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„Toys Company“ bereitet Spielzeug auf und verschenkt es

Alter Teddy, sauber, sucht: Kinder mit wenig Geld

Hameln (sto). Der alte Teddy hat ein Ohr verloren. Auch die Puppenstube und das Dreirad haben ihren Glanz aus Kindertagen eingebüßt. Eigentlich schade, alles wegzuwerfen. Vielleicht verschenken? Aber wer nimmt schon alte oder kaputte Spielsachen? Die Antwort ist: Teddy & Co – die „Toys Company“, die es seit Kurzem in der Wehrberger Straße 57 gibt. Händeringend werden dort, in der „Spielzeug-Firma“ wie sie übersetzt heißt, gebrauchte Spielsachen gesucht, um sie aufzuarbeiten und gegen Nachweis an bedürftige Familien zu verschenken.

veröffentlicht am 05.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 14:21 Uhr

Shenya Grandt (v. li.) mit Wolfgang Zastrozny und Petra Thielker
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Eine weitere Besonderheit: Die Mitarbeiter sind Langzeitarbeitssuchende, denen mit ihrer Teilnahme an dem Projekt die Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt erleichtert werden soll. Die Toys Company ist im Mai 2009 als soziales Gemeinschaftsprojekt des Jobcenters Hameln-Pyrmont und des Bildungsunternehmens der Dekra-Akademie gegründet worden. „Jeder Mitarbeiter wird nach seinen Kenntnissen und Fähigkeiten im gesamten Betrieb eingesetzt und gezielt auf den Arbeitsmarkt vorbereitet“, erklärt Shenya Grandt vom Jobcenter.

Sammelkisten in öffentlichen Gebäuden

Größter Unterschied zu anderen Wirtschaftsunternehmen: „Das Unternehmen macht keinen Gewinn, und alle Mitarbeiter verdienen einheitlich einen Euro pro geleisteter Arbeitsstunde“, erläutert Wolfgang Zastrozny, Leiter der Dekra-Akademie. Derzeit sind etwa 40 Frauen und Männer im Alter von 26 bis 56 Jahren in den Arbeitsbereichen Werkstatt, Lager, Spielzeugeingang, Spielzeugausgang, Verwaltung und in der Marketing-Abteilung beschäftigt. 50 sollen es werden. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt bis zu 30 Stunden, das Arbeitsverhältnis ist jeweils auf 6 Monate begrenzt, wie üblich bei 1-Euro-Jobs.

„Das pädagogische Konzept besteht darin, die Mitarbeiter zum eigenverantwortlichen Handeln anzuleiten, ihr Durchhaltevermögen zu stärken und ihnen Mut zu machen, soziale Kontakte aufzubauen“, so Coach Werner Tünge. Ziel sei, die Mitarbeiter wieder an die Erfordernisse des Arbeitslebens zu gewöhnen und sie zu integrieren. Durch individuelle Qualifizierung können sie außerdem ihre Vermittlungschancen verbessern. „Die Toys Company, die es bundesweit etwa 60-mal gibt, ist keine Konkurrenz für ein normales Wirtschaftsunternehmen“, betont Tünge. Ihr Ziel liege im öffentlichen Interesse.

Das Unternehmen ist strukturiert wie jedes andere mit Anmeldung, Büro, Werkstatt, Lager und allen Abteilungen, die dazugehören. Petra Thielker ist Projektleiterin. Karen Kost zuständig für die pädagogische Betreuung und Paul Forster für die fachmännische Anleitung.

Ein erstes Sortiment an Spielsachen ist vorhanden, vorwiegend sind es Stofftiere. „Wir bitten die Bevölkerung, unser Projekt großzügig mit Spielzeugspenden zu unterstützen“, appelliert Zastrozny. Das Spielzeug kann in der Wehrberger Straße 57 abgegeben werden von montags bis freitags in der Zeit von 8 bis 16 Uhr. Die Spielzeugausgabe erfolgt im selben Zeitraum. Demnächst sollen auch in öffentlichen Einrichtungen mit Publikumsverkehr Sammelkisten aufgestellt werden. Benötigt wird Kleinspielzeug vom Legostein und Gesellschaftsspiel über Bilderbuch bis hin zum Dreirad. Leicht Beschädigtes ist „für unser Ersatzteillager“, so Tünge. Die Spielsachen werden repariert und gereinigt, Puppenkleidung und Stofftiere müssen sich einem Schongang in der Waschmaschine unterziehen. Nach dem Trocknen auf der Leine werden die Kuscheltiere in Folie gepackt. „Aus hygienischen Gründen“, sagt Petra Thielker.

Mehr unter Telefon 8235640 und bald unter www.hameln.dekra-toyscompany.com.



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