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In der nächsten Woche rollen Bagger an

Altes Turbinenhaus wird abgerissen

veröffentlicht am 16.09.2016 um 19:18 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:25 Uhr

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Die Arbeiten auf dem Grundstück laufen bereits seit August letzten Jahres. Seit Beginn der Baumaßnahme wurde bereits der oberwasserseitige Zulauf der ehemaligen Turbine durch Spundwände und eine sich anschließende Betonstützmauer verschlossen. Dadurch konnte die Behelfsbrücke, ein bisheriger Engpass aufs Werder, abgebaut und durch die Stadt Hameln auf dem verfüllten Zulauf eine neue Straße errichtet werden.

Die entstandene neue Wand hat – zur optischen Angleichung an die vorhandenen sichtbaren Kaimauern – eine Verkleidung aus Naturstein erhalten.

Nun folgt in der nächsten Woche also die wohl am stärksten ins Auge fallende Veränderung: der Abriss der nicht mehr benötigten oberen und unteren Gebäudeteile. Das direkt an das Wasser- und Schifffahrtsamt angrenzende ehemalige Wohngebäude bleibt bestehen. Bis zum Sommer 2017 soll das Bauvorhaben abgeschlossen sein. Dann ist der unterseitige Wasserablauf der ehemaligen Wasserkraftanlage ebenfalls verschlossen und das restliche Areal verfüllt. „Damit ist das Grundstück so hergerichtet, dass eine Neugestaltung möglich ist“, sagt Helmut Feldkötter, technischer Leiter bei den Stadtwerken. „Denn uns ist sehr daran gelegen, dass die Eingangspforte zur Altstadt an dieser Stelle wieder ein einladendes Gesicht erhält und die Bauruine endlich verschwindet.“

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Ende der Industrie-Romantik: Das Turbinenhaus wird in der kommenden Woche abgerissen. Foto: Fn/Wal

Zu dem Grundstück und damit zum Turbinenhaus kamen die Stadtwerke mit dem Kauf der Weser-Wasserkraftanlagen von Kampffmeyer Mühlen im Jahr 1998. Über eine Nachnutzung des Grundstücks ist noch nicht entschieden. Zunächst stand die Investition in eine neue Turbine – sofern sie wirtschaftlich betrieben werden kann – an diesem Standort zur Debatte. Für alle Turbinen zusammen haben die Stadtwerke ein Wasserrecht von 112 Kubikmetern je Sekunde. Drei Turbinen sind bereits in Betrieb und nutzen über 90 Prozent des Wasserrechts aus. Eine vierte Turbine hätte nur noch den verbleibenden kleinen Anteil des Wasserrechts nutzen können, um den optimalen Betrieb der vorhandenen drei Turbinen nicht zu beeinträchtigen. Entsprechend wäre auch ihre Leistung wesentlich geringer, sodass die Wirtschaftlichkeit der Investition nicht gegeben war. Somit blieb nur noch der Rückbau als Option.

Mehrere Anfragen von möglichen Nachnutzern des Grundstücks liegen vor. Im Herbst nehmen die Stadtwerke Gespräche mit allen Interessenten zu den Konzepten und weiteren Details auf. Die Stadt Hameln als Baubehörde wird bei einer Umsetzung von Anfang an beteiligt.

Historie

Die ursprünglich an Stelle des Turbinengebäudes vorhandene Wesermühle wurde 1887 fertiggestellt. Noch im selben Jahr kam es zu einer Staubexplosion – eines der ersten größeren Unglücke dieser Art bei Getreidemühlen. Sie forderte elf Menschenleben und zerstörte einen Gebäudeflügel. Im Jahr 1937 gingen die Wesermühlen in den Besitz von Kurt Kampffmeyer über. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde die Mühle im April 1945 ein weiteres Mal zerstört. Seit dem anschließenden Wiederaufbau befand sich hier ein Wasserkraftwerk, das die Wesermühlen mit Strom versorgte.



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