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Rathaus verzögert seit drei Jahren die Rettung / Job-Center bekräftigt umfassendes Förderangebot

Alter Kran am Weserufer von Abriss bedroht

Hameln (mafi). Alle Beteiligten hatten „von einer tollen Sache für Hameln“ gesprochen. Jetzt ist jedoch die Gefahr groß, dass der historische Derrickkran auf dem früheren Holz-König-Gelände am Hamelner Weserufer in der Schrottverwertung endet – anstatt von jungen Arbeitslosen restauriert und zum Blickfang für Touristen und Einheimische zu werden. Diese Gefahr ist akut geworden, nachdem der Grundstückseigentümer begonnen hat, das Brachgelände an der Ruthenstraße freizuräumen, um darauf bis auf weiteres Autos parken zu lassen.

veröffentlicht am 12.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 22:21 Uhr

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Autor:

Marc i Fisser
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70 000 Euro vom Job-Center

Der Rettungsplan für den markanten Kran ist noch nicht in Kraft, obwohl bereits vor drei Jahren eine „Allianz“ geschmiedet worden war. Die benachbarte Jugendwerkstatt (JWH) wollte die Maschine durch Auszubildende und Arbeitslose restaurieren lassen, das Job-Center Hameln-Pyrmont hierfür die Personalkosten von rund 70 000 Euro übernehmen und die Stadt Hameln die spätere Aufstellfläche an der Uferpromenade zur Verfügung stellen. Es sei nur noch zu klären, ob die Stadtverwaltung die Kosten für Unterhalt und Haftung tragen kann, hatte Rathaussprecher Thomas Wahmes betont. Das jedoch ist bis heute nicht geschehen, wie Wahmes gestern einräumte. „Wir hatten dem Projekt keine Priorität gegeben.“ Jetzt allerdings gelte es, schnell zu handeln „und den Kran zu sichern“.

„Wir sehen den Wert als Baudenkmal, das mit Hameln und der Weser eng verbunden ist“, sagt Wahmes. Die zuständigen Mitarbeiter im Rathaus wollten jetzt mit allen Beteiligten sprechen, um Wege zum Erhalt des 54 Jahre alten Gerätes zu finden. Holger Reineke, Vizechef des Job-Centers, bekräftigte gestern gegenüber der Dewezet das Angebot seiner Behörde, den Derrickkran im Rahmen eines Förderprojektes auf Vordermann zu bringen. „Wir sind gerne bereit, das zu unterstützen.“ Wichtig sei die Nachhaltigkeit, soll heißen: Der Kran müsse einen bleibenden Platz im Stadtbild bekommen. Reineke: „Wir wollen eine sinnvolle Beschäftigung fördern, bei der die Mitarbeiter hinterher sehen, was sie geschaffen haben.“

Auch JWH-Leiter Klaus-Dieter Jösten steht mit seiner Metallwerkstatt „Gewehr bei Fuß“, wie er sagt. Rund ein Dutzend Lehrlinge und mehrere ABM-Kräfte könnten ein Jahr lang mit diesem Projekt beschäftigt werden. „Alt und Jung würden sich dabei gegenseitig etwas beibringen“, ist Jösten überzeugt. Er favorisiert es, den Kran an Ort und Stelle zu sanieren. Sollte jedoch das Versetzen auf den öffentlichen Grund nötig werden, müsste hierzu ein Autokran organisiert werden. Eine kostengünstige Lösung dafür sei noch nicht gefunden.

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Fachliche Hilfe bei der Restaurierung hatte bereits 2006 der Kranhersteller „Markus Schmidt-Tychsen“ angeboten. Mit Interesse blickt auch Bad Oeynhausen nach Hameln. In der Kurstadt ist die Situation ähnlich wie weseraufwärts: Auf dem Gelände einer früheren Holzhandlung stehen zwei Derrickkräne. „Wir arbeiten an ihrem Erhalt“, schildert Stadtsprecher Rainer Printz. „Die Geräte haben einen hohen Symbolwert für die Weserschifffahrt und die Holzindustrie.“ Und sie seien eine Attraktion für den vorbeiführenden Weserradweg.

Kommentar:

Endlich anpacken!

Seit drei Jahren steht fest: Der historisch und touristisch interessante Kran am Weserradweg in Hameln könnte im Rahmen eines Förderprojektes für junge benachteiligte Auszubildende und Arbeitslose restauriert und damit gerettet werden. Die Kosten will das Job-Center tragen, das letzte Wort jedoch hat die Stadtverwaltung. Die Mitarbeiter im Rathaus sind angeblich begeistert – aber für ihre Entscheidungsfindung haben auch drei Jahre nicht gereicht. Erst jetzt, wo dem Kran die Verschrottung droht und die Öffentlichkeit in Form der Zeitung nachfragt, beginnen noch einmal die Überlegungen. Zu hoffen ist, dass hier nicht dieselben „Experten“ am Zuge sind, die so große Schwierigkeiten haben, eine zu Hameln passende Fußgängerzone zu gestalten, die ein äußerlich missratenes Einkaufs-Ufo in der Altstadt landen ließen und die es nicht schaffen, ein funktionierendes Radwegenetz zu knüpfen. „Packen wir’s an!“ – das wäre mal ein anderes Motto im Rathaus.



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