, diese Klippe zu umschiffen“, sagt Griese.

Ob der Oberbürgermeister mit seinem Wunsch bei den Politikern auf offene Ohren stößt, wird sich zeigen. Sie müssen in der nächsten Ratssitzung am März über den vorgelegten Haushalt abstimmen.

Mein Standpunkt
Dorothee Balzereit
Von Dorothee Balzereit

Bedenkt man, dass bei der letzten großen Altstadtsanierung 60 Millionen Euro zur Verfügung standen, wird die Dimension deutlich, die der Erhalt der denkmalgeschützten Häuser mit sich bringt. Der vom OB eingeschlagene Weg ist trotzdem der richtige, denn er signalisiert, dass die Stadt bereit ist, die Bürger zu unterstützen. Diese schrecken auch vor hohen Sanierungsauflagen wie Brandschutz und Barrierefreiheit zurück.



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