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Bürgersteig an der Lohstraße gesperrt / Stadt stellt Jürgen Riegers Erben ein Ultimatum

Altes Kino – Verfall immer dramatischer

Hameln (ni). Der Lack ist ab vom ehemaligen Kino an der Deisterstraße. Das Haus mit der denkmalgeschützten Fassade dämmert seit Jahren vor sich hin. Die Geschäfte im Erdgeschoss haben längst dichtgemacht; die Mieter aus der braunen Szene Gott sei Dank das Weite gesucht. In den Fenstern klebt keine NPD-Propaganda mehr – aber hinter ihnen rührt sich auch kein Leben. An der repräsentativen Front des Gebäudes sind die Spuren der Vernachlässigung kaum noch zu übersehen; an der Hauswand zur Lohstraße wachsen sie sich zu einer Gefahr für jeden Passanten aus. Die Stadt hat reagiert und den Bürgersteig gesperrt.

veröffentlicht am 20.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 22:41 Uhr

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Aus dem Fallrohr wächst knapp unterhalb der Dachrinne ein kleiner Baum; auf der Wand neben dem Rohr ist zwei Stockwerke hoch und über einen Meter breit das nackte Mauerwerk zu sehen. Als das Haus noch dem NPD-Funktionär Jürgen Rieger gehörte, waren hier Putzplacken und Stuckteile auf den Gehweg gefallen und hatten einen Fußgänger verletzt. Weil Rieger damals seiner Pflicht als Hausbesitzer nicht nachkam und die Gefahrenquelle nicht beseitigte, beauftragte die Stadt Hameln einen Handwerker damit. Der stellte seine Arbeit der Stadt in Rechnung, die sich das Geld vom Hauseigentümer wiederholte. In der vergangenen Woche musste die Stadt erneut die sichtbaren Zeichen des fortschreitenden Zerfalls vom Bürgersteig zusammenfegen. Wieder war Putz von der Wand gefallen, sogar Steine hatten sich aus dem Mauerwerk gelöst. „Die Fassade ist augenscheinlich in einem schlechten Zustand“, heißt es aus der Verwaltung. Es bestehe die Befürchtung, dass sich noch weitere Putzteile lösen. Möglicherweise eine späte Folge des Winters, in dem der Frost ganze Arbeit geleistet habe: Das zwischen Mauerwerk und Putz eingedrungene Wasser sei wahrscheinlich gefroren und habe dafür gesorgt, dass sich der Putz von den Ziegeln löste. Jetzt bröckelt er in mehr oder weniger großen Flatschen von der Wand. Damit kein Fußgänger zu Schaden kommt, hat die Stadt den Bürgersteig entlang der maroden Hauswand gesperrt.

Inzwischen sind Riegers Erben für die Sicherheit des Gebäudes verantwortlich. Die Verwaltung hat die Erbengemeinschaft gestern schriftlich aufgefordert, „bis zum 1. August geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um das weitere Abbrechen und Abfallen von Putz dauerhaft zu verhindern“. Bleibt eine Reaktion auf diesen Brief aus, wird sich die Stadt der Hauswand annehmen und den Erben die Rechnung präsentieren.

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