weather-image
Kai Pegelow hat auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet

Als Barkeeper aus Hameln um die Welt

HAMELN. Der Arbeitsplatz von Kai Pegelow war in New York, in Alaska oder in Australien. Der Barkeeper hat sieben Jahre lang auf Kreuzfahrtschiffen gearbeitet – und so die Welt bereist. „Mich hat es so gefesselt, immer unterwegs zu sein“, sagt er. Dennoch hat er das Kreuzfahrt-Kapitel jetzt beendet. Warum eigentlich?

veröffentlicht am 13.08.2018 um 15:40 Uhr
aktualisiert am 13.08.2018 um 18:00 Uhr

Barkeeper Kai Pegelow hat durch seine Arbeit auf See schon viel gesehen. Foto: pr
Muschik, Moritz

Autor

Moritz Muschik Volontär zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Welche Ecken auf der Welt er noch nicht gesehen hat? Da muss Kai Pegelow erst einmal überlegen. „In China war ich noch nicht“, sagt der Barkeeper – und fängt an, einige Ziele aufzuzählen: Australien und die Philippinen hat er schon bereist. Er war in den USA, in Südamerika und Alaska. „In Europa kenne ich alles, was von Seeseite erreichbar ist“, meint er. In sieben Jahren auf See hat er viel gesehen. Doch jetzt reicht ihm die Arbeit auf dem Kreuzfahrtschiff.

2011 stieg Pegelow zum ersten Mal ein. Der ausgebildete Restaurantfachmann hatte sich gerade von seiner Freundin getrennt. Und er wollte weg, weit weg: „Deutschland war mir einfach zu klein“, erzählt er. Durch Zufall wurde er auf die Internetseite der Kreuzfahrtflotte von Hapag-Lloyd aufmerksam. „Also habe ich mich beworben und bin zum Einstellungstest nach Hamburg gefahren.“ Wenig später ging es für ihn mit der „MS Bremen“ auf die Azoren. „Arbeiten und reisen zu kombinieren, war das Beste, was ich machen konnte“, sagt der heute 33-Jährige. Denn: Trotz der Arbeit auf dem Schiff blieb Zeit für Entdeckungstouren. „Wenn du nicht arbeitest oder schläfst, kannst du raus, schnell was sehen – und wieder zurück aufs Schiff“, sagt er. An einige Erlebnisse erinnert er sich besonders gern.

Wenn du nicht arbeitest oder schläfst, kannst du raus, schnell was sehen – und wieder zurück aufs Schiff.

Kai Pegelow, Barkeeper

Moorea ist zu seiner Lieblingsinsel geworden. „Das Wasser ist traumhaft und die Leute sind sehr nett“, sagt er. „Das Ambiente und die Landschaft lassen dich nur schwer wieder los.“ So auch die Antarktis. Pegelow erinnert sich: „Wir sind in der Nähe einer kleinen Insel gewesen. Auf einmal kamen ganz viele Orcas.“ Der Hamelner war gerade auf dem Deck am hinteren Schiffsteil und sah die Tiere zum ersten Mal. „Das hat sich eingebrannt.“ In Alaska flog er mit einem Wasserflugzeug über fünf Gletscher. „Unten haben wir die Bären gesehen. Das war cool.“

Inzwischen mixt Kai Pegelow Cocktails in Hamelns Strandbar „The Heach“. Foto: mo
  • Inzwischen mixt Kai Pegelow Cocktails in Hamelns Strandbar „The Heach“. Foto: mo
Er war schon in New York. Foto: pr
  • Er war schon in New York. Foto: pr
Kreuzfahrtschiffe waren jahrelang sein Arbeitsplatz. Foto: pr
  • Kreuzfahrtschiffe waren jahrelang sein Arbeitsplatz. Foto: pr

Die längste Zeit auf See verbrachte Pegelow auf der „Columbus 2“. Auf dem Kreuzfahrtschiff wurde er damals vom Barkellner zum Barkeeper befördert, war insgesamt sieben Monate unterwegs. An seinem Job liebt er das Experimentieren: „Das ist das, was den Beruf so interessant macht“, sagt er. Man habe so viele Möglichkeiten, mit den Spirituosen und Getränken zu spielen und sich täglich neu zu erfinden. „Das ist genau mein Ding“, meint er.

Eigentlich wollte er nur für den Zeitraum eines Vertrages auf See sein. „Viele machen das für die Vita. Das wollte ich anfangs auch so machen“, sagt er. „Aber mich hat es so gefesselt, immer unterwegs zu sein. Das war für mich ein zweites Zuhause.“ Nach sieben Jahren auf See hat der Barkeeper mit dem Kreuzfahrt-Kapitel nun abgeschlossen. Inzwischen mixt er Cocktails in Hamelns Strandbar „The Heach“. Pegelow meint: „Ich glaube, es ist für einen selber auch wichtig, öfter mal was Neues zu machen. Immer auf einer Stelle zu stehen ist nichts für mich.“ Jetzt sei es an der Zeit, sesshaft zu werden. Mit seiner Verlobten erwartet er ein Kind. „Vielleicht fahre ich noch mal mit, wenn unser Kind 18 Jahre alt ist“, schmunzelt er. Ob ihn das Fernweh dann wieder packt?



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt